100.000 Euro für Wedemärker Schulen

Bürgermeister Helge Zychlinski nahm die Zuwendungsbescheide für die Wedemärker Schulen aus den Händen von Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne entgegen. Dabei waren der Sachbearbeiter Schulen in der Gemeindeverwaltung, Karl Pfeiffer (hintere Reihe von links), Realschulleiter Jens Szabo, Katrin Meinen und Thore Böttcher von der Schulleitung des Gymnasiums und IGS-Schulleiterin Heike Schlimme-Graab. Foto: A. Wiese
 
Kultusminister Grant Hendrik Tonne (links) übergab die Zuwendungsbescheide offiziell an Bürgermeister Helge Zychlinski. Foto: A. Wiese

Kultusminister überbringt Zuwendungsbescheide persönlich

Wedemark (awi). Mit Zuwendungsbescheiden in Höhe von insgesamt knapp 100.000 Euro im Rahmen des Digitalpaktes im Gepäck traf sich Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne am Mittwoch im Bissendorfer Bürgerhaus mit Bürgermeister Helge Zychlinski und den Schulleitungen der drei weiterführenden Schulen in der Wedemark, Katrin Meinen und Thore Böttcher vom Gymnasium, Heike Schlimme-Graab von der IGS und Jens Szabo von der Realschule.
Der Digitalpakt Schule der Landesregierung dient dazu, die digitale Infrastruktur in den Schulen zu verbessern. Dies können die Verbesserung der WLAN-Ausleuchtung an der Schule sein oder die Ausstattung mit digitalen Anzeige- und Interaktionsgeräten wie zum Beispiel interaktiven Tafeln. Es kann aber auch der Aufbau und die Weiterentwicklung digitaler Lehr-Lern-Infrastrukturen wie zum Beispiel Lernplattformen gefördert werden.
Auch Schulen in der Wedemark haben ein Digitalisierungskonzept erarbeitet. Mitte Mai hatte die Gemeinde Wedemark die Anschaffung von mobilen Computern für die Schulen bereits vorfinanziert, um das mobile Learning für  Schüler während des Corona-Lockdowns zu erleichtern.Die Gemeinde Wedemark ist für die Anschaffung von mobilen Endgeräten für die Schulen bereits in Vorleistung gegangen und freute sich jetzt, die Förderbescheide schriftlich in Händne zu halten, versicherte Bürgermeister Helge Zychlinski. Das Gymnasium und die IGS erhalten jeweils 25.000 Euro, die Realschule 12.500 Euro, die Grundschule Elze 20.500 Euro und die Grundschule Bissendorf 16.500 Euro.
Er sei dankbar, so Bürgermeister Zychlinski bei der Übergabe, dass das Verfahren auf Landesebene entschlackt worden sei, um es zu beschleunigen, und dass die Wedemark von dem Paket profitiere. Die Gemeinde habe sich frühzeitig auf den Weg gemacht, an ihren Schulen und öffenltichen Gebäude Glasfaser vorgerüstet und auch die Grundschulen ausreichend verkabelt. Doch merkten er und seine Mitarbeiter jetzt, vor was für gewaltigen Herausforderungen sie ständen, räumte der Verwaltungschef ein. Der Investitionskostenzuschuss vom Land sei sehr hilfreich, doch die wirklichen Kosten für die Unterhaltung folgten ja erst noch. Die Gemeinde veranschlagt rund 20.000 Euro monatlich plus zwei volle IT-Stellen. Man dürfe nicht außer acht lassen, "dass auch das hier wieder so ein Ding ist, das bei den Kommunen obendrauf kommt, den letzten beißen wie immer die Hunde", so Zychlinski am Mittwoch vor Tonne und den Schulleitern.
Der Kultusminister betonte, das das Land seit letztem Jahr 522 Millionen Euro für Niedersachsens Schulen in die Hand genommen habe, das seine eine nie dagewesene Gesamtsumme, und zwar ohne kommunalen Eigenanteil.Die Umsetzung sei für die Kommunen flexibel möglich und erfolge nicht im "Windhundverfahren": Mittel schnell akquirieren, aber man weiß noch gar nicht, wohin damit. Das Prinzip laute: Sockelbeträge pro Schule plus Kopfbeträge nach Schüleranzahl. Die Gelder müssten auch nicht in einem Schwung beantragt werden, sondern könnten je nach Bedarf abgerufen werden.Ursprünglich war geplant, zunächst die Infrastruktur in den Schulen herzustellen und dann die digitalen Endgeräte zu erwerben. Corona habe diese Reihenfolge auf den Kopf gestellt. Das Programm sei noch um weitere 50 Millionen Euro ergänzt worden und die Pädagogik sei vor die Technik gesetzt worden, um Homeschooling für alle Schüler gleichberechtigt zu ermöglichen, was nur unter gleichen Voraussetzungen möglich sei. Die Gemeinde hatte sich daher eng mit den Schulen abgestimmt, welche Schüler Leihgeräte benötigten und da, wo es nötig war, auch die technischen Voraussetzungen für die Arbeit  mit dem Internet geschaffen.
Tonne wies darauf hin, dass die digitale Technik das Lernen per se nicht einfacher mache, aber eine gute und moderne Form von Schule sei, unterschiedlich von Schule zu Schule und von Fach zu Fach.
Der Minister bekundete seine Dankbarkeit gegenüber Schulträger und Schulen für die Vorarbeit. Allerdings könne man nicht erwarten, dass einfach ein Schalter umgelegt werde und dann funktioniere das mit dem digitalen Lernen, sondern es sei ein Prozess, der auch sehr von der persönlichen Arbeitsweise jeden einzelnen beeinflusst werde. Schließlich sprach Tonne auch den Landtagsabgeordneten seinen Dank für die Genehmigung der Haushaltsmittel für den Digitalpakt aus. Zychlinski richtete Grüße der für die Wedemark zuständigen Landtagsabgeordneten Editha Westmann und Rüdiger Kauroff aus, die bedauerten bei dem Termin nicht dabei sein zu können.