Leistungsstärkere Anlagen, neue Standorte: Region Hannover setzt auf den Ausbau der Windenergie

Region. Mehr Windenergie in der Region Hannover: durch leistungsstärkere Anlagen, eine bessere Ausnutzung der planerisch schon festgelegten „Vorrangstandorte“ und erweiterte Standorte. „Bei der Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) 2015 streben wir eine deutliche Erhöhung der Windstrommenge an“, sagt Ulrich Kinder, Leiter des Fachbereichs Planung und Raumordnung der Region Hannover, an. Auch eine vorzeitige Aufnahme von Standortbereichen in den Städten Neustadt a. Rbge. (Nähe Nöpke), Pattensen (Jeinsen), Springe (Eldagsen), Sehnde („Testfeld Windenergie“) und Uetze (Nord-Ost) in das laufende RROP 2005 sei nach weiterer fachlicher Prüfung der Raum- und Umweltverträglichkeit grundsätzlich möglich, kündigte Kinder bei einem Treffen der kommunalen Baudezernenten und -amtsleiter in Uetze an.
In der Region Hannover leisten die erneuerbaren Energien einen bedeutenden Beitrag zur Stromerzeugung und zum Klimaschutz. Zurzeit sind zwischen Deister und Fuhrberger Feld 245 Windenergieanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 298 Megawatt (MW) in Betrieb, die rechnerisch über 100.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen können. Die im RROP verankerte Zielmarke von 400 Megawatt bis zum Jahr 2020 soll durch den Austausch von bestehenden Anlagen gegen moderne Nachfolgemodelle und der bestmöglichen Ausnutzung der im laufenden Raumordnungsprogramm 2005 festgelegten 31 Vorrangstandorte erreicht werden. Studien zeigen für die Region Hannover hier zusätzliche Potenziale von deutlich über 100 Megawatt auf.
Der Schwerpunkt beim nachhaltigen Ausbau der Windenergie wird deshalb in den nächsten Jahren auf dem sogenannten Repowering liegen. „Hierzu werden wir alle schon ausgewiesenen Standorte in der Region Hannover bewerten und unter Einbeziehung der Städte und Gemeinden und der Öffentlichkeit auch ausloten, ob und in welchem Umfang wir neue Flächen ausweisen. Die bisherigen Kriterien kommen auf den Prüfstand“, so Kinder.
Bei der Neuaufstellung des RROP 2015 wird die regionale Umsetzung und Gestaltung der „Energiewende“ – einschließlich des nachhaltigen Ausbaus der Windenergie - ein zentrales Thema“, unterstreicht Prof. Dr. Axel Priebs, Dezernent für Umwelt und Planung der Region Hannover, „neben dem Einsatz von Instrumenten der planerischen Steuerung kommt es auch ganz besonders auf die moderierende Rolle der Regionalplanung an: Nutzungs- und Interessenkonflikte müssen bewältigt und die weitgehende Akzeptanz für die Erneuerbaren Energien muss durch Information und Beteiligung gesichert und ausgebaut werden.
Ein großes Potenzial zur Steigerung der Windstrommengen bleibe vor allem durch Festsetzungen zur Anlagenhöhe in kommunalen Bauleitplänen ungenutzt. Für ein sinnvolles und wirtschaftliches Repowering sei ein Verzicht beziehungsweise die Aufhebung von Bauhöhenbeschränkungen für die Anlagen erforderlich. Dies liege in der Hand der regionsangehörigen Städte und Gemeinden. Für Prof. Priebs ist klar: „Die Windenergienutzung in der Region Hannover hat im Wortsinn noch Luft nach oben.“