Hauke Jagau auf Abschiedstournee

Regionspräsident Hauke Jagau (links) hat sich auf Einladung von Bürgermeister Helge Zychlinski am Dienstag ins Goldene Buch der Gemeinde Wedemark eingetragen. Foto: A. Wiese

Regionspräsident trug sich ins Goldene Buch der Gemeinde ein

Wedemark (awi). Mit einem Eintrag in ihr Goldenes Buch – der 23. leserliche – hat die Gemeinde Wedemark am Dienstag den demnächst scheidenden Regionspräsidenten Hauke Jagau geehrt. Jagau wurde bei seinem Abschiedsbesuch im Bürgerhaus von Bürgermeister Helge Zychlinski empfangen. Die beiden Hauptverwaltungsbeamten und Parteifreunde blickten im Gespräch auf gemeinsam umgesetzte Vorhaben wie den Moorerlebnispfad, die Etablierung des Moorinformationszentrums in Resse oder den geologischen Erlebnispfad am Brelinger Berg zurück. Im Mittelpunkt des Austausches stand aber eine erste Bilanz des Mobilitätsprojektes Sprinti. Die Gemeinde Wedemark ist – neben den Städten Sehnde und Springe – seit dem 1. Juni diesen Jahres Pilotkommune für den On-Demand-Verkehr in der Region Hannover.Jagau präsentierte aktuelle Zahlen, die ihn, wie er zugab, in ihrer Deutlichkeit selber überraschten. „Im Juli konnten wir mit rund 2.300 zusätzlichen Fahrgästen schon eine Steigerung von über 60 Prozent gegenüber dem Premierenmonat Juni verzeichnen.“ Waren es im Sprinti-Premieren-Monat Juni noch 3.800 Menschen, die einen der Klein-Busse via Smartphone oder auch per Telefon geordert hatten, nutzten im vergangenen Monat Juli 6.100 Wedemärker den neuen Service des Verkehrsverbundes GVH, der von der Firma Via betrieben wird.
„Das Projekt sprinti ist auf zunächst dreieinhalb Jahre Probezeit ausgelegt, ehe entschieden werden soll, ob es beibehalten oder ausgeweitet wird. Dennoch lässt sich schon nach den ersten beiden Monaten sagen, dass Sprinti bei den Bürgern angekommen ist. Offensichtlich besteht gerade im ländlichen Raum Bedarf für ein flexibles und bedarfsorientiertes Mobilitätsangebot. Sprinti ergänzt den etab-lierten Linienverkehr und erleichtert den Verzicht auf die Fahrt im eigenen Pkw. Er ist ein wichtiges Instrument, um die Verkehrswende zu schaffen“, betonte Jagau.
„Sprinti ist eine hervorragende Ergänzung für das ÖPNV-Angebot in der Wedemark“, bekräftigte auch Bürgermeister Helge Zychlinski. Damit eröffne sich für alle Gemeindeteile eine riesige Chance. Auch für solche, die bisher eher schlecht an den Linienverkehr angebunden seien.
Sprinti biete einen großen Vorteil zu normalen Linienbussen: Der Transporter kann auf Abruf gebucht werden. Voraussetzung ist neben einer gültigen GVH-Fahrkarte einzig eine auf das Smartphone zu installierende App, danach stoppt nach nur kurzer Zeit – maximal 20 Minuten – einer der 20 in der Region Hannover rollenden Mercedes- Transporter an der gewünschten virtuellen Haltestelle. Mehr als 6.500 stehen zur Auswahl. „Das bedeutet, dass die Fahrgäste, egal wo sie sich in der Gemeinde Wedemark befinden, immer kurze Wege und Wartezeiten haben“, so Jagau: „Klare Pluspunkte für die Nutzung des ÖPNV!“
In der Gemeinde Wedemark und im Ortsteil Fuhrberg der Stadt Burgwedel fährt der Sprinti von montags bis donnerstags zwischen 6 und 1 Uhr, freitags zwischen 6 und 4 Uhr, samstags zwischen 8 und 4 Uhr und sonntags von 8 bis 1 Uhr. Zusätzlich sorgt der Sprinti in der Wedemark in den Wochenendnächten von Freitag auf Sonnabend und Sonnabend auf Sonntag für Anschluss an die letzten aus Richtung Hannover kommenden S-Bahnen des Nachtverkehrs.
Jagau, der auf eine erneute Kandidatur für die Regionspräsidentschaft bei der Kommunalwahl 2021 verzichtet hatte, scheidet zum 31. Oktober aus seinem Amt aus. Er ist seit dem 1. November 2006 Regionspräsident. Es seien prägende Jahre gewesen, bescheinigte ihm Helge Zychlinski, der die ersten acht Jahre als ehrenamtlicher Politiker in Rat und Regionsversammlung, die letzten sieben Jahre als Bürgermeister erlebte.
Die finanzielle Situation der Region sei bei Jagaus Antritt nicht die beste gewesen. Doch sei es ihm gelungen trotz Zwang zur Haushaltskonsolidierung eine Zukunftsperspektive für die Region aufzubauen. So sei das Krankenhauswesen der Region entscheidend mit demWirken Jagaus verknüpft und das Regionsklinikum heute richtig gut aufgestellt. Die erste große Flüchtlingswelle habe der Regionspräsident vom Regionshaus aus genauso hervorragend gemanaged wie seit letztem Jahr die Corona-Krise.