Abschied nach 19 Jahren Leitung

Kita-Leiterin Marianne Hemme geht in den wohlverdienten Ruhestand.

Marianne Hemme verlässt die Zwergenburg und freut sich auf den Ruhestand

Elze. Seit März 2002 ist die Sozialpädagogin Marianne Hemme Leiterin und Geschäftsführerin der Kindertagesstätte Zwergenburg. „Die Schwerpunkte unserer Konzeption, wie die offene Arbeit im Kindergarten, in der die Kinder genügend Zeit und Raum für selbstbestimmtes und -geleitetes Spiel haben, war mir ein grundlegendes Anliegen bei der Übernahme der neuen Kita im Frühjahr 2002. Im Spiel setzen sich die Kinder mit ihren inneren und äußeren Lebensbedingungen auseinander, hier „begreifen“ sie im wahrsten Sinne des Wortes die Zusammenhänge mit allen Sinnen“, so Marianne Hemme.
„Aber auch die Bewegungserziehung und hier unser Bewegungsraum, den wir durch großzügige Spenden im Laufe der ers-ten Jahre unseres Betriebes kindgerecht und bewegungsanregend ausstatten konnten, war für mich immer ein wichtiger Bereich, den unsere Kindergartenkinder bis zur Corona-Pandemie in der gesamten Betreuungszeit aufsuchen und hier ihrem Bewegungsdrang nachgehen konnten. Bewegung ist das Tor zum Lernen und hat in Kooperation mit der Wahrnehmung eine Funktion von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung der Kinder“, so Hemme.
„Zu Beginn der Corona-Pandemie, im letzten Jahr, mussten wir den gesamten Bewegungsraum leider ausräumen und nutzen ihn jetzt als Gruppenraum einer unserer Kiga Gruppen. Wir hoffen sehr, dass in den nächsten Wochen Szenario A eintritt und die Kinder den Bewegungsraum wieder wie die Jahre zuvor nutzen können“, so Hemme. „In den ersten Jahren hatten wir im Kindegarten eine Betreuungszeit bis 13 Uhr, dem Wunsch der Eltern, die Betreuungszeit bis 15 und 17 Uhr zu erweitern, heute eine Selbstverständlichkeit, bin ich gerne nachgekommen und konnte nach Zustimmung mit der Gemeinde Wedemark für die Eltern die Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung erleichtern“, berichtet Marianne Hemme weiter, „aber auch die Einrichtung einer kleinen Hortgruppe in unseren ehemaligen Spielkreis-Räumen, war ein Wunsch unserer berufstätigen Eltern, den ich gerne erfüllt habe.“
Neben Marianne Hemme geht auch die langjährige Erzieherin Rosi Hemme-Zillmer in Rente. Seit 1996 ist sie im Verein Zwergenburg tätig, damals als Leiterin der kleinen Kindergartengruppe von 17 Kindern in einem ehemaligen Klassenraum der Grundschule Elze, und später als jahrelange Leiterin der Igelgruppe in der jetzigen Kita Zwergenburg. Sie war es auch, die zusammen mit ihrer damaligen Kollegin Helga Sturm schon vor 24 Jahren die Waldwochen eingeführt hat. Noch heute gehen die Kiga-Kinder der Zwergenburg im Frühjahr und im Herbst für eine Woche in den Wald. „Dies ermöglicht uns Avacon, in deren Wäldchen nahe der Autobahn dürfen wir uns mit unseren Kindern regelmäßig aufhalten und die Natur erkunden“,so Marianne Hemme. „Die Zeiten verändern sich, viele Eltern haben nicht die Zeit ihre Kinder, wie in den ersten Jahren, mittags vom Wald in die Kita zu bringen, auch für Elterntaxis finden sich nicht genügend Fahrer und so haben wir in diesem Jahr zum ersten Mal Waldtage eingeführt“ so Marianne Hemme, „die Kinder bleiben mit ihrer Gruppe den ganzen Tag im Wald, bekommen dorthin das Mittagessen geliefert und werden zum Ende des Kindergartentages um 15 oder 16 Uhr wieder von ihren Eltern abgeholt.“
Aber nicht nur die naturnahe Erziehung lag Rosi Hemme-Zillmer am Herzen, auch die „spielzeugfreie Zeit“ wurde schon damals im Konzept der Kita Zwergenburg verankert. Einmal im Jahr geht das Spielzeug für mehrere Wochen in Urlaub und die Kinder sind in ihren Räumen auf sich gestellt, Decken und Pappkartons dürfen neben dem Mobiliar genutzt werden. „
Es bilden sich ganz neue Konstellationen beim Spiel, große und kleine Kinder spielen in dieser Zeit häufiger zusammen“, hat Rosi Hemme-Zillmer beobachtet. „Die Corona Pandemie hat einiges verändert und so konnte die spielzeugfreie Zeit in diesem Jahr nicht stattfinden“, erläutert Marianne Hemme, aber für das kommenden Jahr ist sie zuversichtlich, dass die Kiga-Kinder hier wieder ihre Erfahrungen sammeln können. Gerne hätte sie sich in den vielen Jahren ihrer gesamten beruflichen Laufbahn bessere Rahmenbedingungen in den Kitas gewünscht, die dritte Kraft in der Krippengruppe sei ein kleiner Schritt in die richtige Richtung und in der Krippe habe man schon in den letzten Jahren Stück für Stück, erst einige Stunden und seit Beginn des Kindergartenjahres im letzten August sogar über die gesamte Betreuungszeit, eine dritte Fachkraft. Fünfzehn ein- bis dreijährige Kinder, die Aufmerksamkeit und häufig auch Zuspruch und Trost benötigen, zu wickeln und mit ihnen kleine pädagogische Angebote durchzuführen, all dies benötigt ausreichend Fachpersonal und natürlich auch genügend Raum zur Bewegung.
Die Einführung einer dritten Fachkraft für die Kindergartengruppen ist im neuen Kita Gesetz, das im August in Kraft treten soll, nun nicht zu erwarten. Dieser andere Fachkraft-Kind-Schlüssel im Kindergarten, würde aber nach Hemmes Meinung den Bildungsauftrag und die Bedingungen, unter denen sie und ihre Kolleginnen mit den Kindergartenkindern arbeiten, einen großen Schritt voranbringen.
„Bleiben wir zuversichtlich, dass die Bildung und Betreuung der Kinder in naher Zukunft mit mehr Personal, in großzügig bemessenen Räumlichkeiten und einer naturnahen erlebnisreichen Außenspielumgebung stattfinden kann“, meint sie und fügt hinzu: „Die wertvollsten Ressourcen, die eine menschliche Gesellschaft hat, sind die Kinder. Ihnen nicht nur Betreuung anzubieten, sondern auch unserem Bildungsauftrag nachzukommen, dies ist die Aufgabe einer Kindertagesstätt“.
An ihrem letzten Arbeitstag wurde sie, ganz coronakonform in der jeweiligen Gruppe, von allen Kindern mit einer Blume verabschiedet. Die Pandemie verhinderte eine größere Feier. Auch die Elternvertreter haben sich mit einem Geschenk an der Tür von Marianne Hemme verabschiedet.