Die „Hannoversche Moorgeest“ soll EU-Projekt werden

Region Hannover unterstützt Antragsstellung für das „LIFE+“-Programm

Region. Die Region Hannover unterstützt den Antrag des Landes Niedersachsen auf Förderung des Naturschutzprojektes Hannoversche Moorgeest mit Mitteln aus dem Programm „LIFE+“ (L’Instrument Financier pour l’Environnement) der Europäischen Union. Einen entsprechenden Beschluss hat heute der Regionsausschuss gefasst. „Bund und Land haben sich auf dieses Finanzierungsmodell verständigt, das eine erneute Diskussion über die Größe des zu entwickelnden Kerngebietes der Moorgeest erübrigen soll“, erklärte der Umweltdezernent der Region Hannover, Prof. Dr. Axel Priebs: „Wir akzeptieren die Entscheidung unserer Partner. Für uns ist es wichtig, dass die Moorgeest auf der Agenda bleibt und dass dieser in Niedersachsen einzigartige Naturraum weiter eine Entwicklungsperspektive hat.“ Die Option einer Förderung aus dem Bundesförderprogramm für Projekte von gesamtstaatlich-repräsentativer Bedeutung wolle sich die Region Hannover aber bis zur Entscheidung der EU über den „LIFE+“-Antrag offen halten, verdeutlichte Priebs. Im Falle der Bewilligung durch die EU will sich die Region Hannover mit bis zu 10 Prozent der von der EU anerkannten förderfähigen Kosten für die Umsetzungsphase des Naturschutzprojektes, die derzeit auf rund 10 Millionen Euro veranschlagt werden, beteiligen. Die Erarbeitung des Förderantrags wie auch das spätere Projektmanagement liegt beim Land Niedersachsen. Ob durch die EU für die Hannoversche Moorgeest Mittel bereitgestellt werden, entscheidet sich voraussichtlich im ersten Halbjahr 2012. „Seit dem Ende der über dreijährigen Planungsphase für die Hannoversche Moorgeest kämpft die Regionsverwaltung für die Fortführung des Naturschutzprojektes als gemeinsames Anliegen von Bund, Land und Region. Obwohl wir es vorgezogen hätten, den bisherigen Weg weiter zu gehen, werden wir uns wie bisher mit ganzer Kraft für die Moorgeest einsetzen“, betonte Prof. Priebs. Am 30. Juni 2010 war die Planungsphase des Projektes Hannoversche Moorgeest mit der Vorlage eines detaillierten Pflege- und Entwicklungsplans und einer begleitenden sozioökonomischen Studie zu Ende gegangen. Bei der Prüfung der vorgelegten Gutachten hatte der Bund die weitere Förderfähigkeit in Frage gestellt, da das Projektgebiet - nur dort können Maßnahmen durchgeführt werden – im Verlauf der Planungsphase verkleinert worden war. Insbesondere der Bundesrechnungshof hatte bemängelt, dass das Kerngebiet sich nunmehr größtenteils auf Natura 2000-Gebiete beschränkt, deren Entwicklung jedoch in den Zuständigkeitsbereich der Länder fällt. Auch das Fehlen von Pufferzonen an den Moorrändern wurde angemerkt, insbesondere in den Bereichen, wo zukünftig offenes Hochmoor unmittelbar an landwirtschaftliche Nutzflächen angrenzt. Seitens des Landes Niedersachsen wird einer Förderung aus dem EU-„LIFE+“-Programm für die Umsetzung des Projektes größere Chancen eingeräumt. Land und Region sind sich einig, dass der in den ersten Jahren erarbeitete Pflege- und Entwicklungsplan und der von Landnutzern und Naturschutzverbänden vereinbarte 12-Punkte-Katalog auch im Rahmen des „LIFE+“-Projektes Anwendung finden sollte.

Hintergrund „Hannoversche Moorgeest“
Der Naturraum „Hannoversche Moorgeest“ berührt in der Region Hannover die Städte Langenhagen, Garbsen, Neustadt und die Gemeinde Wedemark. Er umfasst das Otternhagener, Helstorfer, Bissendorfer und das Schwarze Moor – zusammen ein Gebiet von rund 30 Quadratkilometern, in dem über 1.400 Tier- und Pflanzenarten zuhause sind. Die vier Hochmoore im Norden der Region Hannover genießen nicht nur höchste Priorität im Moorschutzprogramm des Landes Niedersachsen; vor vier Jahren, am 07. Dezember 2006, wurden sie offiziell in das ‚Bundesförderprogramm für gesamtstaatlich repräsentative Naturschutzgroßprojekte’ aufgenommen. Initiatorin und Trägerin des Projektes - mit dem Ziel, die wertvollen Moorgebiete zu erhalten und zu entwickeln – war die Region Hannover. Die vorgeschaltete Planungsphase endete am 30. Juni 2010 mit der Vorlage eines detaillierten Pflege- und Entwicklungsplans und einer begleitenden sozioökonomischen Studie. Die Regionsverwaltung hat seitdem den politischen Auftrag, die Umsetzungsphase für das Projekt zu beantragen. Die für die erste Phase aufgelaufen Kosten in Höhe von rund 800.000 Euro verteilten sich auf die Projektpartner Bund (70 Prozent), Land (20) und Region (10).