20 Stunden Nonstop-Musikprogramm

Zur Verstärkung der Atmosphäre beim 20-stündigen Jubiläumskonzert des Orgelbauvereins Brelingen ist der Kirchenraum von St. Martini in blau-rot-weißes Licht getaucht. Foto: B. Stache
 
Die Brelinger Musiklehrerin und Organistin Monika Döring-Brucks spielt am Freitagabend bis 22.20 Uhr auf der Orgel. Foto: B. Stache

Experiment gelungen – Alle halten durch beim Jubiläumskonzert

Brelingen (st). Das außergewöhnliche Konzert des Orgelbauvereins St. Martini Brelingen endete am Sonnabend kurz nach 16 Uhr – ein 20-stündiges Nonstop-Musikprogramm fand damit seinen gelungenen Abschluss in der Brelinger Kirche. Außergewöhnliche, gute Veranstaltungen haben den Orgelbauverein schon immer ausgezeichnet. Außergewöhnlich gut, mit einem mutigen Programm, fiel auch sein Jubiläumskonzert am Wochenende aus. Zu Beginn der Veranstaltung, die der engagierte Verein am Freitagabend um 20 Uhr aus Anlass seines 20-jährigen Jubiläums mit einer Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Klaus Mencke eröffnete, ließen sich die ersten Besucher schon gleich auf das Experiment ein: 20 Stunden Nonstop-Konzert, bei dem ausschließlich das Musikstück des französischen Komponisten Erik Satie „Vexations“ (Quälereien) gespielt wurde – 840-mal ohne Unterbrechung. Die Interpreten, die sich alle 20 Minuten abwechselten, brachten unter anderem Orgel, Saxophon und Akkordeon zum Einsatz. Die Brelinger Musiklehrerin und Organistin Monika Döring-Brucks spielte am Freitagabend bis 22.20 Uhr die Orgel, an der sie von Hans-Jürgen Weiß abgelöst wurde. „Wir haben uns zuvor schon am Flügel abgewechselt“, berichtete sie. Der „Vexations“-Vortrag auf dem Flügel wirkte sehr meditativ. Die ganze Vielfalt der Klänge in der für ihre gute Akustik bekannte St. Martini Kirche erfuhren die Konzertbesucher vor allem beim Orgelspiel. Zur Verstärkung der Atmosphäre war der Kirchenraum in blau-rot-weißes Licht getaucht. Die insgesamt 20 beteiligten Interpreten, Musiker und Gruppen, spielten bis etwa Mitternacht äußerst werkgetreu. In der späten Nacht brachten sie zunehmend Variationen und Interpretationen des Satie-Stückes zu Gehör. Die Mitglieder des Orgelbauvereins Elisabeth Sacht und Harald Platte sorgten zu Beginn der Dunkelheit mit Kerzenbeleuchtung für gutes Licht, um den Konzertbesuchern den Weg in die Kirche zu erleichtern. „Am Sonnabend kamen immer mal wieder neue zuhörende Gäste in die Kirche, und alle waren begeistert von der Atmosphäre bei diesem Konzert. Auch in unserem Gästebuch haben viele von dem besonderen Erlebnis geschwärmt. Meistens ging es dann um die sehr tiefgehenden Gedankenausflüge, zu denen diese Musik anregt. Meditation, sich Wegträumen, dazu waren offensichtlich Musik und Raumgestaltung besonders förderlich“, berichtete Klaus Mencke. Neben dem Klangerlebnis hatten die Organisatoren weitere Highlights bei ihrem Jubiläumskonzert aufgeboten – Ruhesessel und andere Sitzgelegenheiten standen in St. Martini bereit, auf einem Bildschirm wurde ein Video mit Rückblicken auf die vergangenen Konzerte des Orgelbauvereins gezeigt, auf einem anderen präsentierten sich die Interpreten und Wedemärker Orgeln. Auf dezent beleuchteten Infotafeln erfuhren die Besucher alles Wissenswerte über die 20-jährige Geschichte des Brelinger Vereins. Am Kircheneingang gab es eine Getränkeecke zur Selbstbedienung. „Wir haben uns mit diesem Konzert etwas ganz Besonderes geschenkt.“, freute sich Sabine Kleinau-Michaelis vom Vorstand des Orgelbauvereins. Das 20-stündige Jubiläumskonzert fand bei einem Empfang mit Pizza aus dem Backhaus im Pfarrgarten einen entspannten Ausklang.