Langenhagener und Wedemärker dabei

Die Sandsackkette funktionierte reibungslos. Foto: Feuerwehr

Regionsfeuerwehrbereitschaft V bei Übung in Dannenberg

Langenhagen/Wedemark.Bei einer Übung der Regionsfeuerwehrbereitschaft V am Wochenende in Dannenberg reisten die Einsatzkräfte, auch aus Langenhagen und der Wedemark, bereits am Freitag an und nächtigten in einer Sporthalle. Das Übungsszenario stellte sich wie folgt dar: In Folge von langanhaltenden Regenfällen reduzierte sich der Zulauf der Jeetzel in die Elbe deutlich. In Erwartung weiterer Wassermassen wird angenommen, dass die Deichkrone nicht ausreicht, um die Jeetzel in ihrem Verlauf zu halten. Durch die Bauweise „älteren“ Standards besteht zusätzlich die Gefahr, dass Teile des Deiches wegruschten. Die Bauweise des sogenannten Altbinnendeiches begünstigt bei einem hohen Wasserstand eine hohe Sickerlinie. Der Landrat des Landkreises Lüchow-Dannenberg rief am 29.08.2019 den Katastrophenalarm für das Kreisgebiet aus. Über die Polizeidirektion Lüneburg wurde für den Einsatzabschnitt Dannenberg die Regionsfeuerwehrbereitschaft 5 (Burgwedel, Isernhagen, Langenhagen, Wedemark) zugeteilt.
Seit dem frühen Samstagmorgen waren 123 Einsatzkräfte mit 28 Fahrzeugen im Hochwassergebiet. Bei sommerlichen Temperaturen von über 30 Grad galt es den Deich auf einer Länge von 550 m um 50 Zentimeter aufzukadern. Zwei der vier Züge der Regionsfeuerwehrbereitschaft wurde eingesetzt um 16.000 Sandsäcke zu befüllen. Ein weiterer Zug leuchtete den Deich aus. Der vierte Zug stellte die Verpflegung der eigenen Einsatzkräfte sicher. Ferner kontrollierten zwei Deichläufer regelmäßig den Deich. Mit Stäbchen wurde Sickerstellen markiert. Die sechs Funktionen des Einsatzstabes wurden durch Holger Bauer aus Bissendorf, Fachberater für Hochwasser und Deichverteidigung, ergänzt. In seiner Funktion konnte er Empfehlungen in Bezug auf benötigte Mengen an Sand und Säcken geben und beispielsweise den richtigen Verbau der Sandsäcke überwachen.
Die fünf Regionsfeuerwehrbereitschaften werden regelmäßig zur Unterstützung von anderen Landkreisen angefordert. Einmal im Jahr wird deshalb die Bewältigung größere Einsatzlagen innerhalb der Bereitschaftsstruktur geübt. Die Komplexität der Einsatzlagen setzen eine funktionierende Kommunikation voraus. Die Kommunikation vom Stab in die Züge läuft über den Einsatzleitwagen 2, der ein- und ausgehende Meldungen verarbeitet und an die zuständigen Stellen weiterleitet. Während der Übung wurden 1.000 Sandsäcke mit einem Volumen von etwa 15 Kubikmeter Sand befüllt. Im Anschluss wurde der korrekte Verbau der Sandsäcke geübt.
Die Lage wurde unter anderem durch Stefan Schmidt, Bereitschaftsführer der Kreisfeuerwehrbereitschaft 2 - Umwelt des Landkreises Lüchow-Dannenberg, und Thomas Schmidt (Ortsbrandmeister Feuerwehr Dannenberg) erstellt. Zusammen mit sieben Einsatzkräften der Ortsfeuerwehr Dannenberg wurde die Übung begleitet. Alle Dannenberger Einsatzkräfte verfügen über langjährige Einsatzerfahrung in der Deichverteidigung. Das Wissen über die richtige Befüllung, Transport und den schlussendlichen Verbau auf dem Deich konnte so vermittelt werden. Zuletzt wurde im Landkreis Lüchow-Dannenberg im Jahr 2013 einen hochwasserbedingten Katastrophenalarm ausgelöst.
Im Realfall können bei dem oben genannten Kräfteansatz im Optimalfall 200 Meter Aufkaderung erreicht werden. Der Optimalfall ist jedoch abhängig von vielfältigen Einflüssen. Ein Einfluss kann beispielsweise die Wetterlage sein. Während der Übung zeigte sich, dass bei der körperlichen und schweißtreibenden Arbeit der regelmäßige Austausch von Einsatzkräften erforderlich ist. Des Weiteren können Verfügbarkeiten von Materialien die Einsatzlage verändern. Der Einsatzstab in seiner koordinierenden Funktion reagiert entsprechend auf alle Einflüsse und organisiert Abhilfe.