74 Jahre nach Kriegsende

Treffen von Zeitzeugen bei Lesung mit Rolf Zick

Arnold Kirchner (Jahrgang 1923) trifft am Rande der Lesung am Freitag, 27. September Rolf Zick (Jahrgang 1921), welcher wie er auch vor 74 Jahren das Kriegsende in Tschechien erlebte. Kirchner war mit seiner Einheit im Norden und Zick im Süden von Tschechien dabei im Einsatz, als am 8, Mai 1945 ein Soldat aus dem Wald herausgelaufen kam mit den Worten „der Krieg ist aus“, so Kirchner. Wir waren in Erwartung eines sowjetischen Angriffes und hatten uns vorbereitet und waren völlig überrascht, ergänzte er. Beide befehligten als junge Offiziere Einheiten im Kampfeinsatz und erklärten der nachfolgenden Generationen, dass „sich niemand eine Diktatur in einem Krieg, der dann auch noch in einen totalen Krieg mündete,vorstellen könne“. Die jetzt lebenden Generationen müssten alles tun um einen Krieg jetzt und zukünftig zu verhindern.
Vier Tage später Arnold Kirchner rief die anwesenden Gäste der Partnergemeinde Roye im Bürgerhaus von Bissendorf auf, die Erinnerung wachzuhalten, die deutsch-französische Freundschaft zu erhalten und weiter auszubauen. Er sprach dabei Grußworte an die französischen Gäste aus. In diesem Zusammenhang arbeitet er derzeit an einer „zeitgemäßen Auffrischung“ des von ihm verfassten Gedichtes „Wie aus Feinden Freunde wurden“ welches im Rathaus von Roye und im Rathaus von Wedemark hängt.

Rolf Zick berichtete in der öffentlichen, gut besuchten Lesung aus seinem Leben. Dabei las er auch aus seinem Buch „Ich war dabei- ich habe überlebt“ Passagen aus der russischen Gefangenschaft in Sibirien vor. Diese und andere Erlebnisse waren Bestandteile der anschließenden Diskussion im Mehrgenerationenhaus. Es war eine sehr lebhafte Diskussion, welche aufgezeichnet wurde um dieses einzigartige Zeitzeugendokument auch nachfolgenden Generationen zugänglich zu machen. Die Veranstaltung begann um 18:30 Uhr und endete um 21:00 Uhr. Fredy Krause sprach am Schluss noch einmal Rolf Zick´ s Worte: „Jeder Krieg ist der größte Irrsinn“. „In Verantwortung die Erde für alle Generationen zu erhalten, bedeutet auch die
vorhandenen Ressourcen für alle teilbar zu machen“. Hierzu bedarf es der Klarheit
um der Wahrheit willen, so Zick weiter.