Überraschende Ehre für Jan Sadler

Jan Sadler (rechts), Mitglied der Nationalmannschaft der deutschen Rollstuhbasketballer und Teilnehmer an den Paralympischen Spielen im Sommer 2021 in Tokio durfte sich am Donnerstag auf Einladung von Bürgermeister Helge Zychlinski ins Goldene Buch der Gemeinde Wedemark eintragen. Foto: A. Wiese
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  • Jan Sadler (rechts), Mitglied der Nationalmannschaft der deutschen Rollstuhbasketballer und Teilnehmer an den Paralympischen Spielen im Sommer 2021 in Tokio durfte sich am Donnerstag auf Einladung von Bürgermeister Helge Zychlinski ins Goldene Buch der Gemeinde Wedemark eintragen. Foto: A. Wiese
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Bissendorf (awi). Bürgermeister Helge Zychlinski hat den Teilnehmer an den Paralympischen Spielen 2021 in Tokio und Mitglied der deutschen Nationalmannschaft der Rollstuhlbasketballer, Jan Sadler, am Donnerstag mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Wedemark geehrt und überrascht. Der Sportler ging lediglich davon aus, zu einem Gespräch mit dem Chef der Gemeindeverwaltung eingeladen zu sein. Genauso wie über die Ehre, den 25. Eintrag ins Goldene Buch seit dessen Anschaffung 2009 vornehmen zu dürfen, freute sich Sadler aber über das Wiedersehen mit seiner ebenfalls eingeladenen Familie: Mutter Doris, Vater Uwe, Schwester Ann-Christin, Schwager Markus und seinen gerade erst vor wenigen Tagen geborenen Neffen Lenne Matthes. Natürlich durfte auch seine Lebensgefährtin Vanessa Erskine nicht fehlen.
Jan Sadler lebte bis zum Herbst vergangenen Jahres in der Wedemark und ist Mannschaftskapitän von Hannover United in der ersten Rollstuhlbasketball-Bundesliga. 
Das Mitglied der Nationalmannschaft verpasste die Berufung in den Kader für die Paralympics in Rio 2016 nur knapp. Er erreichte mit der deutschen Mannschaft bei den letzten drei Rollstuhlbasketball-Europameisterschaften dreimal den dritten und einmal den vierten Platz. 2021 vertrat Sadler schließlich, damals noch als Wedemärker, Deutschland bei den 16. Paralympischen Sommerspielen in Tokio. Und auch wenn er seit September letzten Jahres ganz offiziell mit seiner Freundin Vanessa Erskine, Kommentatorin der Rollstuhlbasketballpartien in Tokio, in Hannover-Linden wohnt, im Herzen bleibt Jan Sadler Wedemärker. Hier wohnen seine Eltern, hier ist er aufgewachsen (in Bisssendorf-Wietze, Bissendorf und Elze), zur Grundschule gegangen (Bissendorf-Wietze und Bissendorf) bis er bis zum Abitur auf diverse Schulen in Hannover wechselte, dort die Woche über im Sportinternat und dann in der Sportler-Wohngemeinschaft des Bundesleistungszentrums lebte. Sadler bedankte sich bei Bürgermeister Helge Zychlinski herzlich für die gelungene Überraschung des Eintrags und des Zusammentreffens mit seiner Familie. Seinen Eltern verdanke er sehr viel, betonte der Sportler. Es sei nicht selbstverständlich dass sie ihn schon als Kind ständig nach Langenhagen und Hannover zum Schwimmen und zum Sport gefahren hätten. Seine Karriere und seine Stellung in der Gesellschaft trotz seiner Behinderung verdanke er den Möglichkeiten, die sie für ihn geschaffen hätten, sagte er ernst. Inklusion habe für ihn früh begonnen, als er im Sportunterricht an der Grundschule Bissendorf mit anderen Kindern Übungen gemacht habe, die er habe leisten können und spezielle Übungen an der Seite eines Zivildienstleistenden, da er am normalen Sportunterricht nicht teilnehmen konnte. Inklusion war auch das Stichwort für Bürgermeister Helge Zychlinski: „Wir in der Wedemark sind mindestens genauso stolz auf dich wie es deine Eltern sind. Viele Wedemärker hätten während der Paralympics in Tokio die Live-Übertragungen der Rollstuhlbasketballer trotz des Zeitunterschieds verfolgt. Die Medien legte zu Recht den Fokus immer mehr auch auf die Sportausübung von Menschen mit Behinderungen, deren Leistungen nicht nur nicht geringer einzuschätzen, sondern teilweise mit noch größeren Anstrengungen verbunden seien. Jan Sadler gehöre zu denen, die dafür sorgten, dass das Thema Inklusion in allen gesellschaftlichen Bereichen mehr Fahrt aufnehmen könne. Zychlinski zollte Sadler und seinem Team zudem Respekt für ihre Entscheidung, wegen der hohen Infektionszahen bei der EM im Dezember im Spiel um den driten Platz nicht mehr anzutreten. „Dabei sein ist alles, aber Sicherheit geht vor“, sagte Sadler ernst. Andere Sportler, die nicht so vernünftig gewesen seien, hätten Weihnachten in Quarantäne verbracht
Lesen Sie auch das Interview mit Jan Sadler nach seiner Rückkehr aus Tokio im September unter www.extra-Verlag.de/wedemark/sport.

Autor:

Anke Wiese aus Wedemark

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