60 Jahre eine Ehe auf Augenhöhe

Riesig freute sich das diamantene Hochzeitspaar Marlis und Günther Peters über das Buchsbaumherz mit „Diamantschmuck“, das die Kinder als Überraschung gebunden hatten und posierten mit Bürgermeister Helge Zychlinski (rechts) und Ortsbürgermeister Peter Reuter für ein Foto. Foto: A. Wiese
 
Marlis und Günther Peters bei ihrer Hochzeit in der Negenborner Kapelle im August 1958. Foto: Privat

Günther und Marlis Peters aus Negenborn feierten diamantene Hochzeit

Negenborn (awi). „Ich kenne euch schon sehr lange und daher kann ich aus vollem Herzen sagen: Herzlichen Glückwunsch zu 60 Jahre Ehe auf Augenhöhe“, formulierte Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski am Dienstag seinen Glückwunsch für das diamantene Hochzeitspaar Marlis und Günther Peters aus Negenborn.
Der Bürgermeister freute sich, dass er trotz Termindruck seinem langjährigen Parteifreund Günther Peters (85) und Ehefrau Marlis (81) persönlich gratulieren konnte.
Zychlinski überreichte Urkunden von Gemeinde, Region und Innenminister sowie einen Präsentkorb, Ortsbürgermeister Peter Reuter hatte ein Präsent des Ortsrates dabei, dem Gremium, dem Günther Peters viele Jahre angehörte. Insgesamt war er 23 Jahre lang politisch für seine Heimatgemeinde tätig: Zunächst im Rat der noch selbstständigen Gemeinde Negenborn, dann kurze Zeit im Rat der Samtgemeinde Mellendorf-Negenborn und später nach einer kurzen Denkpause im Ortsrat Negenborn. Keine Frage, dass der überzeugte Sozialdemokrat auch Gründungsmitglieder der SPD 60 plus und Gewerkschaftsmitglied ist.
Bei allen Aktivitäten, auch in den örtlichen Vereinen, hielt ihm Ehefrau Marlis stets den Rücken frei und war selbst ebenso engagiert. Während ihr Mann aktiv die Feuerwehr unterstützte, tat sie es als förderndes Mitglied, beide unterstützen den Verein Feuerwehrwald und den Schützenverein und sie war zudem 24 Jahre lang beim DRK eine unverzichtbare Stütze.
Vor allem aber waren sie diese Stütze füreinander. Schon als Kinder spielten die beiden gebürtigen Negenborner gemeinsam im Wald, bauten Moosbuden zusammen. Als junge Menschen wurden sie dann ein Paar, das sich und die familiären und dörflichen Gepflogenheiten schon lange kannte und wusste, worauf es sich einließ. Am 28. August wurde im Hause des Negenborner Standesbeamten Willi Eickhoff standesamtlich geheiratet, einen Tag später in der Negenborner Kapelle kirchlich mit 120 Gästen. Zu Fuß zogen das Brautpaar und seine Gäste vom Elternhaus der Braut, der Mückenburg am Ortsausgang Richtung Brelingen, ihrem gemeinsamen Wohnsitz seit 60 Jahren, zur Kapelle. Für Musik bei Polterabend und kirchlicher Feier sorgten der Negenborner Spielmannszug und die Negenborner Blaskapelle, die mittlerweile seit langem Geschichte sind. Für die Feier wurden zwei Schweine geschlachtet und Suppe im Waschkessel gekocht. „Unser Eheleben hat auch Spaß gemacht und vor allem hat es funktioniert“, zieht Günther Peters auf seine trockene Art Bilanz. Die Familie war und ist für beide der Lebensmittelpunkt. In der Mückenburg wohnen drei Generationen unter einem Dach, aber in separaten Wohnungen: Marlis und Günther Peters, Bernd und Frauke Peters und die Enkel Caren und Philip. Tochter Anja kommt regelmäßig zu den Eltern, umsorgt sie auch am Tag der diamantenen Hochzeit, die am heutigen Sonnabend im großen Familienkreis bei Stucke in Mellendorf gefeiert wird.
Günther Peters hat seinen Lehrberuf Maurer nur acht Jahre ausgeübt, musste sich dann nach mehreren Leistenbrüchen etwas anderes überlegen und fing 1960 bei VW an, wo er bis zu seinem Eintritt in die Rente 1989 blieb. Den Arbeitsweg bewältigte er problemlos, teils in Fahrgemeinschaften, mit dem eigenen Auto. Denn früher war die ÖPNV-Anbindung Negenborns an Hannover noch nicht so komfortabel. Marlis Peters war ihr Leben lang Hausfrau und Mutter, später Oma, aus Leidenschaft. In den ers-ten Ehejahren lief noch wie bei ihren Eltern eine kleine Landwirtschaft nebenher, zwei Kühe, ein paar Schweine und Hühner. Heute weiden auf den verpachteten zehn Morgen Grünland rund um die Mückenburg Zeburinder – von den Peters quasi adoptiert und vom Wintergarten aus täglich beobachtet. Die Mückenburg hat ihren Namen übrigens zum einen tatsächlich von den Mücken, die in den Wasserlöchern rund ums Haus früher noch zahlreicher als heute vorhanden waren, aber der zweite Teil des Namens basiert auf dem Ausspruch von Marlis Peters Großvater ,In fünf Minuten verlasst ihr meine Burg‘, der zwar gerne und viel feierte, aber auch klare Ansagen machte, wenn es genug war. Das Wappen der 1892 erbauten Mück-enburg haben Marlis und Günther Peters zur Feier des 99-jährigen Bestehens selbst kreiert. Viel an- und umgebaut haben sie an ihrer „Burg“ und auch das habe sie zusammengeschweißt, sind beide überzeugt und sie schwören auf das Rezept, dass in einer Ehe jeder seine Rechte und Pflichten hat. Für ihr Alter sind beide heute noch fit. Auf dem Feld wie früher bei den Bauern arbeitet Marlis Peters natürlich nicht mehr, sie beschränkt sich auf Haus und Hof. Günther Peters liebt lange Spaziergänge mit dem Hund und packt überall mit zu, wo er gebraucht wird. Und wie ihr ganzes Leben lang schauen beide auch weiterhin positiv nach vorne in eine gemeinsame Zukunft.