Ein Kind ist, was es isst!

Kinder und Betreuer waren konzentriert bei der Sache. Foto: Kirchenkreis

Projekt „Zeit, die sich lohnt, gutes Essen für alle Kinder“

Mellendorf. Es ist Samstagvormittag, 9 Uhr, aber in der Kindertagesstätte Mellendorf
herrscht reges Treiben. Immer mehr Kinder kommen mit ihren Müttern in den
Gruppenraum und alle freuen sich darauf, in den nächsten Stunden gemeinsam
backen und kochen zu können. „An die Töpfe, fertig, los!“, unter diesem
Motto engagieren sich Caren Holstein-Lemke, Leiterin der Kindertagesstätte,
Ernährungsberaterin Christiane Kreie sowie zahlreiche Helfer und
Unterstützer seit einigen Wochen bei dem Projekt „„Zeit, die sich lohnt,
gutes Essen für alle Kinder!“. „Für Kinder ist das Beste gerade gut genug bezogen auf eine gute Ernährung, naturbelassen und ausgewogen“, erklärt Christiane Kreie. „Die Körperzelle ruft nach Vitalstoffen aus natürlicher Nahrung. Darauf baut der Körper auf und mit ihm Geist und Seele. Die Übereinstimmung aller drei Komponenten und viel Bewegung bescheren uns glückliche Kinder. Ungeachtet aller Einkommensverhältnisse muss es möglich sein, allen Kindern eine Chance auf gute Ernährung zu geben!“ Sie habe bei Kindern und Jugendlichen beobachtet,
wie sich deren Ernährungsgewohnheiten (einschließlich der Trinkgewohnheiten)
verändert hätten. „Mikrowelle, Fertiggerichte, mit unüberschaubaren Mengen
an Zusatzstoffen, zuckerhaltige Getränke haben Einzug in die Familien
gehalten. Allergien und Unverträglichkeiten sind in hoher Zahl verbreitet.“
Gesunde Ernährung ist nicht von einem hohen Einkommen abhängig, sondern ist
mit einer soliden Auswahl an Nahrungsmitteln möglich. So könne auch das
Naschen zum sinnvollen Vergnügen werden. Alle Kinder der Kindertagesstätte haben an diesem wichtigen Projekt teilgenommen. Eingeteilt in Gruppen fanden drei Termine innerhalb einer Woche statt. Im Anschluss daran erfolgte jeweils eine gemeinsame Veranstaltung am Samstag mit Kindern und Eltern dieser Gruppe.
„Wir wollen, dass die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes das Essen
begreifen“, so Caren Holstein-Lemke. Schälen, schneiden, zerdrücken, mahlen,
pressen, reiben – das alles gehörte zu den Erfahrungen, die die Kinder
sammeln konnten. So beschäftigte sich eine Gruppe zum Beispiel mit dem Thema
„Vom Korn zum fertigen Produkt! Wie entsteht Weißmehl?“ „Diese Frage
beantworteten wir praktisch mit Getreidemühle und Sieb. Danach ging es an
die Arbeit. Wir holten die notwendigen Gerätschaften herbei und stellen
einen Hefeteig her, um Brot, Baguette und Brötchen zu backen. Dabei erfuhren
die Kinder etwas über die Aufgabe der Hefe im Teig und dass dieser Teig
„wächst“, während wir ihn ruhen lassen.“ Ebenso methodisch aufbereitet wurde
die Verarbeitung von Obst und Gemüse. Am Anfang stand immer das
Kennenlernen (Selbstherausfinden, eigener Erfahrungsschatz) und danach die
Anwendung. Außerdem fanden im Verlauf des Projektes Elternabende statt, an denen intensive Information über den menschlichen, hier speziell den kindlichen
Nahrungsbedarf und das Verdauungssystem geben wurden. „Es wäre schön, wenn gemeinschaftliches Kochen und gemeinsam Essen wieder als ein kommunikatives Familienereignis erlebt werden könnte.“ Dieses Projekt wird sicherlich dazu beitragen!