Nach vier Stunden stand der Vorstand

Der neue Vorstand der Teilnehmergemeinschaft für das Flurbereinigungsverfahren im Rahmen des Life + Projektes Hannoversche Moorgeest: Vorsitzender Heinrich Nädler (M.) und sein Stellvertreter Heinrich Lindemann (4. v. r.) und die Mitglieder (v. l.) Herbert Schrader-Pries, Henning Gödecke, Georg Kohne, Friedhelm Homann, Karl-Heinz Bremus, Jörg Hagemann und Cord-Heinrich Vortmüller. Foto: A. Wiese

Keinen Kompromiss gefunden: Landwirte und Naturschützer traten an

Elze (awi). Seit Jahren beschäftigt das Projekt Hannoversche Moorgeest Behördenvertreter, Naturschützern und Flächeneigentümer. Jetzt steht das konkrete Flurbereinigungsverfahren an. Ziel ist es, dass das Land Eigentümer möglichst großer zusammenhängender Flächen in dem knapp 2300 Hektar großen Gebiet wird, das vernässt werden soll. Die Teilnehmergemeinschaft für das Flurbereinigungsverfahren im Rahmen des Life + Projektes traf sich am Mittwochnachmittag, um den neunköpfigen Vorstand zu wählen, der die Geschäfte der Teilnehmergemeinschaft während des Verfahrens führen und als Mittler und Ansprechpartner zwischen Behörde und Grundeigentümern fungieren soll. Der Vorstand wird zu wichtigen gemeinschaftlichen Angelegenheiten zum Flurbereinigungsverfahren und -ablauf gehört, arbeitet aktiv und ehrenamtlich an dem Verfahren mit und konzentriert sich im Wesentlichen auf den Verfahrensabschnitt zur Wertermittlung. 221 Wahlberechtigte registrierten die Mitarbeiter des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN), Regionaldirektion Hannover, am Mittwochnachmittag im Gasthaus Goltermann in Elze – ein aufwändiges Verfahren, das über zwei Stunden in Anspruch nahm. Es war jedoch unvermeidbar, da zwar das passive Wahlrecht für jede natürliche Person gilt, das aktive jedoch ausschließlich für Teilnehmer des Flurbereinigungsverfahrens oder deren Bevollmächtigte. Teilnehmer sind die Eigentümer der zum Flurbereinigungsgebiet gehörenden Grundstücke sowie die den Eigentümern gleichstehenden Erbbauberechtigten. Aus diesem Kreis heraus unterbreitete Joachim Hasberg, stellvertretender Geschäftsführer des Landvolkkreisverbandes Hannover der Versammlung einen Vorschlag mit neun Namen als Kandidaten für den neunköpfigen Vorstand: Heinrich Nädler aus Osterwald als Vertreter der Wasser- und Bodenverbände, Jörg Hagemann als Vertreter der Privatwaldbesitzer, Karl- Heinz Bremus als Vertreter der Landesforsten Niedersachsen sowie die Landwirte Heinrich Lindemann aus Heitlingen, Herbert Schrader-Pries aus Mellendorf, Friedhelm Homann aus Scharrel, Cord-Heinrich Vortmüller aus Schadehop, Henning Gödecke aus Otternhagen und Georg Kohne aus Negenborn. Anschließend präsentierte Ludwig Uphues im Namen der Naturschützer, unter denen ebenfalls Flächeneigentümer seien, wie er betonte, deren Personalvorschlag für den neunköpfigen Vorstand: Die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf aus der Wedemark, den NABU-Vorsitzenden Christian Dulce, Folke Hein von der Landesjägerschaft, Karl-Heinz Müller von Bürger für Resse, Joachim Schorlies vom Bürgerverein Kaltenweide, die Umweltbeauftragte der Gemeinde Wedemark, Ursula Schwertmann, Karl Uphaus vom NABU Neustadt, Ludwig Uphues vom NABU Region Hannover und Reinhard Löhmer vom BUND. Da aus der Versammlung heraus eine geheime Wahl beantragt wurde, zog sich das Wahlverfahren hin: Die 221 Wahlberechtigten mussten sich ihre Wahlkarte abstempeln lassen, um wählen zu dürfen und dann handschriftlich bis zu neun Namen auf dem Wahlzettel notieren. Anschließend zählten die Mitarbeiter des LGLN gemeinsam mit Vertretern aus der Versammlung aus.
Das Ergebnis: Gewählt wurden mit deutlichem Stimmenvorsprung die neun Kandidaten von der Vorschlagsliste des Landvolk-Kreisverbandes. Uphues erklärte daraufhin, für die Stellvertreter, die jeweils einem Vorstandsmitglied namentlich zugeordnet werden, keinen Vorschlag mehr abgeben zu wollen. Joachim Hasberg präsentierte als Stellvertreter-Kandidaten Thomas Deppe aus Resse für Karl-Heinz Bremus, Wilko Müller aus Otternhagen für Henning Gödecke, Friedrich-Wilhelm Panock aus Schlage-Ickhorst für Jörg Hagemann, Heinrich Heidorn aus Scharrel für Friedhelm Homann, Wilhelm Schwentker aus Resse für Georg Kohne, Doris a Wengen aus Scherenbostel für Heinrich Lindemann, Heinrich Biester aus Osterwald für Heinrich Nädler, Hans-Jürgen Jagau aus Kaltenweide für Herbert Schrader-Pries und Harald Knibbe aus Bissendorf für Cord-Heinrich Vortmüller. Heinrich Nädler wurde von den Vorstandsmitgliedern zum Vorsitzenden und Heinrich Lindemann zu seinem Stellvertreter gewählt. Nädler erklärte im Gespräch mit dem ECHO, dass er sich durchaus vorstellen könnte,
Vertreter der Naturschützer als Gäste zu Vorstandssitzungen einzuladen. Nach Informationen des ECHO war ein Kompromiss mit sechs Mitgliedern des Landvolk-Vorschlages und drei Mitgliedern des Naturschützer-Vorschlages im Vorfeld gescheitert, weil die Landvolk-Vertreter eine Personalie der Naturschützer nicht akzeptieren wollten und diese ihrerseits nicht bereit waren, eine andere Person zu benennen. Nädler zeigte sich dennoch überzeugt, dass es ein gutes Miteinander geben werde.