Immer wieder „Anders“

Aktbild in der Ausstellung der Brelinger Mitte.

Kunstausstellung in der Brelinger Mitte

Brelingen. Die Brelinger Mitte zeigt vom 3. bis 24. Mai einen Querschnitt des Lebenswerks der 1930 geborenen Hamburger Künstlerin Elisabeth Röpert, geb. Anders. Die beeindruckende Vielseitigkeit der Ausstellung umfasst Mode- und Werbegraphiken aus den 50er Jahren ebenso wie Tuschezeichnungen und Aquarelle aus den 80er und 90er Jahren. Von Figurzeichnungen über Aktskizzen und -Aquarellen, Studien von verfallenden Gebäuden, Stillleben bis hin zu Blumen- und Landschaftsaquarellen – ihre Liebe zur Natur, ihr Blick für Details, die Schönheit und die Vergänglichkeit der Dinge spiegeln alle Bilder wieder.
Schon als kleines Kind zeichnete und malte Elisabeth Röpert täglich mit Begeisterung. Als es kurz nach Kriegsende für die damals 15-jährige um die Frage der Berufswahl ging, sprach ein Freund der Mutter, seinerseits Kunstmaler, den entscheidenden Satz: „Die Deern muss malen!“
An der Hamburger Meisterschule für Mode absolvierte sie die Ausbildung zur Modegraphikerin und arbeitete ab 1949 zunächst freiberuflich für die Deutsche Presseagentur. An den Laufstegen der Hamburger Nachkriegszeit skizzierte sie die Mode der 50er Jahre mit großem Erfolg. Doch dem Vater war das freiberufliche Wirken der kreativen Tochter nicht ganz geheuer und er drohte, sie als Bürokraft unterzubringen, sollte sie keine Festanstellung finden. So arbeitete die junge Frau mehrere Jahre in verschiedenen Werbeagenturen, bevor sie heiratete und ein Jahr später zugunsten der Familiengründung ihren Beruf aufgab.
In den 80er Jahren versuchte sie den Wiedereinstieg in ihren Beruf – nur um festzustellen, dass die Modegraphik inzwischen durch Fotografie und Computertechnik abgelöst worden war und es ihren Beruf schlicht nicht mehr gab. Diese ernüchternde Erkenntnis markierte den Beginn ihres künstlerischen Schaffens. Fortan lernte sie bei Jens Cords, einem Weggefährten Horst Janssens, die Aquarellmalerei, später wurde sie von ihrem Lehrer Karl-Heinz Hoche beeinflusst.
In Folge einer schweren Erkrankung zog Elisabeth Röpert 2013 in die Wedemark, um in der Nähe der Familie ihrer Tochter leben zu können. Künstlerisch aktiv ist sie seitdem nicht mehr, doch das Interesse an Kunst, Musik und Natur ist nach wie vor in ihr lebendig.
Am Freitag, 3. Mai, um 16 Uhr wird die Vernissage musikalisch ebenso vielseitig eröffnet wie sich die Ausstellung präsentiert. Der Hamburger Gitarrist Christian Röpert wird je ein Stück aus Barock, Klassik und dem 20. Jahrhundert spielen. Bis zum 24. Mai wird die Ausstellung „Immer wieder ‚Anders‘“ zu folgenden Zeiten zugänglich sein: Montag, Mittwoch, Donnerstag und Sonnabend von 11 bis 12 Uhr sowie Dienstag und Freitag von 16 bis 17 Uhr, außerdem zu den Bürozeiten am Freitag von 9 bis 13 Uhr.