25 Jahre Innovation in der Abwasserreinigung

HASTRABAU-Geschäftsführer Dr. Günter Fehr bedankte sich bei dem langjährigen Klärwerksleiter Rudi Ringe mit einem ganz besonderen Präsent, einer hochwertigen Küchenmaschine. Foto: A. Wiese
 
Foto: Hastra BAU

Langjähriger Geschäftsführer und Klärwerksleiter Rudi Ringe verabschiedet

Bissendorf. 1986 haben die KED HASTRABAU Kommunale Entsorgungsdienste die Aufgaben der Abwasserreinigung in der Wedemark übernommen. Seitdem sind 25 Jahre vergangen – eine Geschichte von Innovationen und Investitionen. Gefeiert hat sie das Unternehmen im Bürgerhaus Bissendorf jetzt auch zusammen mit den Gästen, die das Rad der Privatisierung gern wieder zurückdrehen möchten.
Als die damals neu gegründete KED Mitte der 80er Jahre die Ärmel hochgekrempelt hat, gab es viel zu tun. Innerhalb weniger Jahre wurden acht neue Pumpstationen und ein Hauptpumpwerk sowie mehrere hundert Kilometer Schmutz- und Abwasserleitungen gebaut. 1993 folgte der erste große Meilenstein. Auf der inzwischen erweiterten Kläranlage Bissendorf ging die 3,8 Millionen Euro teure Filtrationsanlage in Betrieb. Damit waren sieben der in der Wedemark verteilten und völlig veralteten Einrichtungen stillgelegt. Zumindest damals klatschte die Politik freudigen Beifall, weil das Weitermachen in Eigenregie mindes-tens 30 Prozent mehr gekostet hätte.
Investiert wurde allerdings nicht nur am grünen Ortsrand von Bissendorf. Seit 1997 sorgen Überlaufbecken in Brelingen und Negenborn dafür, dass bei Starkregen keine Umweltschäden durch Überlastung der Klärstufen entstehen. Sechs Jahre später schaltete sich die neue Kläranlage Resse in den Wasserkreislauf ein, das Pumpwerk am Pufferbehälter Mellendorf wurde saniert und acht weitere Pumpstationen errichtet. Unter dem Strich stieg damit die Summe, die das private Unternehmen in sauberes Wasser gesteckt hat, auf weit über 18 Millionen Euro. „Solche Aufwendungen für den Gewässerschutz in der Wedemark gibt es nicht zum Nulltarif“, machte KED-Geschäftsführer Dr. Günter Fehr deutlich. Dass es über so lange Zeit in Sachen Klärtechnik und Umweltschutz immer weiter voran ging, ist zumindest bis zum Jubiläumsabend in ganz weiten Teilen der Verdienst von Rudi Ringe. Der bisherige Chef der Kläranlage, der die technischen Details von fast jedem der 275.000 Kanalmeter und jedem der 96 Pumpwerke in der Wedemark aus dem Gedächtnis abrufen kann, wurde anlässlich der Feierstunde in den wohl verdienten Ruhestand verabschiedet. Für ihre Leistung und ihren Einsatz bekamen er und sein Team mehr Beifall als aus der Reihe der Festredner, die nicht nur zwischen den Zeilen ihre Standpunkte in der Diskussion um die Zukunft des privat-kommunalen Kooperationsvertrages einzuflechten wussten.Gewohnt moderat baute Beiratsvorsitzender Professor Rudolph Brücken zwischen dem Für und Wider der Zusammenarbeit. Gewohnt deutlich kündigte Bürgermeister Bartels den Wechsel in der Verantwortung für sauberes Wasser an, so HASTRABAU KED in seiner Pressemitteilung. Und erwartet weitblickend machte Dr. Frank von Gersum von der RWE Aqua für die KED-Gesellschafter deutlich, wie viel Know how und Umweltkompetenz man da möglicherweise in fünf Jahren ziehen lässt. Unbeeindruckt davon
drücke die KED in ihrem Jubiläumsjahr unter der neuen Geschäftsführung von Dr. Günter Fehr noch einmal aufs Gaspedal. Erst vor wenigen Wochen wurde sie als eines von bundesweit ganz wenigen Unternehmen der Abwasserreinigung für ihr Qualitätsmanagement zertifiziert. Eine neue Zentrifuge bereitet den Klärschlamm noch besser für den Einsatz als Düngemittel in der Landwirtschaft auf. Und bereits 2010 hat das Team um Betriebsleiter Marco Leverenz die Fernüberwachung der Pumpwerke eingeschaltet. Für die Bürger eine zusätzliche Sicherheit, dass sie durch technische Pannen keine feuchten Keller bekommen. Ein Engagement von Seiten des „Geburtstagskindes“, vor dem auch die Kritiker geschlossen den Hut zogen.
Vor der festlichen Veranstaltung zur 25-jährigen Zusammenarbeit zwischen HASTRABAU KED und Gemeinde Wedemark und der Verabschiedung von Rudi Ringe hatte die KED zum Tag der offenen Tür auf die Kläranlage in Bissendorf eingeladen. Dort stellte auch die Klasse 8a des Gymnasiums Mellendorf ihre Unterrichtsergebnisse vor. Die Klasse 8a hat ein mathematisch-naturwissenschaftliches Profil. Im Unterricht bearbeiteten die Schüler nach einem Besuch der Kläranlage folgende Themen, die einige Vertreter der Klasse am 28. Juni dann zum „Tag der Offenen Tür“ in Posterform vorstellten: Wasservorräte der Welt, in Europa und Deutschland. Wasserangebot, Wasserverbrauch und Grundwassernutzung; Abwasser, Abwasserbehandlung, Kanalnetz und Abwassergebühren. Die Bearbeitung erfolgte als klasseninterner Wettbewerb. Die besten Ergebnisse kamen zur Präsentation. Die Konrad-Adenauer-Schule hatte bereits vor zwei Wochen ein Projekt auf der Kläranlage durchgezogen und die beiden Faultürme bunt angemalt. Bei der Festveranstaltung am Dienstag im Bürgerhaus überreichte eine Abordnung der Schüler der Hauptschule mit ihrer Lehrerin Nadine Cornelius dem scheidenden Rudi Ringe ein professionelles Plakat mit den neu gestalteten Faultürmen als Abschiedsgeschenk.