Neuzugang bei den Kalifornischen Seelöwen

Tierpflegerin Melanie Ehlermann trainiert Seelöwenkind Holly mit einem „Target“. Foto: Zoo Hannover

Nachwuchstalent aus der Schweiz

Region. Mit großen Augen und gespitzten Ohren wartet Holly auf den Pfiff, denn das
bedeutet: „Jetzt gibt’s Fisch“. Das hat die junge Seelöwendame als erstes in der
Kanadalandschaft Yukon Bay im Erlebnis-Zoo Hannover gelernt und damit bereits
ihre Grundausbildung abgeschlossen. Die drei wichtigsten Lektionen beim
Robbentraining: Fisch mögen, einem Ball am Ende eines Stabs (auch Target
genannt) folgen und die Verknüpfung „Pfiff = Fisch“ verstehen.
Ende März kam Holly aus dem Zoo in Basel nach Hannover und war mit noch nicht
einmal einem Jahr (* 16. Juni 2010) bereits gut auf ihre Ausbildung vorbereitet: In
Basel hat sie gelernt Fisch zu fressen. Nicht selbstverständlich für Seelöwenkinder,
denen die Umstellung von Milch auf Fisch oft schwer fällt. Holly allerdings nicht. Sie
liebt Fisch und hat deshalb auch schnell herausgefunden, dass auf einen Pfiff immer eine leckere Belohnung folgt.
In Yukon Bay hat sie sich sofort an ihre neuen Mitbewohner gewöhnt. Sie versteht
sich gut mit ihren Artgenossen, auch wenn die Kegelrobben gerne versuchen, „die
Neue“ zu ärgern. Zum Ausgleich ärgert Holly dafür hin und wieder die Seebären,
denn die kann man ganz besonders toll im Wasser jagen.
Die kleine Schweizerin ist ein wahres Energiebündel: Wilde Verfolgungsjagden
durch das Hafenbecken stoppt sie nur für das Training mit den Tierpflegern. Die
ersten Kommandos klappen schon ganz gut, sie läuft auf Fingerzeig ins Wasser
oder in den Stall. Was aber für die Tierpfleger noch viel wichtiger ist: Sie folgt dem
Target und lässt sich sehr gut damit lenken. Das Target ist das wichtigste Instrument beim Robbentraining. Es dient als Orientierungspunkt, sozusagen als verlängerter Zeigefinger, und darauf baut die gesamte Ausbildung auf.
Für die Pfleger in Yukon Bay ist die Arbeit mit der selbstbewussten und
kontaktfreudigen Holly ganz besonders spannend. „Sie liebt es, neue Sachen
auszuprobieren“, so Stefan Germann. Er ist schon ganz gespannt, wie Holly sich
entwickelt: „Wir werden mit unserem Trainingsprogramm auf ihre Persönlichkeit und auf ihre Talente eingehen und hoffen, dass sie sich möglichst viel von den großen Seelöwinnen abguckt“.
Zweimal täglich läuft die Show, in der die Tierpfleger das Leben in Yukon Bay
vorstellen. Seebären, Kegelrobben und die Kalifornischen Seelöwen Lizzy, Petzi,
Pamela und Summer zeigen, was Robben alles können. Bald soll auch Holly Teil der
Show werden. Bis es jedoch soweit ist, wird es noch viele Pfiffe und Fische geben.