Corona-Verordnung verwirrte

Logopäden laufen Sturm – Verordnungstext gestern korrigiert

Wedemark (awi). Nach der neuen ab 8. März in Kraft getretenen Corona-Verordnung für Niedersachsen durften im ganzen Land von Logopäden nur noch Patienten behandelt werden, die einen negativen Covid Test vorweisen können. Da die verlangten Tests aber nicht ohne Weiteres für die Logopäden verfügbar sind und es insbesondere den kleineren Kindern nicht zuzumuten sei, vor jeder logopädischen Behandlung einen solchen Test zu absolvieren, konnte das nur bedeuten, dass ab sofort keine logopädischen Behandlungen in der Praxis mehr vorgenommen werden können, stellte Denise Wöhler, Inhaberin der logopädischen Praxis Sprachoase in Bissendorf fest. Sie schloss sich mit Kollegen und ihremBerufsfachverband kurz und wandte sich an die Gemeinde Wedemark mit der Bitte um Unterstützung, der diese auch nachkam (siehe Bericht von der Online-Konferenz des Bürgermeisters auf Seite 3).
„Wir sind medizinisch als sys-temrelevant eingestuft, dürfen aber medizinisch notwendige Behandlungen nicht ausführen“, äußerte Wöhler konsterniert ihr Unverständnis. Logopädie gehöre zur medizinischen Grundversorgung, die Durchführung der Behandlung werde aber mit der Auflage nicht möglich sein. Weder ständen Tests zur Verfügung, noch sei geklärt, wer sie bezahle. Bei Patienten mit Schluckstörungen (Pneumonie-prophylaxe) könne nicht gewährleistet werden, was gefährlich werden kann für Patienten. Ohne logopädische Therapie oder bei zu großen Pausen gehe nicht nur Lebensqualität geht verloren, sondern drohten auch Rückschritte, bei Kindern bei Abbruch logopädischer Behandlungen auch Schulprobleme, gibt Wöhler zu bedenken. Für sie und ihre Kollegen ist überhaupt nicht nachvollziehbar, warum nach über einem Jahr Pandemie jetzt diese Einschränkungen auferlegt werden, die zudem einen enormen Zeitaufwand erfordern, so dass weniger Patienten behandelt werden können, wenn nur noch getestet wird. #
Der kollektive Aufschrei der Logopäden und ihrer Berufsverbände wurde jedoch offenbar gehört. Bereits am Donnerstag war die Rede von einem „Schreibfehler in der Verordnung“, am gestrigen Freitag wurde die Verordnung offiziell geändert und bei den Logopäden kann weitergearbeitet werden – wie bereits seit einem Jahr mit strengem Hygienekonzept, Maskenpflicht und Abständen, wo es geht. Doch für Denise Wöhler, ihre Kollegen und alle Patienten in logopädischer Behandlung war es eine anstrengende und verwirrende Woche.