Plus-Energie-Haus war ein Besuchermagnet

Abbau des Plus-Energie-Hauses für den Transport nach Dortmund
 
Abbau des Plus-Energie-Hauses für den Transport nach Dortmund

Themenvielfalt überzeugt

Region. Mehr als 10.000 Besucher, fast 200 Führungen und gut 100 Veranstaltungen: Mit dem Abtransport der Bauteile des Plus-Energie-Hauses auf dem hannoverschen Georgsplatz ging eine Erfolgsgeschichte heute zu Ende. „Es ist uns mit Unterstützung unserer Partner gelungen, das Vorzeigehaus zum Stadtgespräch zu machen und viele Menschen für energiesparendes Bauen zu begeistern“, zieht Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover, am Ende des viermonatigen Gastspiels des Zukunftshauses zufrieden Bilanz. Die Klimaschutzagentur hat die Präsentation des Ausstellungsgebäudes in der Landeshauptstadt im Auftrag des Bundesbauministeriums betreut. Ein besonders großes Echo lösten die von der Klimaschutzagentur, dem enercity-Fonds proKlima und anderen Partnern organisierten Themenwochen aus, bei denen unter anderem erneuerbare Energien, Passivhäuser sowie alltagstaugliche Ideen für eigene Klimaschutzaktivitäten im Mittelpunkt standen. Zu den gut 30 Veranstaltungen während der Themenwochen kamen insgesamt 500 interessierte Teilnehmer. Darüber hinaus nutzten viele Unternehmen und Institutionen das Plus-Energie-Haus für Veranstaltungen. Mehr als 4.000 Besuche auf die Aktions-Homepage www.peh-hannover.de und ein reges Medienecho in der Region und den angrenzenden Landkreisen unterstreichen die gute Resonanz. Die Landeshauptstadt Hannover hatte das mobile Ausstellungsgebäude des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) in die Leinestadt geholt. „Die fünfmonatige Präsentation in Hannover setzt ein starkes Signal zum Abschluss der Deutschlandtour des Plus-Energie-Hauses“, freut sich Wirtschafts- und Umweltdezernent Hans Mönninghoff. Die permanente Berichterstattung in den Medien und das attraktive Veranstaltungsprogramm sieht er als Basis für den Erfolg. „Durch unsere langjährige Beratungs- und Förderpolitik verzeichnen wir in Hannover ohnehin eine starke Nachfrage zum energieeffizienten Bauen. Das Plus-Energie-Haus hat hier nochmals für einen Schub gesorgt.“ Zahlreiche Förderer, darunter das Niedersächsische Ministerium für Umwelt und Klimaschutz sowie E.ON Avacon, machten die Ausstellung des innovativen Gebäudes in Hannover erst möglich. „Das Plus-Energie-Haus zeigt beispielhaft, wie sich Energieeffizienz und erneuerbare Energien sinnvoll miteinander verbinden lassen. Es steht für Lösungen mit Signalwirkung, an denen offensichtlich großes Interesse besteht“, so Umweltminister Hans-Heinrich Sander. Michael Söhlke, Vorstandsvorsitzender der E.ON Avacon AG, sieht in Plus-Energie-Häusern auch eine sinnvolle Verbindung zur Elektromobilität: „Als regionaler Netzbetreiber binden wir seit Jahren dezentrale Energieerzeuger in unsere Netzinfrastruktur mit ein. Mit dem Plus-Energie-Haus wird Energie bereitgestellt, die zusätzlich auch die klimaneutrale Aufladung von Batterien für Elektrofahrzeuge ermöglicht. Das Ausstellungsgebäude in Hannover zeigt, dass diese Zukunftsperspektive schon heute realisierbar ist.“ Neben vielen bundesweiten Sponsoren, dem Niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz und der E.ON Avacon AG unterstützten auch die Hannover Region Grundstücksgesellschaft GmbH & Co. KG (HRG), proKlima – Der enercity-Fonds sowie die Sparkasse Hannover die Aktion. Nach dem Abbau in Hannover wird das Plus-Energie-Haus zukünftig als Qualifizierungs- und Ausbildungsstätte der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21) im Rahmen des „Handlungsprogramms Klimaschutz 2020 Dortmund“ genutzt. Mit dem Plus-Energie-Haus hat die Bundesregierung in den vergangenen zwei Jahren in sechs deutschen Städten über zukunftsweisende Möglichkeiten des energiesparenden Bauens informiert. Studenten der Technischen Universität Darmstadt entwickelten unter der Leitung von Professor Manfred Hegger und mit Forschungsmitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) die innovative und zukunftsfähige Bauweise. Das als transportabler und vollfunktionstüchtiger Leichtbau konzipierte Haus gewann 2007 den international renommierten Solar-Decathlon-Wettbewerb in Washington. Das BMVBS übernahm seinerzeit die Schirmherrschaft über den deutschen Beitrag und unterstützte das Projekt im Rahmen der Forschungsinitiative „Zukunft Bau“. Das Plus-Energie-Haus des BMVBS ist ein vergrößerter Nachbau des Siegerhauses. Durch die Verwendung neuester Technologien produziert das Gebäude mehr Energie, als es verbraucht. Alle Außenwände, das Dach sowie die Fenster sind hochwärmedämmend. Wärmespeicher in Form von Phasenwechselmaterialien (Phase Change Materials/PCM) sorgen für ein ausgeglichenes Raumklima im Haus. Sie nehmen die solar und intern gewonnene Wärme auf und geben sie zeitversetzt wieder ab. Moderne Haustechnik minimiert den Energiebedarf. Die Stromversorgung erfolgt über Photovoltaik-Module auf dem Dach. Der so erzeugte und nicht vom Gebäude genutzte Strom wird ins Netz eingespeist. Zur Warmwassererzeugung sind zusätzlich Flachkollektoren in das Dach integriert.