Kriegsenkeltreffen im MGH

Arnold Kirchner und Professor Dr. med. Manfred Stuhrmann - Spangenberg im
Mehrgenerationendialog des Kriegs-Kriegskinder-Kriegsenkeltreffen im MGH
in Mellendorf
Mellendorf. Im Februartreffen des mit 18 Teilnehmern gut besuchten Kriegskinder-/
Kriegsenkeltreffens im Mehrgenerationenhaus zum Dialog, konnte der Humangenetiker
Professor Dr. Manfred Stuhrmann-Spangenberg den Teilnehmern das Thema „Was
passiert im Körper mit unseren Genen und wie wirkt sich das generationsübergreifend bis
heute auf unseren Alltag aus?“ näherbringen. Im Anschluss an den zunächst einstündigen Vortrag konnten von den Teilnehmern mehrerer Generationen Fragen gestellt werden, welche Professor Dr. Manfred Stuhrmann-Spangenberg gerne mit Beispielen versehen umfassend zum besseren Verständnis beantworten konnte. Anschließend wurden noch zum Thema mit den Teilnehmern Anregungen und Redebeiträge aufgenommen, welche im bilateralen Dialog nach insgesamt Zwei-Stunden-Gespräch ein Ende fand. Alle Teilnehmer waren sehr zufrieden und nahmen viele Denkanstöße mit nach Hause. Im Märztreffen, welches mit fünf Teilnehmern nicht so gut besucht war, konnte mit dem 96-jährigen
Arnold Kirchner aus Elze ein bekannter Dichter aus der Wedemark aber auch ein ehemaliger Kriegsteilnehmer der Kriegsgeneration begrüßt werden, welcher bereit war, seine Sicht der Dinge aus seiner Generation zum Thema Krieg und deren Erlebnisse, wie sieht er das heute und warum ist es so wichtig dieses Kapitel deutscher Geschichte von den letzten Zeitzeugen im Dialog den nachfolgenden Generationen näherzubringen und versuchen erfahrbar zu machen. Den Worten von Rolf Zick im letzten September im MGH „Krieg ist der größte Irrsinn, wir müssen alles tun dieses zu verhindern“ konnte sich Kirchner nur anschließen. Spannend war sicher, dass mit dem Zeitzeugen Arnold Kirchner
und der anwesenden Kriegskinder, sowie der Nachkriegsgeneration drei Generationen im Dialog sich näher kamen und dadurch aneinander ein besseres gegenseitiges Verständnis aufbauen konnten. Durch ein mehr an Verstehen kann so etwas wie Versöhnung mit und unter den Generationen für durch andere Umstände hervorgerufene Versäumnisse der Vergangenheit entstehen. Das wurde in dieser kleinen Gruppe an diesem Tag in der MGH Selbsterfahrungsgruppe deutlich. Kirchner brachte auch ein Gedicht mit, welches er zum Jubiläum der Partnerschaft Roye-Wedemark im Jahr 2009 geschrieben hat. Dieses dokumentiert den gedanklichen Wandel über Generationen vom Krieg zum Frieden eindrucksvoll in der Hoffnung, es möge als Mahnung auch kommenden Generationen zukünftig erfahrbar erhalten bleiben, nie wieder Krieg! Für die ersten drei Treffen der neu gegründeten Selbsterfahrungsgruppe seit Start im November 2018 war es ein guter Beginn, welcher sich erst auf Dauer etablieren und im MGH einpendeln muss, so der Sprecher und Initiator der Gruppe Fredy Krause aus Wennebostel.
Zwischen Mai 2019 (nach der Europawahl) und September (80. Jahrestag seit Beginn des Zweiten Weltkrieges) sind zwei öffentliche Veranstaltungen geplant, welches zum einen die Bedeutung von freien Wahlen in einem Europa verbunden in Frieden und Freiheit und demgegenüber dem 1. September 1939 dem 80. Jahrestages des Kriegsbeginns als Mahnung zu dokumentieren.
Das nächste Treffen findet am Dienstag, 30. April, im MGH in Mellendorf, Gilborn 6 statt.
Anne Kracke vom MGH und Fredy Krause würden sich über interessierte zum Thema sehr freuen.