RSB von Absage überrascht

Antwort des Regionssportbundes zum Sportentwicklungsplan

Region/Wedemark. Zum Artikel „Pilotprojekt mit dem Sportbund geplatzt“ aus dem ECHO vom Sonnabend erreichte die Redaktion die Stellungnahme des Regionssportbundes:
Vorausgegangen ist dem Ganzen die Diskussion um den Bau einer neuen Sporthalle in der Wedemark. Um diese Notwendigkeit zu Untermauern kam die Arbeitsgruppe des Sportrings Wedemark, bestehend aus ansässigen Vereinsvertretern, zu dem Ergebnis, dass hier ein Sportentwicklungsplan fehlt.
Parallel beschloss der Landessportbund eine neue Richtlinie zur Förderung des Sportstättenbaus mit Wirkung zum 1. Januar 2011. Diese beinhaltet, dass Sportentwicklungsmaßnahmen (Neu- und Erweiterungsbauten) nur gefördert werden, wenn ein Zukunfts-Check erfolgt ist und „bei Vorhandensein eines abgestimmten Maßnahmeplans zur Sport(raum)entwicklung die Maßnahme daraus abgeleitet werden kann. Bei Fehlen beziehungsweise Abweichung von abgestimmten Maßnahmen zur Sport(raum)entwicklung die Maßnahme nachvollziehbar begründet werden kann und eine positive Stellungsnahme mindestens des beteiligten Sportbundes vorliegt“. Hierzu sieht sich der Vorstand des Regionssportbundes (RSB) aufgrund seiner Größe (20 Kommunen) nicht in der Lage. Wir können eine Entwicklung – nicht wie die Sportwissenschaft – voraussehen. Auch können wir den demografischen Wandel in einer Kommune nicht beurteilen.
Hier wurde die Idee geboren, den zum Regionssportbund gehörenden Kommunen bei der Erstellung von Sportentwicklungsplänen zu unterstützen.
Der RSB und die Leibniz Universität schlossen daraufhin einen Vertrag zur Erstellung eines Grobkonzeptes für die Sportentwicklung in der Region ab, dass auf jede Kommune anwendbar ist. In dem Feinkonzept (Sportentwicklung in der Kommune) können die jeweiligen Bedürfnisse in der Kommune mit der Universität abgestimmt werden. Wobei die Universität bereits ein Grundraster, das auf alle Kommunen anwendbar ist, vorgibt, das die Kommunen ergänzen können. Nur so, konnte erreicht werden, dass die Kosten pro Kommune sich nur auf 20.000 Euro belaufen.
Die Gemeinde Wedemark war sehr interessiert und wollte die Pilotprojekt-Kommune sein. Es wurden Gespräche mit der Gemeinde beim Landessportbund und der Universität im Beisein des RSB geführt. Auch ohne Einschaltung des RSB gab es Gespräche zwischen der Gemeinde und Prof. Dr. Detlef Kuhlmann von der Leibniz Universität Hannover. Die Universität hat in einem gemeinsamen Gespräch mit der Gemeinde den Vereinsfragebogen, den Sportstättenfragebogen und den Bevölkerungsfragebogen vorgelegt. Nach kurzem blättern im Fragebogen für die Bevölkerung wurde dieser vom Tjark Bartels abgelehnt. Dieser Fragebogen sollte noch einmal überarbeitet werden. Hierzu wollte Tjark Bartels Ergänzungen und weitere Anregungen zusammenstellen und auf Anraten des Sportringvorsitzenden Joachim Brandt direkt an Prof. Kuhlmann senden. Passiert ist aber in sechs Wochen nichts!
In dem Gespräch am 10. Oktober zwischen Tjark Bartels, Frau Beckedorf sowie Herrn Prof. Dr. Kuhlmann, seinen zwei Assistenten Daniel Kirchhammer und Steffen Jankowski von der Uni und Frau Niebuhr und Herrn Freitag vom RSB entschuldigte sich der Bürgermeister zweimal dafür, dass er die Absage nicht telefonisch vorgenommen hat. Er wolle dabei Stil bewahren und uns dass Auge in Auge sagen. Als Begründung der Absage benannte er, dass keiner der Hauptverwaltungsbeamten der Region Hannover hinter diesen Sportentwicklungsplänen stünde. Der Regionssportbund war von der nicht nach vollziehbaren Absage überrascht, weil man davon ausging, dass nach diesem Gespräch mit der Befragung begonnen werden kann.
Durch Vermittlung des Ehrenvorsitzenden des RSB Wilfried Baxmann ist über den Bürgermeister der Stadt Springe, Roger Hische, angeregt worden, dass der RSB auf der nächsten Sitzung der Hauptverwaltungsbeamten am 13. Dezember das Konzept zu den Sportentwicklungsplänen vortragen soll.
Wichtig für die Sportförderung sind Sport(raum)entwicklungspläne, die von neutralen Institutionen und nicht von der Kommune erstellt werden, ansonsten hätte der Regionssportbund die Befragung auch selbst durchführen können.