Bedarf für Tagespflege wächst

Reiner Fischer, Helge Zychlinski, Rebecca Schamber und Heiner Peterburs mit Heimleiterin Helga Müller-Isernhagen (3. v.r.) und Pflegedienstleiterin Stefanie Unger (M.) vor dem Seniorenheim Stadtgarten. Foto: A. Wiese

SPD-Fraktion informiert sich in Seniorenheimen über Situation älterer Menschen

Bissendorf (awi). Die SPD-Fraktion hat sich zur Aufgabe gemacht, die Situation älterer Menschen in der Wedemark zu betrachten. In diesem Zusammenhang besichtigen einige Mitglieder unter anderem verschiedene Alten- und Pflegeeinrichtungen in der Wedemark. Am Mittwoch besuchten Vertreter der Fraktion mit
dem Fraktionsvorsitzenden Helge Zychlinski das Alten- und Pflegeheim Stadtgarten in Bissendorf am Tattenhagen. Sie wurden von der Heimleiterin der AR Seniorendienste, Helga Müller-Isernhagen, und der Bissendorfer Pflegedienstleiterin Stefanie Unger empfangen. Der Träger AR Seniorendienste hat seinen Hauptsitz in Burgdorf, wo er neben den Bissendorfer Einrichtungen Stadtgarten und Waldgarten zwei weitere Heime betreibt. Die Politiker wollten von der Heimleiterin vor allem wissen, ob sie weiteren Bedarf an stationärer Pflege sehe. Es stellte sich heraus, dass wie auch in der Mellendorfer Seniorenresidenz Allerhop auch in Bissendorf alle stationären Plätze belegt sind. Allerdings entsteht gerade ein Neubau, in dem weitere 40 Plätze ab Herbst 2014 geschaffen werden. Auch dafür gibt es bereits einige Anmeldungen. Bei akutem Handlungsbedarf habe man die Möglichkeit kurzfristig die Häuser in Burgdorf miteinzubeziehen und die Bewohner später nach Bissendorf umziehen zu lassen, erläuterte Helga Müller-Isernhagen. Das sei der Vorteil mehrerer Häuser. Im Stadtgarten werden zurzeit 52 Plätze in 14 Doppel- und 38 Einzelzimmern vorgesehen. Im Neubau sollen nur noch Einzelzimmer entstehen, nach denen die Nachfrage am größten sei. Die neuen Zimmer für die voll stationäre Pflege sollen 24 Quadratmeter groß und jeweils mit einer eigenen Nasszelle ausgestattet sein. In diesem Trakt sollen die künftigen Bewohner auch die Möglichkeit bekommen, ihre eigenen Möbel mitzubringen und sich in vertrauter Umgebung einzurichten, berichtete Pflegedienstleiterin Stefanie Unger. Einen eigenen abgeschlossenen Demenzbereich hat das Seniorenheim Stadtgarten nicht, so Helga Müller-Isernhagen auf Nachfrage. Wie andere Einrichtungen auch registriere man einen erhöhten Bedarf an Tagespflege. Hier kursieren Überlegungen, diesem mittel- bis langfristig auch in Bissendorf gerecht zu werden. Aber wie und wo, das sei noch nicht ausgereift, erfuhren die SPD-Politiker. Ebenfalls groß ist die Nachfrage nach Kurzzeitpflegeplätzen. In den Burgdorfer Einrichtungen werden solchen Plätze bereits angeboten. Mittelfristig soll dies auch für Bissendorf möglich sein. Die meisten Einrichtungen, erklärte Müller-Isernhagen, könnten Kurzzeitpflege nur „eingestreut“, also spontan, wenn gerade Platz sei, leisten. In Burgdorf gebe es zwölf durch die Region Hannover geförderte Kurzzeitpflegeplätze, die immer bereit ständen, das sei finanziell wesentlich lukrativer für die Heime, weil es planbarer sei, so die Heimleiterin.