Mitmachaktionen zum Weltkindertag

Kinder durften auch am Weltkindertag nicht aufs Foto, also zeigten Kerstin Jakob (links) von der Jugendkunstschule und Gemeindejugendpflegerin Ellen Bruns, wie das „sichtbar machen“ funktioniert. Foto: A. Wiese

Maßnahme 18 des Aktionsplanes wurde erfolgreich umgesetzt

Mellendorf (awi). Bunte Luftballons, an denen Postkarten mit Wünschen der Kinder hingen, Zuckerwatte, die Lollis und essbare Gummischnüre umhüllte, Köpfe, die aus Draht gebogen wurden und in denen man ein Kärtchen mit Gedanken platzieren konnte und Plexiglasscheiben, hinter denen man den anderen abmalen und „sichtbar machen“ konnte – das waren die Mitmachaktionen auf dem Campus W. am Donnerstag zwischen 12 und 14 Uhr, am Weltkindertag.
Maßnahme 18 des Aktionsplanes Kinderfreundliche Kommune der Gemeinde Wedemark sah einen Tag der Kinderrechte vor. Und welcher Termin wäre da für den von der Gemeinde vorbereiteten Aktionstag besser geeignet gewesen als der Weltkindertag, der seit vielen Jahren am 20. September begangen wird. Die Kinder und Jugendkunstschule Wedemark hat den Tag entwickelt, geplant und mit Unterstützung der Gemeinde- verwaltung realisiert. Gedacht war er für alle: Lernende, Lehrende, Mitarbeitende der Gemeindeverwaltung sowie alle interessierten Bürger. Insgesamt acht Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren hatten unter der Leitung von Kerstin Jakob von der Kinder- und Jugendkunstschule in einer Wir-Werkstatt Mitmachaktionen für die Pilotveranstaltung erarbeitet und die vier Mitmachaktionen am Donnerstag auf dem Campus angeboten. Ziel ist es, einmal im Jahr ein Kinderecht im öffentlichen Raum sichtbar zu machen, erklärte
Gemeindejugendpflegerin Ellen Bruns. In Kooperation mit der JuKu und der UNICEF-Ortsgruppe wird es den Aktionstag „Kinderrechte“ daher künftig einmal im Jahr geben. Die Jugendlichen suchen sich jedes Jahr ein Kinderrecht aus, das im Fokus der Aktionen steht. In diesem Jahr war das das Recht: „Gleichheit: Kein Kind darf benachteiligt werden.“ Die Jugendlichen, die die Aktionen vorbereitet hatten, wünschten sich vor allem auch ein zufälliges Publikum, das miteinander ins Gespräch kommt und sich zum Thema, dem Kinderrecht Gleichheit, austauscht. Die ersten, die zum Mitmachen Donnerstagmittag auf dem Campus zwischen Rathaus und Schulzentrum vorbeikamen, waren Schüler der Grundschule mit ihren Lehrerinnen. Hier war der Schreck zunächst einmal groß, dass die Presse da war und plante, die Kinder bei den Mitmachaktionen zu fotografieren. Denn öffentliche Veranstaltung hin oder her – Schüler der Mellendorfer Grundschule dürfen auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern so gut wie gar nicht mehr fotografiert werden.
Da es sich um eine spontane Aktion der Lehrer handelte, am Tag der Kinderrechte teilzunehmen, war eine Absprache mit den Eltern, ob für diesen Anlass Ausnahmen gemacht werden könnten, nicht mehr möglich und so ergab sich die kuriose Situation, dass auf den Fotos vom Kinderrechtstag am Weltkindertag kein Kind auf den offiziellen Pressefotos zu sehen sein wird. Damit die Aktionen dennoch transparent gemacht werden können, führten Gemeindejugendpflegerin Ellen Bruns und Kerstin Jakob von der Kinder- und Jugendkunstschule vor, was mit „Macht Euch sichtbar – alle müssen gesehen werden“ gemeint ist: Auf die Plexiglasscheiben werden Körper-Silhouetten gemalt, verschiedene Größen, Formen, Haltungen und Positionen übereinander aufgetragen.
Lucca von den Initiatoren zu dem Gedanken, der dahinter steht: „An den Zeichnungen kann man nicht sehen, ob es ein Deutscher, ein Amerikaner, ein Türke oder was auch immer ist. Was für ein Mensch das ist, sieht man nicht an der Silhouette. Kleine Kinder können zum Beispiel ihre Hand malen oder ihre Eltern ,nachfahren‘, wenn sie sich auf die andere Seite stellen“.