Der Wald als nachhaltige Quelle

Bioprodukte aus den Landesforsten sind eine Delikatesse.

Bioprodukte aus dem Forstamt Fuhrberg

Wedemark/Fuhrberg.  Wenn die Tage wieder kürzer werden, beginnt im Forstamt Fuhrberg die Zeit, in der Laubbäume für den Einschlag vorbereitet werden. „Wir pflegen unsere Wälder nach den Grundsätzen des LÖWE-Programms (Langfristige ökologische Waldentwicklung). Und das schon seit fast 30 Jahren“, so Jens Tegtbüring, Betriebsdezernent des Forstamtes. „Durch die Umsetzung der Ziele von LÖWE entwickeln wir stabile Wälder, die nach heutiger Einschätzung auch den Klimaänderungen gewachsen sein sollen. Holz als Rohstoff für vielfältigste Verwendungen, ob als Paketverpackung, als Möbelholz für Tische, Stühle, Betten und Küchen etc. steht uns allen quasi vor unserer Haustür zur Verfügung.“ Dabei ernten Förster nicht mehr Holz als nachwächst. Diese Nachhaltigkeit gilt als das elementare Ziel der Forstwirtschaft ist heute aus dem gesellschaftlichen Handeln nicht mehr wegzudenken.
Alte Bäume haben sich verjüngt, ihre Samen sind gekeimt und junge Bäume stehen bereit, die nächste Waldgeneration zu begründen. So lässt sich die Ernte einiger alter Bäume verantworten, ohne auf diese im Wald gänzlich zu verzichten. Junge und alte Bäume speichern oberirdisch und unterirdisch ihr Leben lang Co2. Viele aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung hergestellte Holzprodukte – z.B. Holzbalken in Häusern – binden den Kohlenstoff für hunderte von Jahren.
Der Wald als „grüne Lunge“ prägt die Landschaft und ist ein Ort der Erholung. Viele Erholungssuchende finden in der andauernden „Corona-Zeit“ ihren Ausgleich und ihre persönliche Freiheit in der Natur. Die Stille, der Geruch und die Vielzahl an Farben begeistern die Sinne und sind wortwörtlich „Balsam für die Seele“. „Zu Zeiten der Krise wird der Wald als Erholungsraum wieder neu entdeckt“, so beschreibt Hans-Martin Roese, Forstamtsleiter im Niedersächsischen Forstamt Fuhrberg die aktuelle Lage. „Als Förster freut es uns sehr, dass die Menschen den Wald zur Erholung aufsuchen und in der aufblühenden Natur Entspannung finden“.
Die Regulierung des Wildbestandes bekommt für die Försterinnen und Förster vor dem Hintergrund der Sturm-, Käfer- und Klimaschäden der beiden vergangenen Jahre eine besondere Bedeutung. Gerade Rehe gelten als Feinschmecker. Sie fressen die Keimlinge, Knospen und junge Triebe der Bäume. Zum Schutz der jungen Bäume müssen im Wald lebende Tiere in dem Maß bejagt werden, wie es für das ökologische Gleichgewicht erforderlich ist. Ein waldverträglicher Wildbestand ist Voraussetzung für einen gesunden und abwechslungsreichen Mischwald. Im Forstamt Fuhrberg wurden deshalb im letzten Jahr 2.000 Stück Rehwild, Rotwild und die inzwischen sehr zahlreich vertretenen Wildschweine auf einer Fläche von rd. 18.000 Fußballfeldern erlegt.
Mageres Wildfleisch, ein Bioprodukt aus den Wäldern rund um Hannover und Celle, eignet sich nicht nur als Sonntagsbraten, sondern auch zum Grillen. Ein saftiges Steak von Keule oder Rücken geschnitten, aus der Region für die Region, bereichert den Grillabend. „Für Wildfleisch gilt: Mehr bio und artgerechtere Haltung geht nicht!“ so Roese.
Und das Gute ist: Jeder kann es nahezu vor Ort vom Forstamt erwerben; allerdings wird das Wild nur „im Ganzen“, d. h. mit Fell verkauft. Bei der Zerlegung des Wildes und der weiteren Verarbeitung stellt das Forstamt gern Kontakt zu Metzgereien her. Bei Interesse am Erwerb eines ganzen Rehs oder Wildschweins, können sich Interessierte gern an di e Adresse Poststelle@nfa-fuhrberg.niedersachsen.de oder Telefon (0 51 35) 92 97-0 wenden.