„Chance für Verkehrswende"

Grüne Ratsfraktion zur geplanten Grunderneuerung der L 190

Wedemark. Die Ratsfraktion der GRÜNEN sieht die Ankündigung der Landesstraßenbaubehörde, nach Beendigung des Autobahnumleitungsverkehrs ab 2021 eine Grunderneuerung der stark beanspruchten L 190 durchzuführen, als eine Chance, die Ziele der Verkehrswende zu berücksichtigen und zu realisieren. „Es darf keineswegs ein „Weiter so!“ geben, bei der der Kfz-Verkehr seinen gewohnten Vorrang behält“, so Fraktionssprecher Wilhelm Lucka. Als Impuls für die Beratungen in den Ratsgremien hat die Fraktion daher einen Änderungsantrag zur Beschlussvorlage 187/2019 betreffend Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation auf der Landesstraße 190 eingebracht.
Sie fordert die Verwaltung auf, in den Verhandlungen mit der Landesstraßenbaubehörde folgende grundsätzliche Zielsetzungen einzubringen: Alle im Zuge der anstehenden Grunderneuerung der L 190 zu planenden Maßnahmen sind vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion zu einer Verkehrswende im Zeichen von Klimaschutz und Klimawandel zu bewerten. Sie sind daraufhin zu überprüfen, wie weit sie den Zielen genügen, den KFZ-Verkehr, wenn irgend möglich, zu verringern, mindestens aber dessen Raumansprüche zugunsten der klimafreundlichen Mobilitätsarten zurückzustufen.
Hierbei wird es vor allem darauf ankommen, die Radwege in einer Weise zu erneuern, dass sie neueren Ansprüchen, insbesondere durch E-Bikes und Lastenfahrräder, genügen. Dies bedingt vor allem breitere und insgesamt komfortablere Radwege sowie den Radverkehr bevorzugende Ausbildungen der Knotenpunkte. Wenn notwendig, ist dabei auch auf Anteile der Fahrbahnen des Kfz-Verkehrs zurückzugreifen. Zu beachten ist, dass nach dem Vorschlag des Ortsrates Mellendorf/Gailhof auch der Radweg an der L 190 in Mellendorf als eine Hauptroute in einem alltagstauglichen Radroutennetz zu betrachten ist.
Bei den Arbeiten sind die alten Bäume zu erhalten. „Diese alten Bäume stammen z.T. noch aus der Zeit der Anlage der alten Chaussée,“ so Lucka. „ Sie prägen positiv das Ortsbild der Ortsdurchfahrten, sie sind wertvolle CO2-Senken, Kleinbiotope und Schattenspender in der Sommerhitze.“ Die Ortsdurchfahrten insgesamt, insbesondere aber die Ortseinfahrten, sind so zu gestalten, dass den Kfz- Fahrenden der Beginn des Ortes erkennbar und der Vorrang der Bedürfnisse von Fußgängern, Radfahrern und Anwohnern innerhalb des Ortes verdeutlicht wird. Ihre Gestaltung soll so zu einer Verkehrsberuhigung in der gesamten Ortsdurchfahrt beitragen. Die Ratsfraktion hofft auf positive Resonanz bei den anderen Fraktionen im Gemeinderat und auf weitere unterstützende Impulse aus der Bevölkerung zu diesem Thema.