Acht Infizierte in einer Woche

Bürgermeister sieht steigende Infektionszahlen im Regionstrend

Wedemark (awi). Innerhalb einer Woche ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Wedemark von null auf acht Fälle gestiegen. Diese von der Region Hannover veröffentlichte Zahl bestätigte Bürgermeister Helge Zychlinski am Donnerstag gegenüber der Presse.
Eine Woche zuvor hatte er noch sehr zufrieden von null Neuinfektionen in der Gemeinde berichtet. Dann seies erst einer, dann drei, dann fünf und am Donnerstag schließlich acht Fälle gewesen. Wo in der Gemeinde diese Infektionsfälle auftreten, erfahre die Verwaltung von der Region nicht, so Zychlinski. Ausnahme wäre ein größeres Infektionsgeschehen in einer Pflegeeinrichtung. Doch so etwas habe es in der Wedemark bisher zum Glück nicht gegeben. In Schulen und Kitas habe es bisher schon mal Verdachtsfälle gegeben, die aber durch Tests nicht bestätigt worden seien, betonte der Bürgermeister. Wer auf Grund eines Verdachts getestet werde, müsse das negative Testergebnis schriftlich belegen. Er wies aber auch darauf hin, dass im Falle eines positiven Test bei einem Schüler das nicht automatisch die Schließung der Schule nach sich ziehen werde. In einem solchen Fall müsse in Quarantäne, wer ummittelbar mit dem Infizierten in Kontakt gewesen sei. Kontakt bedeute konkret mehr als 15 Minuten weniger als zwei Meter Abstand hatte.
Inzwischen wüchsen die Schulen in der Wedemark weiter auf Bestandsgröße an. Mitte Juni würden dann auch die Erstklässler sowie die Fünf- und Sechstklässler wieder beschult, auch sie dann allerdings so, dass nie mehr als die Hälfte gleichzeitig in der Schule sei, die anderen im Homeschooling zuhause. Jede Schule fahre unterschiedliche Modelle, erklärte Zychlinski. Dabei komme man jedoch vor allem bei den räumlichen Herausforderungen an die Grenzen des Möglichen. Mittlerweile seien auch die Turnhallen wieder für den Sport freigegeben, wenn sie nicht für Prüfungssituationen gebraucht würden, wie es in einem Fall auf dem Campusgelände gehandhabt wurde. Hier kann eine Aufsichtsperson mehrere Prüflinge gut im Blick behalten, was wichtig ist, da auch die personellen Ressourcen der Schulen langsam erschöpft sind, da Schüler der Risikogruppe ihre Prüfungsarbeiten mit Einzelaufsicht schreiben. Jedoch gehörten auch viele Lehrer gerade im Grundschulbereich ebenfalls der Risikogruppe an und fielen daher aus.
Personelle Ressourcen knapp
„Wir helfen mit unserem Personal auch aus den Hortgruppen, wo wir können, doch aus unsere personellen Ressourcen sind knapp und wir müssen auch unsere originären Aufgaben hinbekommen“, gibt der Bürgermeister zu bedenken. Er lobt die „sehr engagierten Hortleitungen“, die ebenfalls in den Notgruppen eingesetzt seien – in der Wedemark gibt es in den kommunalen Einrichtungen momentan 338 Notgruppenplätze. „Das ist auch wieder so eine Aufgabe, die eigentlich das Land erfüllen müsste und die wir als Gemeinde übernehmen, weil es nicht anders geht. Für uns ist das zwar eine Selbstverständlichkeit, aber für das Land offenbar auch“, kann der Bürgermeister eine leichte Kritik nicht verhehlen.
Es gebe aber auch durchaus Positives zu berichten. So sei die Freibadöffnung ein tolles Beispiel dafür, dass sich etwas bewege. Auch die Turnhallen seien wieder am Start, die Vereine über die geltenden Auflagen informiert und für deren Einhaltung selbst verantwortlich. „Wenn sich die Sportvereine nicht an die Vorgaben halten, zahlen sie nicht nur Bußgelder, sondern ihnen werden auch die Hallenzeiten entzogen. Da verstehen wir keinen Spaß“, findet Zychlinski deutliche Worte. Doch zeigten die vielen Beispiele aus verschiedenen Branchen, dass es in den meisten Fällen sehr gut funktioniere. So hätten mittlerweile alle vier Fitnessstudios in der Wedemark mit den entsprechenden Hygienekonzepten wieder geöffnet. Die Gemeinde habe bei ihren Kontrollen festgestellt, dass die Beschränkungen sehr gut eingehalten würden.
Der Bürgermeister ging bei der wöchentlichen Pressekonferenz am Donnerstag auch auf die noch laufende Anmeldung für die Kitas ein. Einige Betreungseinrichtungen stießen bereits an ihre Kapazitätsgrenzen, da sie ja nur zur Hälfte auslasten dürften. Vergeben würden die Plätze nach einem Punktesystem, das systemrelevante Berufe der Eltern, die Situation von Alleinerziehenden und soziale Aspekte berücksichtige.
In Richtung Kultusministerium signalisierte Zychlinski, dass sich die Gemeinde wünsche, frühzeitiger eingebunden zu werden. „Es ist nicht so schön, wenn wir Freitagabend eine Verordnung bekommen, die ab Montag gilt, gleich medial kommuniziert wird und wir müssen uns dann am Montagmorgen anhören, dass wir die Umsetzung nicht gebacken kriegen“, stellte der Bürgermeister fest. Doch die meisten Eltern seien trotz der Ausnahmesituation immer noch in einem Maße vertrauensvoll und kooperativ, wie man es sich nicht besser wünschen könne, betonte Zychlinski auch und bestätigte „Das tut uns als Träger schon wirklich gut“. Denn die Wenigsten könnten sich vorstellen, was für ein organisatorischen Aufwand es sei, die von den Gesundheitsämtern geforderten Auflagen auch nur für eine kleine Kita sicherzustellen. Hier könne er allen Beteiligten nur ein ganz großes Lob aussprechen, so der Wedemärker Bürgermeister.