127 Einsätze mit 1.764 Stunden Dauer

Geehrte, Beförderte und Funktionsträger bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Mellendorf.
 
Brandabschnittsleiter Horst Holderith (rechts), der mit der Regionsbereitschaft 5 in Meppen war, und sein Stellvertreter Volker Kluth (links) überreichten Mellendorfs Ortsbrandmeister Cord Hanebuth ein Bild als Dankeschön für die spontane Mellendorfer Unterstützung bei diesem Moorbrand-Einsatz. Foto: A. Wiese

Schwerpunktfeuerwehr hat immer mehr technische Hilfeleistungseinsätze

Mellendorf (awi). Im Jahr 2018 haben die Feuerwehrfahrzeuge der Schwerpunktfeuerwehr Mellendorf insgesamt 14.323 Kilometer zurückgelegt. Das Dienstbuch weist 3.300 Dienststunden aus, davon 2.350 Stunden feuerwehrtechnische Dienste und 950 Sonderdienststunden. Nicht eingerechnet sind Aktivitäten der Funktionsträger außerhalb des Dienstgeschehens, Vorbereitungen, Lehrgänge und Ausbilderaktivitäten. In 2018 gab es für die Feuerwehr Mellendorf 127 Einsätze mit insgeamt 1.764 Stunden Dauer. Dabei liegt der Schwerpunkt mit 56 Prozent der Einsätze mittlerweile auf technischen Hilfeleistungen, berichtete Ortsbrandmeister Cord Hanebuth am Sonnabend bei der Jahreshauptversammlung.
Von diesen 56 Prozent seien wiederum 46 Prozent Türöffnungen, um Menschen in Notlagen zu helfen, 23 Prozent Unfälle mit eingeklemmten Personen, 20 Prozent Wasser- und Sturmschäden, sieben Prozent Gefahrguteinsätze, drei Prozent ausgelaufene Stoffe und eine Großtierrettung gewesen. Bei den Brandeinsätzen führten Wohnhaus-, Zimmer- und Dachstuhlbrände die Statistik mit 29 Prozent an, Brandmeldeanlagen folgten mit 27 Prozent, Böschungs- und Buschwerkbrände mit 21 Prozent und Brände von Verkehrsmitteln mit 16 Prozent. Sehr ungleich sei die Verteilung der Einsätze auf die Monate: vier Einsätze im Juni standen beispielsweise jeweils 16 Einsätzen im Mai und August gegenüber. Herausragende Einsätze seien für die Mellendorfer Kameraden der Ofenbrand in der Fischräuscherei Pflüger in Hellendorf, der Brand eines Pkw auf dem Parkplatz eines Supermarktes an der Wedemarkstraße, der Flächenbrand bei Schadehop, der Mähdrescherbrand bei Negenborn und der Dachstuhlbrand in Wiechendorf gewesen. Dem Flächenbrand im Juni komme durch die starke physische und psychische Belas-tung der Kameraden ein besonderer Stellenwert zu, betonte Cord Hanebuth, zumal ein Kamerad mit einer gebrochenen Hand ins Krankenhaus habe eingeliefert werden müssen. Die Kameraden hätten ihre Eindrücke in einer Nachbesprechung verarbeitet. Positiv angekommen sei der ausdrückliche Dank der betroffenen Schadehoper, den diese mit einem persönlichen Brief und einer Zeitungsanzeige sowie einem Präsentkorb für den verletzten Kameraden zum Ausdruck gebracht hätten.
Außer den diversen Einsätzen hätten auch die Umbauarbeiten im Feuerwehrhaus die Kameraden gefordert. Die Arbeiten im ersten Obergeschoss und die Gartenpflege seien in Eigenleistung erbracht worden. Jetzt stehe noch die Umgestaltung der Atemschutzwerkstatt mit einem Durchbruch der Räume an. In diesem Zusammenhang ging die Bitte des Ortsbrandmeisters an die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier, den Wunsch der Feuerwehr nach einer Außentür noch einmal zu prüfen, auch wenn langfristig der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses für Mellendorf geplant sei. Die Umrüstung von analogem auf Digitalfunkverkehr mit der entsprechenden Schulung der Kameraden werde auch die Feuerwehr Mellendorf 2019 entsprechend beschäftigen, kündigte Hanebuth an. Ein weiteres Thema ist das neue Löschfahrzeug, das im zweiten Quartal ausgeliefert werden soll, und natürlich auch das Ende des Jahres erwartete Katastrophenschutzfahrzeug. Das nächste, was dann anstehe, sei die Ersatzbeschaffung für die Drehleiter, die ihre Schatten bereits vorauswerfe. Bei den Beförderungen (siehe auch Bild oben) stachen die Beförderungen von Raffael Sachse und Dirk Brockmann zu Ersten Hauptfeuerwehrmännern besonders hervor, denn diesen Dienstrang hat es in Mellendorf bisher so noch nicht gegeben. Er ist an eine mindestens 15-jährige Dienstzeit und eine Funktion gekoppelt. Sachse ist stellvertretender Gerätewart, Brockmann Atemschutzgerätewart. „Wir haben für diese Beförderung unserer Kameraden gekämpft“, betonte Hanebuth. Die Beförderungen durch Gemeindebrandmeister Maik Plischke von Jennifer Hanebuth zur Löschmeisterin und von Benjamin Kummer zum Löschmeister erfolgte auf Grund der Tätigkeit beider als Ausbilder in der Truppmannausbildung auf Gemeindeebene. Auch dies bedurfte besonderen Einsatzes der Feuerwehrführung, denn die Feuerwehrverordnung sieht die Beförderung für Ausbilder nicht vor. Hierfür musste eine Sondergenehmigung von der Regionsfeuerwehr eingeholt werden. Ihren Dank an die Feuerwehr brachten in ihren Grußworten auch Ortsbürgermeisterin Jessica Borgas, Pastorin Silke Noormann, die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier zum Ausdruck. Weitere Grußworte sprachen Abschnittsleiter Horst Holderith und die Ortsbrandmeister aus Marklendorf und Schwarmstedt, Stefan Meyer und Wilfried von Bostel, mit denen die Mellendorfer Wehr freundschaftliche Beziehungen pflegt.

„Sicherheit im Mittelpunkt“
Mellendorf (awi). Bei den Versammlungen in den Ortswehren in den letzten Wochen war es bereits angeklungen, aber so deutlich, wie am Sonnabend bei der Jahreshauptversammlung in seiner eigenen Feuerwehr in Mellendorf, hatte es Gemeindebrandmeis-ter Maik Plischke bisher nicht gesagt: Dass 2018 für die Feuerwehrführung auf Gemeindeebene im Allgemeinen und für ihn im Besonderen ein sehr schwieriges Jahr war. Denn es sei nicht so ganz einfach den Dreiklang zu erreichen – ein gutes Klima in Verwaltung und Politik, ein gutes Klima mit den Bürgern und gleichzeitig für ein gutes Klima innerhalb der Feuerwehr zu sorgen. Seine Aufgabe als Gemeindebrandmeister, so Plischke, sei auch die eines Sicherheitsbeauftragten in übergeordneter Funktion. Und da steche man, wenn es um die Sicherheit auf Feuerwehrfahrzeugen und in Feuerewehrgerätehäusern gehe, schon mal in ein „Wespennest der Emotionalität“. Feuerwehrkamerad, Siegfried Hippler, früher hauptberuflich in der Gemeindeverwaltung tätig, habe immer gesagt: „Unfälle passieren nicht, sondern werden verursacht“. Und damit habe er Recht gehabt. Um die Sicherheitsfunktion der persönlichen Schutzausrüstung zu erhalten, sei jeder Feuerwehrkamerad bereit, die Waschanleitung zu beachten, aber die Anleitung zur sicheren Benutzung der Feuerwehrhäuser und andere Sicherheitshinweise, ob es um das Anschnallen im Fahrzeug oder den Bart unter der Atemschutzmaske gehen, würden emotional zerrissen, gab Plischke zu bedenken. „Wir machen das, weil wir Eure Sicherheit gewährleisten wollen“, betonte der Gemeindebrandmeister. Und vor genau diesem Hintergrund sollten die Kameraden auch alle Anweisungen im Zusammenhang mit der Datenschutzgrundverordnung positiv sehen. Er hoffe, dass Themen wie die jetzt anstehende Helmbeschaffung sachlicher und nicht mehr so emotional gesehen würden. Plischke bedankte sich bei den Mellendorfer Kameraden, die stets bereit seien, zusätzliche Funktionen auch auf Gemeindeebene wahrzunehmen. Er dankte Familien und Arbeitgebern der Feuerwehrleute und bat: „Beachtet, dass ihr immer heil aus euren Einsätzen zurückkommt und nehmt es nicht als Bürde wahr!“

Dankeschön für Einsatz in Meppen
Mellendorf (awi). Der Moorbrand auf dem Bundeswehrgelände in Meppen war ein außergewöhnliches Ereignis auch für die Regionsbereitschaft 5 der Feuerwehr, zu der die Wedemark gehört.
Innerhalb weniger Stunden stand eine Abordnung der Wedemärker Wehren ebenso wie ein Fahrzeug bereit und auf ging es unter der bewährten Führung von Brandabschnittsleiter Horst Holderith nach Meppen. Dass dort nach der langen Fahrt erst einmal Warten angesagt war, war nicht glücklich, aber unvermeidlich. Am Abend und in der Nacht kamen die Wedemärker dann aber noch zum Einsatz. Für die neun Mellendorfer, die dabei waren, gab es ein herzliches Dankeschön bei der Jahreshauptversammlung am Sonnabend vom Brandabschnittsleiter: Horst Holderith und sein Stellvertreter Volker Kluth überreichten Mellendorfs Ortsbrandmeister Cord Hanebuth ein Bild mit der Aufschrift „Vielen Dank für Deinen Einsatz! Du bist ein Held!“ Das Bild werde einen Ehrenplatz im Feuerwehrgerätehaus bekommen, versicherte Hanebuth erfreut. Holderith betonte, dass er sich über die persönliche Verabschiedung durch Bürgermeister Helge Zychlinski bei der Abfahrt nach Meppen gefreut habe, er bedankte sich für die schnelle Rückmeldung der Feuerwehrspitze aus der Wedemark über die Bereitstellung von Fahrzeug und Team und dankte selbstverständlich auch den beteiligten Kameraden für ihren Einsatz sowie deren Familien und Arbeitgebern für die Freistellung.