97 Einsätze für die Feuerwehr Mellendorf

Ortsbrandmeister Holger Schmidt (l.) und sein Stellvertreter Cord Hanebuth (r.) mit den Beförderten Maik Plischke, Eike Sören Hanebuth, Andreas Henstorf, Christoph Hellrung, Wiebke Rose, Christoph Rose, Tobias Meyer, Jasmin Behrendt und Marcel Wiegand. Foto: A. Wiese
 
Die Altersabteilung der Feuerwehr Mellendorf. Foto: A. Wiese

Die Autobahn 7 gehört zu den Brennpunkten – Bartels fordert Tempolimit

Mellendorf (awi). PKW-Brände und schwere Unfälle – zum Teil sogar mit Todesfolge – gehören zu den Haupteinsatzgebieten der Feuerwehr Mellendorf. Das ging aus dem Jahresbericht von Ortsbrandmeister Holger Schmidt ebenso klar hervor wie aus der Aufzählung der Einsätze, die der stellvertretende Ortsbrandmeister Cord Hanebuth mit Hilfe eines Beamers bei der Hauptversammlung der Mellendorfer Wehr am Samstagabend im Gasthaus Stucke vor vollbesetztem Saal Revue passieren ließ. In einem Fall verhinderte nur die Schutzkleidung eines Feuerwehrmannes, dass bei der Explosion eines Airbags bei einem PKW-Brand Schlimmeres passierte, als Metallteile durch die Gegend flogen. Holger Schmidt bedankte sich in diesem Zusammenhang noch einmal ausdrücklich bei der Gemeinde, die nach einem Unfall vor einigen Jahren nach und nach entsprechende Schutzkleidung für alle Feuerwehrleute beschafft hatte. Auch Bürgermeister Tjark Bartels ging in seinem Grußwort auf die Autobahneinsätze der Wehr ein und bedankte sich für „diese besonders schweren Einsätze“. Insbesondere der Busunfall bei Berkhof, wo das besonnene Verhalten des Busfahrers Schlimmeres verhindert hatte, habe gezeigt, wie haarscharf man an Katastrophen vorbeischrammen könne. Die Gemeinde habe auf Grund der massiven Unfallhäufung auf der A7 in beiden Fahrtrichtungen ein Tempolimit bei den Verantwortlichen beantragt. Das sei jedoch leider derzeit definitiv nicht möglich, bedauerte Bartels und versicherte: „Wir sind der Überzeugung, es geht nicht ohne.“ Dass die Mellendorfer Wehr trotz ihrer vielen und schweren Einsätze selbst das Jahr 2011 ohne einen einzigen Unfall – abgesehen von einem abgefahrenen Spiegel in einer zu engen Rettungsgasse – bewältigt habe, lobte der Bürgermeis-ter ganz besonders. Dies spreche für eine gut geführte Feuerwehr, die sich viele Gedanken im Vorfeld mache und sich vor Ort sehr diszipliniert verhalte, so Bartels. Bartels Dank ging außerdem an die Familien der Feuerwehrleute für ihre Unterstützung.
Die Grüße der anderen 14 Ortswehren und seiner beiden Stellvertreter überbrachte Gemeindebrandmeister Michael Hahn der Versammlung. Auch er zollte den 97 Einsätzen der Mellendorfer Wehr plus ihrem Engagement bei den Veranstaltungen zum 90-jährigen Bestehen im vergangenen Jahr Res-pekt und dankte Ortsbrandmeister Holger Schmidt und seinem Kommando für die hervorragende Leis-tung. Die Mellendorfer Feuerwehr versehe Aufgaben für die gesamte Gemeindefeuerwehr und sei immer einsatzbereit, wovon die anderen 14 Wehren partizipierten. Hahn lobte die Mellendorfer als „hochmotiviert, sachlich und pragmatisch im Einsatz, mit der Technik gut vertraut und ein Garant für die Sicherheit der Betriebe und für eine gute Lebensqualität in der Gemeinde“. „Die Feurwehr“, so der Gemeindebrandmeister, „ist unverzichtbar“. Das sei auch das Motto des Landesverbandes. Feuerwehr sei kein Selbstzweck, sondern versehe Aufgaben für die Gemeinschaft. Hahns Dank galt den Aktiven ebenso wie Alterskameraden und Jugendwehr und den Führungskräften. Er betonte aber auch, dass Feuerwehr ohne die Unterstützung der kommunalen Arbeitgeber nicht funktionieren würde. Ebenso wie Bartels bedankte sich auch Michael Hahn ausdrücklich bei den Familien der Feuerwehrleute. Ortsbürgermeister Christa Goldau zeigte sich „fasziniert, begeistert und auch erschrocken, was Sie hier leisten“ und versicherte: „Meine ideelle Unterstützung haben Sie!“ Auch Pastor Lars Wißmann aus Mellendorf, der an diesem Abend seine Frau Silke Noormann vertrat, bot den Feuerwehren kirchliche Unterstützung vor allem auch nach den manchmal sehr schweren Einsätzen an.
Die Feuerwehr Mellendorf verfügt zurzeit über 75 Aktiven, davon elf Frauen, 19 Alterskameraden und 295 fördernden Mitgliedern sowie 13 Mitgliedern in der Jugendfeuerwehr. Ihr Dienstbuch weist 3.807,75 Dienststunden aus und 1.389 Einsatzstunden bei 50 Brandeinsätzen und 47 technischen Hilfeleistungen. Befördert wurden Dr. Maik Plischke und Holger Schmidt zum Oberbrandmeister, Eike Sören Hanebuth zum Oberlöschmeister, Andreas Henstorf zum Löschmeister, Wiebke Rose zur Oberfeuerwehrfrau, Christoph Hellrung, Tobias Meyer und Marcel Wiegend zum Oberfeuerwehrmann, Jasmin Behrendt zur Feuerwehrfrau und Christoph Rose zum Feuerwehrmann. Vor Ort geehrt wurden Dirk Steinwede, Ulrich Schliep und Bernd Mazarin für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft, Marco Hahnel und Matthias Dorsch für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft sowie Erika Wöhler und Werner Hanebuth für 25 Jahre fördernde Mitgliedschaft. Zur Ehrung standen an, waren aber nicht anwesend Heinrich Stucke (60 Jahre fördernd), Rolf Reupke, Hans Standvoß und Hans-Joachim Schulz (40 Jahre fördernd) und Jörg Hauptner, Horst Halberstadt und Kurt Koch (25 Jahre fördernd). Bei den Wahlen der Funktionsträger und der Beisitzer des Kommandos folgten die Stimmberechtigten einmütig dem Vorschlag des Kommandos.