Abschied vom "Helmut Kohl der Wedemark"

Trauerfeier für den ehemaligen Bürgermeister Wilfried Willers: Bürgermeister Helge Zychlinski (von links) mit Brunhilde Willers, Annemarie Döpke und Wolfgang Schrödter. (Foto: E. Nagel)

Trauerfeier für den ehemaligen Bürgermeister Wilfried Willers in Elze

Elze. Trauerfeier für Wilfried Willers: Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Wedemark war im am 2. Januar im Alter von 80 Jahren gestorben. Den Auftakt der Redner machte Willers Nach-Nachfolger Helge Zychinski (SPD), der den Verstorbenen wertschätzend als den „Helmut Kohl der Wedemark“ bezeichnete.
„Als wir in den Kindergarten kamen, war Wilfried Willers unser Bürgermeister in Elze. Als wir in die Schule kamen, begrüßte uns Wilfried Willers als Elzer Bürgermeister, ebenso beim Laternenumzug. Als wir in die weiterführende Schule kamen, begrüßte uns der Gemeindebürgermeister Willers, und als wir Abitur machten, war es ebenfalls Wilfried Willers“, berichtete Zychlinski. „Sein Wirken für unsere Gemeinde hingegen währte deutlich länger“, hob er hervor. Neben seinen privaten und beruflichen Verpflichtungen sei Willers ein leidenschaftlicher Kommunalpolitiker gewesen „und dabei ein Mann der ersten Stunde in der Gemeinde Wedemark“.
Während dieser langen Amtszeit habe Willers, „ein Niedersachse, sturmfest und erdverwachsen“, viele Veränderungen in der Wedemark mitbestimmt und „die Gemeinde nachhaltig geprägt“, sagte Zychlinski. Es seien viele wichtige Entscheidungen wie der Bau der Wedemark-Sporthalle und die Erneuerung des Mellendorfer Freibads sowie die Privatisierung der Eishalle und des Freibads getroffen worden, merkte der aktuelle Verwaltungschef an. Deshalb soll es, wenn politisch zugestimmt wird, einen Wilfried-Willers-Weg in Elze geben.
Auch Annemarie Döpke, Bissendorfer Ortsbürgermeisterin und Ratsfrau, wusste viel Gutes zu berichten. Von einer Person, die für Zuverlässigkeit stand, kein Selbstdarsteller war, nie überheblich wirkte und den Menschen stets zugewandt war. „Zuhören war seine Stärke“, sagte die Bissendorfer Ortsbürgermeisterin Annemarie Döpke. Willers sei kein Selbstdarsteller gewesen und seinen Mitmenschen stets zugewandt.
Wolfgang Schrödter, Wedemarks ehemaliger Gemeindedirektor und späterer Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages, erzählte aus der gemeinsamen Zeit. Wegen seines phänomenalen Gedächtnisses sei Wilfreid Willers das „Archiv der Wedemark“ gewesen. Und auch den Spitznamen des ehemaligen Bürgermeisters verriet Schrödter. „Cäsar“ wurde er in der Schule genannt. Das hatte aber weniger mit dem  Aussehen zu tun als mit der Tatsache, dass Wilfried Willers Vater „Julius“ hieß. Bevor Wilfried Willers 1991 Gemeindebürgermeister wurde – zunächst noch ehrenamtlich –, war der Elzer Landwirt zwischen 1968 und 1974 zunächst stellvertretender Ortsbürgermeister und anschließend bis 1991 Ortsbürgermeister seines Dorfes inklusive Meitze. 1996 wurde er dann bereits im ersten Wahlgang erster hauptamtlicher Bürgermeister, und nach seiner Wiederwahl 2001 blieb er das bis 2006. Für dieses gut vier Jahrzehnte währende Engagement erhielt er 2006 das Bundesverdienstkreuz. Etwa 50 Gäste waren am Mittwochabend der Einladung der Gemeinde gefolgt. Politische Wegbegleiter von „seiner“ CDU wie Jochen Haselbacher, aber auch von der SPD und der FDP. Arpad Bogya, Bürgermeister von Isernhagen, und Klaus-Dieter Scholz, Bürgermeister in der Landeshauptstadt Hannover, waren ebenfalls der Einladung in das Gasthaus Goltermann gefolgt.