32 Unwetter-Einsätze für Feuerwehr

Der letzte Einsatz ist abgearbeitet. Am Mittwochnachmittag nach 14 Uhr beobachtet Mellendorfs Ortsbrandmeister Cord Hanebuth, wie seine Kameraden den Nassauger wieder einladen, nachdem sie einen Keller in einem Mehrfamilienhaus am Vosskamp leer gepumpt haben. Foto: A. Wiese

In der Wedemark liefen allenthalben die Keller und Garagen voll

Wedemark (awi). Das spreche noch einmal einer von einem trockenen Jahr: Das Unwetter in der Nacht zum Mittwoch forderte die Wedemärker Ortsfeuerwehren in besonderer Weise. 32 Alarmierungen von 0.50 Uhr in der Nacht zum Mittwoch an, meldet Feuerwehr-Pressesprecher Michael Hahn am Mittwoch. Der letzte Einsatz am Vosskamp in Mellendorf war für die Mellendorfer Wehr erst nach 14 Uhr zu Ende. Bis auf eine Auslösung einer Brandmeldeanlage in Meitze, die vermutlich durch eine durch das Gewitter bedingte technische Störung bedingt war, wurde die Feuerwehr ausnahmslos zum Auspumpen vollgelaufener Keller und Garagen angefordert: einmal in Gailhof, 19 mal in Bissendorf, sechs mal in Hellendorf, zweimal in Brelingen, ein mal in Meitze und drei mal in Mellendorf. Ab 1.45 Uhr war die Einsatzleitung unter Führung von Gemeindebrandmeister Maik Plischke im Mellendorfer Gerätehaus vor Ort und übernahm die Koordination der Einsätze. Nur in einem einzigen Fall in Hellendorf musste der Stromversorger involviert werdne, da hier der Keller so voll Wasser war, dass die Haussicherung nicht mehr abgeschaltet werden konnte. Von was für Wassermengen die Rede ist, wird an den Daten deutlich, die die örtlichen Wetterstationen am Mittwoch lieferten:
„Zu dem nächtlichen Unwetter kann ich melden, das ich an meiner Station 46,6 Milimeter, also Liter pro Quadratmeter gemessen habe. Dieses ist nach Bergen in der Lüneburger Heide mit 52 Milimetern der zweithöchste Wert in Deutschland“, berichtet Wolfgang Schrödter aus Bissendorf, der bei sich zuhause seit vielen Jahren eine private Wetterstation betreibt. Von Interesse dürfte sein, dass der überwiegende Teil dieser Menge, etwa 34 Liter, in der Zeit zwischen 0 und 0Uhr 30 gefallen ist. Im Oktober sind bisher 106, 1 Milimeter gefallen“, bilanziert Schröter. Friedemann Kober, der ebenfalls eine Wetterstation in Bissendorf hat, und in regem Austausch mit Wolfgang Schröter steht. „Die an meiner Station gemessene Niederschlagssumme der letzen 24 Std. beträgt 55 Liter pro Quadratmeter. Davon sind allein innerhalb von zehn Minuten von 0.10 bis 0.20 Uhr 24 Liter pro Quadratmeter gefallen“, teilt Kober mit. Er konnte auch herausfinden, dass in Elze- Bennemühlen in 24 Stunden 47,6 Liter pro Quadratmeter herunter gekommen sind. Dieser Wert bestäge auch die Richtigkeit seiner und Schrödters Messungen. Das gesamte klimatische Monatssoll für den Monat Oktober betrage übrigens in der Region 42 Liter pro Quadratmeter. Bisher habe sich die Niederschlagssumme an seiner Staion in diesem Monat auf bereits 124 Liter pro Quadratmeter akkumuliert“, gibt Kober bekannt. Diese Zahlen passen zu dem, was Mellendorfs Ortsbrandmeister Cord Hanebuth und seine Kameraden in der Nacht zum Mittwoch und am Vormittag durch ihre Tauchpumpen und Nasssauger gejagt haben. Sogar an seine eigene Adresse in einem Mehrfamilienhaus in Mellendorf musste Hanebuth einen Trupp schicken. „Wir hatten eine Gruppenalarmierung, haben uns für die teils parallelen Einsätze aufgeteilt“, berichtet Hanebuth, der selbst nur auf gerade mal zwei Stunden Schlaf in den frühen Morgenstunden kam, bevor es zum nächsten Einsatz ging. Wie für viele Kameraden war an Arbeit für ihn am Mittwoch nicht zu denken, da der Feuerwehr immer wieder neue volle Keller gemeldet wurden.