Der Küster ist auch ein Kümmerer

Zu seinem 80. Geburtstag nimmt Werner Dybek die Glückwünsche von Marion Bernstorf (von links) Sabine Jakob und Julia Runge entgegen. Foto: Friedrich Bernstorf

Viele Gratulanten beim 80. Geburtstag von Werner Dybek

Brelingen. In der Kirchengemeinde Brelingen gehört er zu dem Personenkreis, der diese Kirchengemeinde nach außen repräsentiert. Werner Dybek ist seit mehr als 20 Jahren Küster in Brelingen und hat jetzt seinen 80. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass gab es viele Glückwünsche. So auch vom Ortsbürgermeister Patrick Cordes. Zuallererst aber vom Kirchenvorstand. Dessen Vorsitzende Marion Bernstorf gratulierte gemeinsam mit Julia Runge und Sabine Jakob im Namen der Kirchengemeinde. Sie dankte Werner Dybek für seine Arbeit für die Kirchengemeinde, für sein Sorgen um diese Gemeinde und dafür, dass er immer da sei, wenn er gebraucht werde. Oft sei er auch da, wenn niemand es bemerke und er erledige wie selbstverständlich viele Dinge, die über seinen eigentlichen Aufgabenbereich hinausgehen. In den Dank schloss Marion Bernstorf Werner Dybeks Frau Bärbel ein.
Zu den weiteren Gratulanten aus der Kirchengemeinde gehörten auch Vertreter der Kochteams, in denen Werner Dybek aktiv ist. Und schließlich brachte der Posaunenchor der Kirchengemeinde dem rüstigen Altersjubilar am Abend ein halbstündiges Konzert im Garten.
Mit mehreren Liedern gratulierte eine Abordnung des Männergesangvereins Brelingen, in dem Werner Dybek seit 19 Jahren als Sänger im 1. Tenor aktiv ist. Der MGV-Vorsitzende Karl-Heinz Friebe bezeichnete Werner Dybek als einen Kümmerer um Menschen, um seine Familie, um die Kirchengemeinde wie auch die Brelinger Dorfgemeinschaft und den Männergesangverein. Dybek gehört alljährlich zu den aktivsten Sängern im Verein und nahm gemeinsam mit seiner Frau auch die Glückwünsche zum 59. Hochzeitstag entgegen, den beide an diesem Geburtstag feiern konnten.
Werner Dybek kann außerdem eine beeindruckende Lebensgeschichte erzählen. Seine Mutter starb 1940 bei seiner Geburt. Gemeinsam mit seinen sechs Geschwistern und der Stiefmutter flüchtete er 1945 aus Schlesien in ein kleines Dorf bei Bautzen. Sein Vater blieb zurück. Zwei Jahre später, nach langem Suchen und Warten, bekam die Familie Gewissheit, dass der Vater gestorben war.
Werner Dybek kam in ein Kinderheim in Herrnhut bei Görlitz. Dort ging er zur Schule und wurde dort auch konfirmiert. Mit 19 Jahren machte sich Dybek auf den Weg. Er gelangte über Hameln nach Hannover und bekam einen Arbeitsplatz im VW-Werk. Zwei Jahre später, 1961, bezog er eine Wohnung in Garbsen und zog 1963 mit seiner Frau nach Brelingen. Als er bei VW in den Vorruhestand ging, übernahm er das Amt des Küsters in Brelingen. So kam es, dass die Brelinger Kirche und der Gemeindesaal jeweils mit einem großen Weihnachtsstern aus Herrnhut ausgestattet wurden. Alljährlich, wenn der Küster diese Sterne in der Adventszeit zum Leuchten bringt, denkt er besonders an seine Zeit in Herrnhut zurück, die ihn geprägt hat.