100. Geburtstag im CURATA Seniorenzentrum gefeiert

Käthe Kellner (v.l.) erhält von Tochter Brigitte Queck, Ortsbürgermeister Peter Reuter und Rebecca Schamber, stellvertretende Bürgermeisterin, Glückwünsche zum 100. Geburtstag. Foto: B. Stache

Käthe Kellner war 1945 mit drei Kindern aus Ostpreußen geflohen

Abbensen (st). Ihren 100. Geburtstag feierte Käthe Kellner am Donnerstag im CURATA Seniorenzentrum Haus Abbensen. Der Kindergarten Abbensen brachte der Jubilarin ein Ständchen: mit den beiden Betreuerinnen Sylvia Gerisch und Irmhild Loch sangen die Kleinen „Am Fenster heute Morgen“ und „Kinder lasst uns fröhlich sein“. Rebecca Schamber überbrachte als Stellvertretende Bürgermeisterin Grüße und einen Präsentkorb vom Rat und der Verwaltung der Gemeinde Wedemark sowie Glückwünsche von Regionspräsident Hauke Jagau. Mit den besten Wünschen des Ortsrates gratulierte Ortsbürgermeister Peter Reuter der Seniorin, die am 7. März 1913 in Tapiau/Ostpreußen geboren wurde und mit zwei Brüdern aufwuchs. Im Alter von 20 Jahren heiratete sie und zog mit Ehemann Botho nach Lyck/Masuren. Mit ihren drei Kindern, Sohn Sieghaart sowie Tochter Annette und Brigitte, floh Käthe Kellner im Januar 1945 über Ilsenburg zu Bekannten nach Hattendorf/Auetal. Ihr Ehemann blieb als Soldat im Krieg vermisst. Mit Blick zurück auf die Flucht erinnert sich der heute 77-jährige Sohn: „Wir hatten Glück, dass unsere Mutter keinen Platz mehr auf der Gustloff bekommen hat. So sind wir mit dem Hilfskreuzer Hektor sicher nach Swinemünde ausgeschifft worden.“ Das frühere Passagierschiff Wilhelm Gustloff war als Lazarettschiff der Kriegsmarine zur Evakuierung von verwundeten Soldaten und Flüchtlingen eingesetzt worden. Auf seiner letzten Fahrt wurde das Schiff am 30. Januar 1945 von einem russischen U-Boot mit Torpedos beschossen und sank: über 9000 Menschen verloren dabei ihr Leben. Jahre nach der Flucht baute sich die Familie Kellner in Rolfshagen/Auetal ein Eigenheim. „Meine Mutter liebte Handarbeiten und hat viel gelesen. Bücher waren ihre Leidenschaft“, erklärte Sieghaart Kellner. Im Jahr 2006 sei seine Mutter mit einer schweren Lungenembolie ins Krankenhaus gekommen: „Seither ist sie pflegebedürftig und auf die Unterbringung in einem Pflegeheim angewiesen.“ Tochter Brigitte ergänzte: „Mit der derzeitigen Unterbringung unserer Mutter im CURATA Heim in Abbensen sind wir sehr zufrieden.“