Zeitzeugengespräch im Bürgerhaus

Stasi-IM Hartmut Rosingen und Dr. Matthias Wanitschke

Bissendorf. „Feindberührung“ lautet der Titel des Zeitzeugengesprächs mit dem ehemaligen Stasi-IM Hartmut Rosinger und Dr. Matthias Wanitschke, Referent ThLA, im Bürgerhaus Bissendorf, am 9. Oktober um 18 Uhr. Hartmut Rosinger arbeitete unter dem Decknamen „Hans Kramer“ als sogenannter „inoffizieller Mitarbeiter“ (IM) für die Staatssicherheit der DDR. „Diese Veranstaltung ist etwas Besonderes. Hier spricht ein Zeitzeuge, der selbst Täter war, als inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR“, so die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier: „Nicht allein die Tätigkeit der Stasi zeigt, dass die DDR ein Unrechtsstaat gewesen und als solcher gescheitert ist. Was aber in diesem Kontext auch hervorgehoben werden muss, ist, dass dieses Scheitern nicht die Bürgerinnen und Bürger einschließt. Die ostdeutschen Lebensleistungen und individuellen Lebensläufe verdienen Respekt.“ Der 45-minütige Film „Feindberührung“ erzählt die Geschichte Hartmut Rosingers. Anschließend berichtet der Protagonist selbst, begleitet durch Dr. Matthias Wanitschke, Referent für politische Bildung beim Landesbeauftragten des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED- Diktatur (ThLA) beim Thüringer Landtag. Die Selbstbeschreibung des Films ist wie folgt:
„Die DDR, vor 30 Jahren. Ein Student stellt zu viele Fragen, wird exmatrikuliert und in die Produktion geschickt. Auf der Suche nach intellektueller Beschäftigung sucht er die Evangelische Studentengemeinde (ESG) in Magdeburg auf. Dort äußert er öffentlich seine Meinung. Ein anderer junger Mann glaubt an den sozialistischen Weg und begibt sich zur ESG, um dort kritisch eingestellte Jugendliche vom Sozialismus zu überzeugen. Er wird von der Staatssicherheit angeworben und berichtet als IM ,Hans Kramer‘ über einen besonders aufmüpfigen jungen Mann. Das Ministerium für Staatssicherheit beordert ,Hans Kramer‘, sich näher mit dem ,Feind‘ anzufreunden. Mit fatalen Folgen. Die Akten der Staatssicherheit von damals und die emotionale Begegnung der beiden Männer heute fügen sich zu einer Geschichte von Freundschaft und Verrat, von Hoffnung und Enttäuschung, von Schuld und Vergebung. Eine Zeit wird lebendig, in der das Ministerium für Staatssicherheit sein IM-Netz in jedem Winkel der sozialistischen Gesellschaft knüpfte und menschliche Gefühle missbrauchte um die DDR zu kontrollieren.“
Die Veranstaltung findet statt im Bürgerhaus Bissendorf, Am Markt 1, 30900 Wedemark. Die Teilnahme ist kostenlos und möglich für maximal 40 Personen.
Auf Grund der Coronamaßnahmen bitten wir bei Interesse zwingend um eine vorherige Anmeldung unter freiwilligenagentur@wedemark.de oder 05130 97 44 511.
Für die Veranstaltung gelten die üblichen Coronaregeln gemäß der AHA- Formel:
• „Abstand halten!“
• „Hygiene-Maßnahmen beachten!“ (In die Ellenbeuge husten beziehungsweise niesen,
regelmäßige Handhygiene mittels gründlichem Waschen oder. Desinfizieren)
• „Alltagsmaske tragen“.
Die Mund-Nasen-Masken müssen bis zum Einnehmen der Plätze getragen werden, der Abstand zwischen den einzelnen Sitzplätzen beträgt immer mindestens 1,5 Meter.
Bei der Veranstaltung wird für einen ausreichenden und regelmäßigen Luftaustausch gesorgt.