LESERBRIEF

„Entscheidung ist richtig"

Zum Artikel “Verwüstung der Ackerflächen ?“ im ECHO vom 3. März erreichte die Redaktion folgender Leserbrief:
„Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig ist richtig, Felder, auf denen nicht zugelassenes gentechnisch verunreinigtes Saatgut aufwächst, müssen umgebrochen werden, auch wenn die Verunreinigung erst nach Aussaat bekannt wird. Es handelt sich dann aber nicht um eine „Verwüstung der Ackerflächen“ wie im Artikel…. betitelt, sondern um den Schutz der gentechnikfreien Land- und Lebensmittelwirtschaft an deren Anfang gentechnikfreies Saatgut steht. Das Urteil ist ein Erfolg für alle Bäuerinnen und Bauern genauso wie alle BürgerInnen, die der Gentechnik in der Landwirtschaft kritisch gegenüber stehen und sich deshalb für die Null-Toleranz gentechnischer Verunreinigungen im Saatgut einsetzen. Wenn Felder mit Saatgut bestellt werden, das mit nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Samen verunreinigt ist, haben die staatlichen Behörden das Recht und die Verpflichtung, den Umbruch der betroffenen Felder anzuordnen. Für eine zukünftige gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft muss eine zufällige Ausbringung von nicht zugelassenen Samen immer eine möglichst 100-prozentige Rückholung desselben zur Folge haben, denn sonst kommt es zu einer schleichenden Kontamination der gesamten Lebensmittelkette. Auch wenn es sich um unwissentliches Ausbringen der gentechnisch verunreinigten Saat handelt, ist dies eine Bedrohung für gentechnikfrei wirtschaftende Betriebe, Saatgutzüchter und – vermehrer, Imker und die gesamte Lebensmittelkette bis hin zum Verbraucher. Klar ist, dass die betroffenen Bauern, die umbrechen müssen, nicht im Regen stehen gelassen werden dürfen, sondern sie müssen umgehen entschädigt werden. Alle Kosten für die Beseitigung von Kontaminationsrisiken müssen die Verursacher von Gentechnik-Verunreinigungen zahlen. Dies ist auch verhältnismäßig, da ein Umbruch der Flächen wesentlich weniger kostet, als Verunreinigungen aus der Lebensmittelkette zu eliminieren, also betroffene Produkte wieder aus dem Verkehr zu ziehen. Die großen Verunreinigungsskandale aus Amerika haben eindrucksvoll gezeigt wie teuer, aufwendig und langwierig solche Rückrufaktionen sind. Deshalb ist es wichtig am Anfang der Lebensmittelerzeugung die Gentechnikfreiheit im Saatgut sicher zu stellen.“
Dr. Margarete Brötz, Elze