Kundgebung am Mooriz

Fahrraddemo der For-Future-Bewegung am Freitag

Wedemark. Die For-Future Gruppen der Region Hannover rufen für den 4 September zu einer Fahrraddemo auf, um wirksamen Moorschutz von der niedersächsischen Landesregierung zu fordern. Die Demo startet um 14 Uhr am Opernplatz in Hannover und führt über eine 19 Kilometer lange Strecke zum Moorinformationszentrum in Resse .Von 16 Uhr bis 17 Uhr ist eine Kundgebung am MOORiZ geplant. Interessierte können auch an einer Führung auf dem Moorerlebnispfad teilnehmen. Neben den Fridays for Future beteiligen sich auch die Parents for Future, die Psychologists for Future, die Students for Future und die Scientists for Future an der Demo. Ziel der Fahrraddemo ist es auf die Bedeutung der Moore für den Klimaschutz hinzuweisen und einen wirksameren Moorschutz von der Landesregierung und der Region zu fordern. Keine Landschaft in Deutschland ist so wichtig für Klimaschutz, Artenvielfalt und den natürlichen Wasserhaushalt wie die Moore. Keine Landschaft weltweit trägt so wirksam zum Klimaschutz bei wie die Moore. In Westeuropa ist Niedersachsen die Region mit dem größten Anteil an Hochmoorflächen. In diesem Sinne sind unsere Moore der Amazonas von Niedersachsen.
Das MOORiZ in Resse ist umgeben von vier wertvollen Hochmooren. Seit 2012 soll das Projekt Hannoversche Hochmoorgeest Maßnahmen umsetzen, um diese vier Moore zu schützen. Auf eine Anfrage der Grünen im Mai 2020 hat die Landesregierung jedoch bestätigt, dass das Projekt fast drei Jahre in Verzug ist. Grund dafür ist die Weigerung einiger Grundbesitzer, die notwendigen Maßnahmen zur Wiedervernässung des Moores auf ihrem Grundstück zu dulden oder einem Verkauf oder Landtausch zuzustimmen. (Quelle: Niedersächsischer Landtag; Drucksache 18/642)
Auch in anderen Gebieten Niedersachsens wird der Schutz dieser einzigartigen Landschaften nicht ausreichend gewährleistet. In Niedersachsen gibt es ca. 400.000 Hektar Moor. Auf ca. 48.000 Hektar dieser Flächen wird noch Ackerbau betrieben. (Quelle: LBEG https://www.lbeg.niedersachsen.de/boden_grundwasse... ) Nach wissenschaftlichen Berechnungen führt Ackerbau auf Moorflächen jedoch zu einem Verlust von zwei bis vier Zentimeter Moorboden im Jahr. Das bedeutet, in 25 bis 50 Jahren löst sich ein Meter Moor in Luft auf. Darin enthalten ist in etwa sechsmal so viel Kohlenstoff wie in einem 100jährigen Wald auf gleicher Fläche. Moore bedecken nur drei Prozent aller Landflächen weltweit, speichern aber mehr Kohlenstoff als alle Wälder der Erde zusammen. (Quelle: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/moore/moo...) In Niedersachsen stammen elf Prozent der Gesamtemissionen aus Mooren.