Mauersegler / Stunde der Gartenvögel Weiter warten auf die Sommerboten zur 'Stunde der Gartenvögel' Mauersegler in diesem Jahr mit Verspätung / Jetzt noch Nisthilfen anbringen!

Region. Auf die Mauersegler ist eigentlich Verlass. Ganz gleich, ob der mitteleuropäische Winter kurz und mild oder lang und schneereich war: Jedes Jahr pünktlich ab den ersten Maitagen sind wieder überall in den Städten und Dörfern die schrille Schreie der schnittigen Flieger zu hören. Der Sommer kann kommen. In diesem Jahr jedoch haben die 'Akrobaten der Lüfte' offensichtlich Verspätung. Im Süden und Westen wurden von Vogelkundlern zwar erste Vorboten gesichtet, aber viele niedersächsische Regionen sind bisher noch mauerseglerfrei. Aus Oldenburg oder auch der Landeshauptstadt Hannover wurden bislang nur vereinzelt Mauersegler gemeldet. Anscheinend hat das schlechte Wetter in Nordafrika und Südeuropa die Vögel einige Zeit aufgehalten. Nicht überall war der April so warm und sonnig wie bei uns in Deutschland.
Die allererste Beobachtung eines einzelnen Mauerseglers gab es laut www.naturgucker.de bereits am 14. April an der Geschiebesperre Hollenstedt bei Northeim (Süd-Niedersachsen). Danach dauerte es zehn Tage, bis mit 25 Vögeln an den Offsteiner Klärteichen (Rheinland-Pfalz) der erste nennenswerte Trupp auffiel. Erst seit Anfang Mai mehren sich die Trupps, wobei die größte Ansammlung mit mehr als 200 Mauerseglern am 4. Mai wiederum von der Geschiebesperre Hollenstedt gemeldet wurde.
Die Vorhut ist also da, das Gros der Mauersegler ist aber noch unterwegs. Dementsprechend besteht auch noch letzte Gelegenheit, den Gebäudebrütern Nistmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Im Handel gibt es verschiedene Nistkästen zu kaufen. Und wer einen Hausneubau oder eine Sanierung plant, kann Nistmöglichkeiten für Mauersegler, aber auch für Fledermäuse oder andere Tiere sogar ins Mauerwerk integrieren. Weitere Informationen bieten die Hinweise für Hausbesitzer mit einer Bauplaninfo sowie Teilnahmefaltblätter zur 'Stunde der Gartenvögel' gegen Einsendung von drei Briefmarken zu 55 Cent an den NABU, Stichwort 'Mauersegler', Alleestr. 36, 30167 Hannover.
Mauersegler sind Weitstreckenzieher, die südlich der Sahara überwintern und im Frühling zum Brüten nach Norden ziehen. Als ursprünglicher Felsbrüter ist der Mauersegler auch an ein 'Stadtleben' von Natur aus angepasst. Bevorzugt bauen die 'Kulturfolger' ihre lockeren Nester, die aus mit Speichel verklebten Grashalmen, Federn und Blättern bestehen, unter Dachziegel und in Mauerspalten. Allerdings leidet der Mauersegler zunehmend unter Wohnungsnot: Alte Häuser werden saniert und neue hermetisch abgeriegelt, so dass es zunehmend an Nistmöglichkeiten mangelt. Der Wegzug ins Winterquartier beginnt dann bereits ab Mitte Juli, hauptsächlich aber Anfang August. Hauptzugzeit ist bis Ende August. Vereinzelte ziehende Mauersegler aus dem Norden werden noch bis Mitte September, in Ausnahmefällen auch später beobachtet.
Bei der letztjährigen 'Stunde der Gartenvögel' des NABU belegte der Mauersegler mit bundesweit mehr als 30.000 gemeldeten Exemplaren immerhin den neunten Platz, niedersachsenweit mit kanpp 3.700 Beobachtungen Platz 12. In diesem Jahr findet die Mitmachaktion 'Die Stunde der Gartenvögel' für Vogelfreunde vom 13. bis 15. Mai 2011 statt. Die Mauseregler müssen sich also sputen, um erneut in größerer Zahl mit in die Wertung zu kommen. Ausführliche Informationen zur "Stunde der Gartenvögel" gibt es unter www.stunde-der-gartenvoegel.de und auf www.NABU-niedersachsen.de . Dort finden sich neben den Ergebnissen der Vorjahre auch Porträts der häufigsten Arten samt Gesangsaufnahmen, ein Online-Vogelführer und Tipps zum Vogelschutz im Garten.