96-Profi kickte als Fünfjähriger bei SCW

Strahlten im Bissendorfer Clubheim des SC Wedemark am Sonnabend gemeinsam in die Kamera: der Wedemärker Hannover 96-Profi Valmir Sulejmani (3. v. l.) mit Vater Bajram, Mutter Selvije und Schwester Adelina, SCW-Vorsitzender Jörg Becker (r.) und der Vorsitzende des NFV-Kreisverbandes Hannover-Land, Fritz Redeker (l.). Foto: A. Wiese

Sulejmani outet sich als Wedemärker und bedankt sich bei seinem ersten Verein

Wedemark (awi). Hätten Sie‘s gewusst? Dass der 18-jährige Hannover 96-Profi Valmir Sulejmani in der Wedemark wohnt? Ein prominenter Wedemärker mehr, der jetzt ein Kleidungsstück für das Bissendorfer Museum spenden könnte. Am Sonnabend gab der Stürmer aber erst einmal Autogramme, nämlich den Kids vom SC Wedemark. Das ist der Verein, bei dem der Fußballer seine ersten Gehversuche mit dem runden Leder gemacht hat. Er spielte als Fünfjähriger beim SCW erst in der F-, dann in der E-Jugend-Mannschaft. Das Geschenk, das er am Sonnabend für seinen ersten Verein im Gepäck hatte, konnte sich sehen lassen: Ein Scheck über 1.950 Euro für die Jugendabteilung des SCW, den der Vorsitzende des Fußball-Kreises Hannover-Land, Fritz Redeker, überreichte.
Zum SCW gebracht hat den damals fünfjährigen Valmir sein damaliger Nachbar aus dem Westerfeldweg in Bissendorf und späterer Trainer Sven Habekost: „Wochenlang schoss der Knirps den Ball von morgens bis abends gegen die Garage, bis eine Delle drin war“, erzählt Habekost. Daraufhin machte er kurzen Prozess und nahm den hoffnungsvollen Nachwuchskicker mit zum SC Wedemark, der sich schon damals in der Jugendarbeit stark engagierte. Doch allzu lange blieb er da nicht. Wer Talent hat, wird entdeckt: Von seinem neunten Lebensjahr an spielte Valmir Sulejmani in der Jugendabteilung von Hannover 96. Um das mit der Schule vereinbaren zu können, musste der Gailhofer die Schule wechseln. Nach der Grundschule in Bissendorf, hatte er bis zur achten Klasse die Realschule Wedemark besucht. Die neunte und zehnte Klasse absolvierte er dann jedoch an der KGS Hemmingen, die eng mit Hannover 96 kooperiert. Nach dem
erweiterten Realschulabschluss wechselte er letztes Jahr im Sommer auf ein Gymnasium in Hannover. Aber Valmir Sulejmani musste einsehen: Auf mehreren Hochzeiten zu tanzen ist schwierig. Denn 2013 hatte ihn auch der Ruf in die U-19-Mannschaft der Bundesliga erreicht, für die er sechs Spiele bestritt, und zwar so erfolgreich, dass er innerhalb von nur einem Monat in die zweite Mannschaft des Vereins aufrückte und im Oktober beim 2:0-Sieg gegen den SC Victoria Hamburg in der Regional-Liga Nord sein Debüt gab. Nach nur zwei Einsätzen in der zweiten Mannschaft wurde Valmir Sulejmani Ende Oktober letzten Jahres in das regelmäßige Training der ersten Mannschaft aufgenommen und gehörte am 3. November beim 2:3 gegen Werder Bremen zum ersten Mal zum Bundesligakader der Roten. Am 14. Dezember gegen den 1. FC Nürnberg kam er dann zum ers-ten Mal zum Einsatz, als er in der 74. Minute für Artur Sobiech eingewechselt wurde. Dabei leistete er er in der Schlussphase die Vorarbeit zum 2:3 durch Mame Diouf, wobei dieser Treffer durch eine nicht geahndete Abseitsposition für starke Kritik am Schiedsrichtergespann sorgte. So ist es zumindest bei Wikipedia dokumentiert. Ende April dieses Jahres hat Valmir Sulejmani seinen ersten Profivertrag bei Hannover 96 unterschrieben, mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2017. Schulisch ist er auf die Buhmann-Schule in Hannover gewechselt und will hier sein Fachabitur machen.
Allzuviel Zeit, erneut bei seinem ersten Verein, dem SC Wedemark vorbeizuschauen, wird er daher in den nächsten Monaten nicht haben. Dennoch freuten sich Valmir Sulejmani, seine Schwester Adelina und seine Eltern Bajram und Selvije über das Wiedersehen mit Trainern und Verantwortlichen des SC Wedemark, die die Karriere ihres früheren E- und F-Jugendspielers mit den albanischen Wurzeln gespannt verfolgen.