Gleichstellungsplan der Region Hannover nach dem NGG

28 Prozent der Führungskräfte in der Regionsverwaltung sind Frauen

Region. Die Regionsverwaltung ist weiblich: 63,5 Prozent der Beschäftigten sind Frauen. Doch nur 28 Prozent der Führungspositionen sind mit Frauen besetzt. Das soll sich ändern. Nach dem Niedersächsischen Gleichstellungsgesetz (NGG), das 2011 in Kraft getreten ist, sollte das Geschlechterverhältnis auf allen Hierarchieebenen und in allen Berufsgruppen ausgewogen sein. Die Region Hannover hat jetzt für die Jahre 2012 bis 2014 einen Gleichstellungsplan aufgelegt, der skizziert, welche Entwicklung innerhalb der nächsten drei Jahre möglich ist – zum Beispiel mit Blick auf die Wiederbesetzung von Stellen, die innerhalb der nächsten zweieinhalb Jahre frei werden. Am Dienstag (17. Juli) steht das Zahlenwerk in der Regionsversammlung auf der Tagesordnung.
„Im NGG geht es nicht um die Besserstellung von Frauen, sondern um eine Gleichstellung von Männern und Frauen. Das heißt, dass wir natürlich auch verpflichtet sind, Unterrepräsentanzen von Männern abzubauen“, erläutert Nicolé Heidorn, Leiterin des Service Personal und Organisation der Region Hannover. Unter ihrer Zuständigkeit wurde der Gleichstellungsplan erarbeitet. Mit einem guten Ergebnis, meint auch die Gleichstellungsbeauftragte der Region, Petra Mundt. „Die jetzige Bestanderhebung bezieht sich nicht nur auf Köpfe, wie das früher der Fall war, sondern auch auf Stellenanteile“, hebt Mundt hervor. „Man kann nicht eine Frau mit halber Stelle gleich setzen mit einem Mann mit voller Stelle, wenn es um Quoten in der Gleichberechtigung geht.“
Ziele des Gleichstellungsplans sind, die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit zu verbessern und Unterrepräsentanzen abzubauen. Erster Schritt war eine Bestandaufnahme. So zeigt der Bericht, dass deutlich mehr Frauen in Teilzeit arbeiten als Männer. Eine besonders deutliche Unterrepräsentanz von Männern wird im Bereich der Ärztinnen und Ärzte deutlich, die in der Regionsverwaltung arbeiten: Nur 17,65 Prozent sind männlich. Auch in den Sozialberufen gibt es deutlich mehr Frauen. Dafür haben die Männer bei den Akademikerinnen und Akademikern technischer Art ein starkes Übergewicht. „Es ist nachgewiesenermaßen so, dass bestimmte Berufe bevorzugt von Frauen, andere in erster Linie von Männern ergriffen werden“, sagt Nicolé Heidorn. „Wenn auf dem Arbeitsmarkt eine Unterrepräsentanz besteht, kann die Region das hausintern auch mit den besten Mitteln kaum ändern.“
Gerade was den Abbau der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen betrifft, sieht die Personalchefin auf lange Sicht jedoch gute Chancen. „Wir müssen Frauen Mut machen, eine Karriere zu wagen. Dazu gehört, dass wir aktuell an einem Mentoringprogramm für weibliche Beschäftigte in der Regionsverwaltung arbeiten. Wir müssen noch stärker auf Wissensvermittlung und Beratung setzen. Dazu gehören kontinuierliche Fort- und Weiterbildungsangebote“, sagt Nicole Heidorn. „Auch Beurlaubungen oder Teilzeitbeschäftigungen, insbesondere für Kinder- oder Angehörigenbetreuung, sind keinesfalls Gründe für einen Karriereabbruch. Hier müssen wir auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch Aufklärungsarbeit leisten.“
Regionspräsident Hauke Jagau sieht die Regionsverwaltung mit dem jetzt vorgelegten Gleichstellungsplan auf gutem Weg: „Der Plan ist ein wichtiger Schritt zur Geschlechtergerechtigkeit. Wer wirklich etwas verändern will, muss fundiert einsteigen und darf nicht nur an der Oberfläche der Fragestellungen kratzen. Diese Bestandaufnahme ist eine Grundlage für die weiteren Schritte.“ Jagau lobt, dass sich das Bewusstsein für Fragen der Geschlechtergerechtigkeit in der Gesellschaft geschärft habe. „Wir gucken heute deutlich differenzierter als noch vor 20 Jahren, da haben wir schon viel erreicht.“