Volles Programm von Juni bis August Der Kultursommer 2011: Das musikalische Hoch in der Region Hannover erlebt seine 14. Auflage

Grzegorz Kotow, Vera Brand, Hauke Jagau, Ingmar Haas, Ulrike Böhmer und Uwe Kalwar in der Klassikscheune Haasenhof.
Region. Schon zum 14. Mal öffnen 2011 Scheunen und Schlösser, Kirchen und Klöster, Kornbrennereien und Rittergüter und andere nicht ganz alltägliche Veranstaltungsorte ihre Türen und Pforten für den Kultursommer in der Region Hannover. Das Musikfestival bietet bis Ende August Konzerterlebnisse in Hülle und Fülle: Von kleinen, intimen Konzerten bis hin zu Auftritten internationaler Größen der Musikszene reicht das Spektrum. Ob Jazz, Pop, Hip-Hop, Klezmer, ob Alte oder Neue Musik, ob Liederabend oder Klangkunst – fast alle musikalischen Genres sind vertreten.
In diesem Jahr beginnt der Kultursommer am 26. Juni mit einem Open-Air-Konzert im Innenhof des Regionshauses und endet am 28. August im Jagdschloss Springe. Zwischen diesen Terminen ist Platz für 33 weitere Musikereignisse in der gesamten Region Hannover – organisiert von insgesamt 29 Mitveranstaltern und finanziell unterstützt von der Stiftung Kulturregion Hannover.
„Der ‚Kultursommer’ hält für seine Besucherinnen und Besucher ein außergewöhnliches, qualitativ hochwertiges Musikprogramm an den schönsten Orten der Region Hannover bereit“, sagt Regionspräsident Hauke Jagau: „Das ist nur möglich mit engagierten Veranstaltern vor Ort und Künstlern, die mit Herzblut dabei sind.“ Jagau dankte besonders der Stiftung Kulturregion Hannover: „Die Stiftung unterstützt die einzelnen Veranstalter, wenn es darum geht, besondere Highlights einzukaufen, die aus den meist kleinen Budgets der Kulturvereine nicht finanzierbar sind.“ Die Fördersumme beträgt in diesem Jahr 55.000 Euro.
Los geht der Kultursommer 2011 mit einem Auftritt der polnischen Formation Dikanda im Innenhof des Regionshauses. Anlass ist das 10-jährige Bestehen der Region Hannover, das am Sonntag, 26. Juni, mit einem „Tag der offenen Tür“ gefeiert wird. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.
Ein echter Klassiker ist das Konzert des Leipziger Gewandhaus-Quartetts am 28. Juni im Isernhagenhof. Das Ensemble ist die älteste, ohne Unterbrechung musizierende Streichquartett-Formation überhaupt. Eigens für den Kultursommer-Auftritt konnte zusätzlich die renommierte Pianistin Marina Baranova gewonnen werden. Sie gilt in Fachkreisen als die „heutige Clara Schumann“.
Die in den deutschen Charts erfolgreiche Sängerin/Songschreiberin Anna Depenbusch stellt in der Aula-Mensa der IGS Garbsen am 12. August live ihr Album “Die Mathematik der Anna Depenbusch” vor: Charmante Texte über Beziehungskatastrophen, originell verpackt in ein buntes Patchwork aus Jazz, Chanson und Pop. In der Wedemärker Jazzmetropole Brelingen widmet sich die avancierte Big Band Fette Hupe am 21. August dem modernen Jazz. Die amerikanische Sängerin Vienna Teng erinnert im Schloss Landestrost (11. August) daran, dass sich nicht nur Norah Jones auf behutsame Klänge zwischen Folk und Pop versteht.
Kulturübergreifendes präsentieren der Klezmer-Klarinettist Giora Feidman und der Organist Matthias Eisenberg: “Zwei Religionen - eine Sprache Musik” lautet ihr Motto. Das Konzert findet in der St. Osdag-Kirche in Mandelsloh statt (02. Juli). In diesem Neustädter Ortsteil ist auch die „Klassik-Scheune“ auf dem Haasenhof beheimatet, in dem der Pianist Kit Armstrong am 13. Juli gemeinsam mit dem Szymanowski-Quartet einen Kammermusikabend bestreitet.
Neben diesen Höhepunkten ist der Kultursommer aber auch ein Laboratorium für unerwartete Klänge: Die A-cappella-Band Juice Box verquirlt Techno mit Soul, Balladen mit HipHop. Zu erleben am 29. Juli im Neustädter Schloss Landestrost. Auch in der Alevitischen Gemeinde Hannover kann man Ohrenzeuge eines außergewöhnlichen musikalischen Spagats werden. Pro Artibus Hannover, unter der Leitung von Hans-Christian Euler, wird mit dem Violinisten Andrej Bielow ein „transkulturelles Orchesterkonzert“ mit Musik „alla turka“ gestalten.
Bei den Künstlertagen auf dem Hermannshof in Bennigsen installieren deutsche und japanische Künstler Lichtkunst im Park, dazu wird allerlei Japanisches angeboten, auch ein Konzert mit neuer japanischer Musik (21. August). Im Ratssaal des Burgdorfer Schlosses experimentieren am 01. Juli die Jazzer Andy Mokrus, Roland Neffe und Ulli Orth mit dem Havelka Streichquartett. Entstehen soll eine neue Verbindung zwischen Kammermusik und Jazz, zwischen E- und U-Musik: Jazzart Niedersachsen.
Gleiche drei neue Veranstaltungsorte sind in diesem Kultursommer im hannoverschen Umland zu entdecken: In der Eltzer Kirche spielen am 06. August die Musikerinnen Tanja Tetzlaff (Cello) und Gunilla Süssmann (Klavier) Werke von Brahms, Mendelssohn und Sibelius. Im Maschinensaal des Rittergutes Großgoltern wird die Bavarian Classic Jazzband die Tradition des New Orleans Hotjazz pflegen (07. August). Und auf dem Rittergut Erichshof in Gehrden-Everloh spielt das polnische Interface Quartett – auf Einladung der Hannoverschen Gesellschaft für Neue Musik – zeitgenössische und klassische Werke (14. August).
Musik unter freiem Himmel darf beim „Kultursommer“ natürlich nicht fehlen. Neben Dikanda treten open air das Junge Vokalensemble im Amtsgarten von Schloss Landestrost auf (30. Juni). Im Park der Sinne in Laatzen erwartet Freunde klassischer und Neuer Musik am 14. Juli ein abendliches Konzert in bester Serenadentradition: Das Almandin Quartett interpretiert Streichquartette von Johannes Brahms und Peteris Vasks.
Aus der etwas lauteren Abteilung: Die Amsterdam Klezmer Band rockt am 01. Juli mit Balkan-Sounds den Hohnhorst-Park in Lehrte. Auf dem Warnecke-Hof in Bredenbeck stehen am 02. Juli Memo Gonzalez & The Bluescasters auf der Bühne. Versprochen ist eine schweißtreibende Mischung aus Blues, Swing und Rock’n’Roll. Cajun-Musik aus den Sümpfen Louisianas ist die Spezialität von MaCajun. Die Band spielt (ebenfalls am 02. Juli) auf dem Amtshof in Burgwedel. Partytauglich ist auch der Musik-Mix der Rockhouse Brothers. Im Pfarrgarten der St. Martinskirche in Seelze gibt das Rockabilly-Trio Vollgas (13. August). Gleich vierzehn Köpfe stärker sind Clean, Fine & Funky. Die Big Band, geleitet von Achim Kück, tritt am 20. August im Energie- und Umweltzentrum in Eldagsen auf. Stargast ist der Jazz-Sänger und Gitarrist Jörg Seidel.
Konzerte, Theater, Komik und Kulinarik für kleine und große Gäste bietet das Picknick im Schlossgarten am 24. Juli. Vor genau 20 Jahren wurde das runderneuerte Schloss Landestrost in Neustadt wieder eröffnet, die Region Hannover feiert in diesem Jahr ihren 10. Geburtstag. Aus diesem doppelten Grunde lädt das Team Kultur der Region Hannover zu einem Picknick mit viel Musik in den Amtsgarten des Schlosses. Mit dabei sind die Wölper Löwen, das Figurentheater Filou Fox, Theater am Barg, der Mitmachzirkus KritzPritzKnuckelMuckelDü, Kinderliedermacher Mathias Lück, Britta und Manuel Hoge, Blueswinx, die Hannover Grammophons mit Kaffeehausmusik und die Irish Folker The Cobblestones.
Schloss Landestrost ist auch das Refugium des Instituts zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (IFF). Vom 14. bis 21. August 2011 wird das IFF - bereits zum 10. Mal – zu Gast in Neustadt am Rübenberge sein. Diese Sommerakademie mündet traditionell in das öffentliche Abschlusskonzert am 21. August um 17 Uhr in der Liebfrauenkirche in Neustadt am Rübenberge. Zwei weitere öffentliche Veranstaltungen hält die Sommerakademie in den Räumlichkeiten des Schlosses bereit: Am 18. August um 19 Uhr die Abschlussveranstaltung des Improvisationskurses und am 21. August um 11 Uhr eine Matinée mit Solo- und Kammermusikbeiträgen der Frühstudierenden (jeweils im großen Saal).
Der letzte Akkord des Kultursommers 2011 erklingt dann am 28. August. Im prachtvollen Kaisersaal des Jagdschlosses Springe führt das Programm La carte du tendre – Landkarte der Zärtlichkeit mit Werken aus der Zeit Ludwigs XIV. und Auszügen aus Madeleine de Scudérys Roman „Clélie“ in barocke Gefilde.
Weitere Informationen zum Kultursommer gibt das Team Kultur der Region Hannover unter Telefon 05 11/61 62 20 73, E-Mail: kultur@region-hannover.de. Das Kultursommerprogramm kann auch unter www.hannover.de eingesehen bzw. heruntergeladen werden.