Untersuchungsaktion zum Valentinstag

Beratungsstelle für AIDS und sexuell übertragbare Krankheiten

Region. Syphilis, Hepatitis, Gonorrhoe (Tripper), Chlamydien – sexuell übertragbare Krankheiten, die man mehr der Vergangenheit als der Gegenwart zuordnet. Doch tatsächlich werden bei uns die Erreger dieser Krankheiten häufiger durch Geschlechtsverkehr übertragen als HIV. Nach dem großen Zuspruch in den vergangenen Jahren bietet die Region Hannover anlässlich des Valentinstags auch in diesem Jahr eine besondere Präventionsaktion an: Von Dienstag, 14. Februar, bis Donnerstag, 16. Februar, besteht die Möglichkeit, sich kostenlos und anonym auf sexuell übertragbare Krankheiten beraten und untersuchen zu lassen. „Mit der niedrigschwelligen Aktion wollen wir vor allem sexuell aktive Menschen erreichen, die sich unsicher sind, ob sie sich bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr infiziert haben, sich aber bisher nicht getraut haben, zum Arzt zu gehen“, sagt Marlene Graf, Leiterin des Teams Prävention und Gesundheitsförderung der Region Hannover. Das Angebot soll für die untersuchten Menschen aber nicht nur Gewissheit über ihre Gesundheit schaffen, sondern auch über die gesamte Bandbreite sexuell übertragbarer Krankheiten informieren. „Viele wissen einfach nicht, welche schädlichen Folgen Infektionen wie Gonorrhoe oder Chlamydien verursachen können – das wollen wir ändern“, so Marlene Graf. Laut Robert-Koch-Institut sind Chlamydien in Industriestaaten die häufigsten bakteriellen Erreger von Urogenitalinfektionen. Studien kommen zum Ergebnis, dass sich in Deutschland zehn Prozent der 17-jährigen Mädchen mit dem Erreger anstecken, im Alter von 20 bis 24 Jahren sogar jede fünfte Frau. Die Krankheit verläuft oft ohne Beschwerden und damit unerkannt – unbehandelt kann sie aber insbesondere bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen. Bei den Valentinstagsaktionen in den vergangenen Jahren waren alle 60 zur Verfügung stehenden Beratungs- und Untersuchungstermine innerhalb kurzer Zeit ausgebucht. Auch dieses Mal wird bei allen angemeldeten Personen das Blut auf HIV, Hepatitis A, B & C sowie Syphilis untersucht. Außerdem werden anhand eines Abstrichs aus dem Genitalbereich mögliche Vorkommen von Gonorrhoe und Chlamydien sowie Humane Papillomviren – kurz HPV – ermittelt. Das Ergebnis der Untersuchung erhalten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in einem ausführlichen, individuellen Gespräch in der Beratungsstelle etwa ein bis zwei Wochen nach dem Test. Unterstützt wird die Aktion vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) in Hannover, das die Proben im Auftrag der AIDS & STD-Beratungsstelle analysiert. Die Untersuchungen finden in der AIDS & STD-Beratungsstelle der Region Hannover in der Weinstraße 3 in Hannover statt. Interessierte sollten für Untersuchung und Beratung etwa eine Stunde Zeit einplanen. Anmeldung und Terminvereinbarung unter Telefon 0511/616-43148 (ab Montag). Um die Anonymität zu wahren, erfolgt die Anmeldung über ein selbst gewähltes Codewort.