Minister befürchtet weitere Erhöhungen

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (rechts) informierte sich über die aktuelle Wirtschaftslage vor Ort, hier mit Jörgen und Alwine Hemme von Hemme Milch in Sprockhof.

  • Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (rechts) informierte sich über die aktuelle Wirtschaftslage vor Ort, hier mit Jörgen und Alwine Hemme von Hemme Milch in Sprockhof.
    
  • Foto: G. Vrobel
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Sprockhof (jo). Recht kurzfristig hatte sich Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) für einen Besuch bei Milch Hemme in Sprockhof angemeldet. Und der stieß auf ein relativ hohes Medieninteresse, denn sein Besuch habe einen sehr ernsten Hintergrund, begründete Althusmann seinen mitgebrachten Tross an Journalistinnen und Journalisten samt mehrerer Fernsehteams: „Der Krieg in der Ukraine hat eindeutig auch Auswirkungen auf unsere Ernährungswirtschaft, die Situation ist durchaus ernst zu nehmen“, sagte er. Und so hatte er am vergangenen Donnerstag einen straffen Terminplan, der insgesamt vier Betriebsbesichtigungen vorsah. Nach dem Besuch in der Wedemark führte ihn sein Weg nach Fuhrberg zum Spargelhof Heuer, dann weiter zu einem Raiffeisenmarkt nach Uetze und schließlich zur Regionalleitung der Edeka-Märkte. Althusmann stellte fest, dass die Landwirtschaft in Niedersachsen nach der Autoindustrie den größten Wirtschaftszweig stelle und dass er sich mit seiner Rundreise ein eigenes Bild direkt bei den Betrieben machen wolle. Vorab gab Jörgen Hemme einige grundsätzliche Informationen über die Geschichte des Hofes, dessen Gründung bis in das Jahr 1589 zurück reicht. Er hat nach Übernahme des Betriebes vor 30 Jahren auf die Direktvermarktung umgestellt, in den Ställen stehen rund 400 Kühe mit großzügig bemessenen Flächen für die Tiere und liefern pro Tag rund 16.000 Liter Milch. Heute gehört neben der eigenen Molkerei auch die übrige Logistik mit Lager und Vertrieb dazu: „Etwa 60 Prozent unserer Fertigprodukte liefern wir mit eigenen Transportern direkt an die Märkte, in denen wir mit unseren Hofprodukten vertreten sind“, ließ Hemme wissen. Noch gebe es keine Versorgungsengpässe sagte Hemme, allerdings müsse sich der Verbraucher auf Preissteigerungen einstellen. Alwine Hemme, die seit Februar mit in den Betrieb eingestiegen ist, sieht die Entwicklung genauso: „Wir waren schon wie alle anderen im Handel durch die Pandemie stark betroffen, deshalb gab es bereits im März eine erste Preiserhöhung für Milch und Milchprodukte. Ich fürchte, hier wird es auch noch weitere Erhöhungen geben müssen.“ Für den Wirtschaftsminister, der sich bei den im September anstehenden Landtagswahlen um das Amt des Niedersächsischen Ministerpräsidenten bewirbt, eine Situation, die genau beobachtet werden müsse: „Wir haben schon jetzt Engpässe bei Weizen, Öl und auch bei Verpackungsmaterialien. Es könnte noch weitere erhebliche Versorgungsprobleme geben.“ Vor diesem Hintergrund könne er nur sehr wenig Verständnis für die Entscheidung des Bundeslandwirtschaftsministers Cem Özdemir aufbringen, der den Vorschlag, Brachflächen vorübergehend für eine landwirtschaftliche Nutzung freizugeben, abgelehnt habe.

Autor:

Oliver Krebs aus Langenhagen

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