Zusammenarbeit zur Erleichterung des Übergangs von der Schule in den Beruf 21 allgemein bildende und Berufsbildende Schulen kooperieren im Schuljahr 2012/13

Im Haus der Region wurden die neuen Schulkooperationen in dem kommenden Schuljahr vorgestellt. Von links nach rechts: Bildungsdezernent Ulf-Birger Franz von der Region Hannover, Markus Bonerad, Leiter der Koordinierungsstelle Bildung und Beruf, sowie die beiden Schulleiter Uwe Backs von der Berufsbildenden Schule bbs™me und Rolf Doelle von der IGS Stöcken, deren Schulen schon bald in der praktischen Berufsorientierung zusammenarbeiten.
Region. Schülerinnen und Schülern in den Abschlussklassen den Einstieg in den Beruf erleichtern – das ist das Ziel von Kooperationen zwischen allgemein bildenden und Berufsbildenden Schulen. Im Schulterschluss mit mehreren Partnern hat die Koordinierungsstelle Bildung und Beruf der Region Hannover die Schulen dabei unterstützt, individuelle Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln und Kooperationen zwischen den Schulen angebahnt. Ab dem kommenden Schuljahr 2012/13 verzahnen nun erstmals 15 Real-, Haupt-, Förder- und Gesamtschulen mit sechs BBSn aus Landeshauptstadt und Umland Hannovers ihren Unterricht.
„Wir wollen die Chancen auf ein eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Leben aller Schülerinnen und Schüler erhöhen“, sagte Regionspräsident Hauke Jagau bei der Vorstellung der neuen Schulkooperationen im Haus der Region am Montag (9.7.). „Die verstärkte Berufsorientierung durch praktischen im Unterricht ist deshalb ein guter Weg, weil sie den jungen Menschen den Blick für eigene Perspektiven nach dem Schulabschluss weitet, was sich wiederum positiv auf die eigene Lernmotivation auswirkt. Daher freuen wir uns, dass in der Region Hannover so viele Schulen eine Kooperation eingegangen sind, wünschen uns aber für die Zukunft, dass noch mehr Schülerinnen und Schüler von der Berufsorientierung profitieren.“
Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen den allgemein bildenden Schulen und den BBSn ist ein Erlass des Niedersächsischen Kultusministeriums von Ende letzten Jahres. Auf dieser Grundlage hat die Koordinierungsstelle Bildung und Beruf der Region Hannover die Entwicklung verschiedener Kooperationsmodelle unterstützt, die Kontakte zwischen den Schulen vermittelt und die Vereinbarungen begleitet – in enger Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Hannover, der Handwerkskammer Hannover, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und der Landeshauptstadt Hannover.
Zur Berufsorientierung besuchen die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 über zwei Jahre ein Mal pro Woche den Unterricht in einer BBS. Dabei besteht die Möglichkeit, mehrere Berufe kennen zu lernen. So werden zum Beispiel nach der Sommerpause zwölf Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, die sich an der Realschule für das Technik-Profil entschieden haben, in der ersten Jahreshälfte an einem Tag für sechs Stunden in der BBS 3 am Waterlooplatz in das Berufsfeld Holztechnik eingeführt. In der zweiten Jahreshälfte steht Bautechnik auf dem Stundenplan, in Klasse 10 schließlich Metall- und Elektrotechnik an der benachbarten bbs™me. Dabei werden Fachtheorie und Fachpraxis im Verbund unterrichtet.
Das mögliche Berufsspektrum für Schülerinnen und Schüler sichtbar und erfahrbar zu machen, darin sieht Bildungsdezernent Ulf-Birger Franz von der Region Hannover den wesentlichen Vorteil von Schulkooperationen. „Durch das ’Neustädter Modell’ haben wir in der Region Hannover ja schon langjährige positive Erfahrungen mit Schulverbünden, so dass wir für die Einführung der praxisnahen Berufsorientierung im Unterricht nicht bei Null starten mussten.“ Franz hob außerdem hervor, dass auch Förderschulen zu den Kooperationspartnern zählen. „Wir möchten, dass alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, nach der Schule eine Ausbildung oder ein Studium zu absolvieren. Durch die Vielzahl der neuen Schulkooperationen sind die Voraussetzungen dafür noch ein wenig besser geworden.“
Neben den Berufsbildenden Schulen gehören auch Unternehmen zu den Kooperationspartnern – so bieten das Klinikum Region Hannover, das Birkenhof Bildungszentrum der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel und das Fachschulzentrum der Diakonischen Dienste Hannover Praxisphasen in Pflege- und pädagogischen Berufen an. Für die Zukunft soll noch stärker die Wirtschaft als Partner für die berufliche Orientierung gewonnen werden, kündigte der Leiter der Koordinierungsstelle Bildung und Beruf, Markus Bonerad, an: „Sowohl Unternehmen als auch Schulen haben uns bereits signalisiert, dass sie sich eine vertiefte Zusammenarbeit wünschen. Neben der Ausweitung der Anzahl der Schulkooperationen ist das in der nächsten Zeit unser wichtigstes Handlungsfeld.“

Weitere Informationen über die Aufgaben der Koordinierungsstelle Bildung und Beruf auch unter www.hannover.de.