18 Monate Baustelle in Wennebostel

Etwa 80 Anlieger folgten der Einladung zur Informationsveranstaltung am Dienstagnachmittag im Gasthaus Bludau in Wennebostel. Region, Gemeinde und Baufirma hatten Ansprechpartner geschickt. Foto: A. Wiese

Einrichtung der Baustelle zur Sanierung der Ortsdurchfahrt beginnt Montag

Wennebostel (awi). Lange genug haben die Wennebosteler auf den Ausbau der K 107, die Ortsdurchfahrt In Wennebostel, gewartet. Der Beschluss zum Ausbau ist seit Juni 2016 rechtskräftung, entsprechende Überlegungen gibt es bereits seit 2013. Doch jetzt geht es endlich los.
Am Montag beginnt die Einrichtung der Baustelle, in der Woche darauf beginnt der Ausbau mit den Bauarbeiten im ersten von vier Abschnitten, nämlich am Ortsausgang Richtung Gailhof an der Kreuzung In Wennebostel/Zur Wietze und Hugo-Riechers-Straße. Bis Mai ist die Sanierung des Abschnitts bis zur Einmündung des Wennebosteler Kirchwegs mit Gehwegerneuerung und Fahrbahnverengung veranschlagt. Der zweite Abschnitt bis zur Kurve in der Ortsmitte soll bis August 2020 abgearbeitet werden. Der dritte Abschnitt bis zum Alten Postweg, wo ein kleiner Dorfplatz entstehen soll, ist bis Dezember 2020 geplant und im letzten Quartal will sich die Region bis zur Kreuzung Lindenstraße vorarbeiten. Dort soll der Gehweg verlegt werden. Insgesamt soll, überall da, wo es möglich ist, der Gehweg, der ausschließlich Fußgängern vorbehalten ist, mit 2,50 Meter Breite angelegt werden. Überall werde das aufgrund der gegebenen Örtlichkeiten aber nicht möglich sein, kündigte Roman Machmer vom Fachbereich Straßen der Region Hannover bei der Anliegerversammlung am Dienstagabend im Gasthaus Bludau vorsichtshalber schon mal an. Gemeinsam mit Hartmut Meißner vom Bereich Tiefbau bei der Gemeindeverwaltung und einem Vertreter der ausführenden Baufirma Scharnhorst Tief- und Straßenbau stellte sich Machmer den Fragen der Anlieger. Die waren enttäuscht, dass noch keine Aussagen zu den Kosten für die Anlieger getroffen werden konnten. Das erklärte der moderierende Ortsbürgermeister Achim von Einem jedoch mit der allgemeinen Preissteigerung im Verlauf der letzten drei Jahre und der Tatsache, dass zurzeit über die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung diskutiert werde. Nach geltendem Recht müssen die Anlieger die Sanierung des Gehweges bezahlen. Abgerechnet wird jedoch nach Abschluss der Baumaßnahme und der zu dem Zeitpunkt geltenden Rechtsnorm. Vor drei Jahren hatte der Gemeindevertreter von mutmaßlichen Kosten von 1,20 Euro pro Quadratmeter Grundstück gesprochen. Dieser Preis sei natürlich nicht zu halten, so von Einem. Er gehe aber davon aus, dass der Neubau des Gehwegs nicht teurer als maximal 1,60 Euro pro Quadratmeter würde, schätze von Einem vorsichtig. Parallel zur von der Region mit Fördergeldern des Landes finanzierten Fahrbahnsanierung in der rund 800 Meter langen Ortsdurchfahrt wird auf Gemeindekosten auch der Regenwasserkanal ganz neu gelegt. Der alte, völlig überlastete Kanal bleibt aber zusätzlich in Betrieb und auch an den Hausanschlüssen muss nichts geändert werden, betonte Hartmut Meißner.
Neben der Erreichbarkeit der Grundstücke, für die Region und Baufirma eine transparente Kommunikaton und die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse zusicherten, so dass beispielweise Rollstuhlfahrer mit ihrem Auto immer auf ihre Grundstücke kommen. Über diese Zusicherung freute sich Gabriele Wolff vom Behindertenbeirat, die selbst im Ausbaugebiet wohnt.
Neben der Erreichbarkeit machen sich die Anlieger auch Sorgen um die großen ortsbildprägenden Eichen an ihren Grundstücken. Roman Machmer von der Region versicherte jedoch, dass mit Wurzelbrücken und Handschachtungen, wo es notwendig sei, alles getan werde, um das Wohlergehen der alten Bäume zu gewährleisten. Aus diesem Grund werde während der gesamten Arbeiten ein Baumschutzexperte herangezogen, der die Arbeiten eng begleiten werde. Welche Maßnahme für welchen Baum notwendig seien, könne dieser aber immer erst aktuell bewerten, wenn das jeweilige Wurzelwerk freigelegt sei. Machmer appellierte an die Anlieger, auch selbst den Zustand der Bäume und Wurzeln zu dokumentieren, wenn der Boden geöffnet sei.
Resümierend äußerte Ortsbürgermeister Achim von Einem die Hoffnung, dass die Belastungen für die Anlieger möglichst gering gehalten werden könnte und die Bäume entlang der Straße keinen Schaden nehmen würden. Verbunden mit dem Ausbau sei die Erwartung, dass die Einmündung zur L 383 durch die Verlegung des Gehweges und dieser selbst durch die Verbreiterung sicherer werde, durch den neuen Kanal die regelmäßigen Überflutungen abgestellt und durch die Versetzung der Fahrbahn und die Verengungen die Druchschnittsgeschwindigkeit entschärft werden würde.