Marks: Kein guter Start für den Bundesfreiwilligendienst

Region. Kein guter Start für den Bundesfreiwilligendienst: 35.000 Freiwillige wollte die Bundesregierung für den neu konzipierten Dienst gewinnen – nun sind es erheblich weniger, die Angaben schwanken zwischen 200 und 1000. Caren Marks, SPD-Bundestagsabgeordnete und jugendpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, kritisiert: „Die Bundesregierung hat es versäumt, ein Gesamtkonzept für den Systemwechsel vorzulegen“. Die Leidtragenden seien nun die sozialen oder kulturellen Einrichtungen, die zuvor Zivildienstleistende beschäftigt haben.
„Wir brauchen Anreize und gute Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement und vor allem eine vernünftige Strategie für mehr Fachkräfte in den sozialen Berufen“, fordert Marks. Stattdessen etabliere die Koalition Doppelstrukturen, indem sie den Zivildienst zu einem staatlich organisierten Bundesfreiwilligendienst umwandelt, statt die bekannten und beliebten Jugendfreiwilligendienste wie FSJ und FÖJ konsequent weiterzuentwickeln. Hinzu komme, dass die gesetzliche Grundlage für den Bundesfreiwilligendienst mit der heißen Nadel gestrickt sei. „Noch heute sind wesentliche Fragen nicht geregelt“, stellt Marks fest. So sei zum Beispiel der Kindergeldbezug im Bundesfreiwilligendienst noch nicht rechtlich verankert und sorge für Unsicherheit bei Jugendlichen und ihren Eltern. Die Einrichtungen befänden sich in der misslichen Lage, den Interessierten auch zu weiteren Details keine Auskunft geben zu können. „Das ist handwerklich schlecht gemacht und führt zu zusätzlichen Belastungen des Personals in sozialen Einrichtungen“.