Achtung – 30-Zone in Hellendorf

Anwohner Jörg Thomas (r.) hat die Situation seit Wochen beobachtet und bemerkt: Kaum jemand fährt auf der Meitzer Straße und den angrenzenden Straßen 30. Ein Ortstermin mit der Presse und Ortsbürgermeister Hartmut Pflüger am Sonnabend bestätigte dies. Foto: A. Wiese

Anwohner beschweren sich: „Niemand beachtet Tempolimit in Wohnstraßen“

Hellendorf (awi). In Abwandlung eines bekannten Spruches könnte man sagen: „Stellen Sie sich vor, es ist Tempo 30 vorgeschrieben und keiner hält sich dran.“ So jedenfalls stellt sich die Situation für Jörg Thomas, Anlieger der Meitzer Straße in Hellendorf da. Und Ortsbürgermeister Hartmut Pflüger sowie CDU-Ratsherr Martin Schhönhoff bestätigten die Beobachtung.
Einige Zeit hatte es gedauert, bis die Gemeinde jetzt im Frühjahr mit Beginn besserer Witterungsverhältnisse den einhelligen Beschluss des Hellendorfer Ortsrates umsetzen und mit Schildern und weißen Zahlen auf der Straße die Sommerbosteler Straße, die Meitzer Straße, den Buchenweg, den Grünen Weg und den Sommerweg als Tempo-30-Zone ausweisen konnte. „Doch es sieht so aus, als ob das kaum einer bemerkt“, ärgert sich Jörg Thomas. Er hat beobachtet, dass Fahrzeuge, die langsam fahren, sogar mit Vollgas überholt werden. Seine Anfrage bei der Gemeinde, ob Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen werden könnten, sei zurückhaltend beantwortet worden: Neue Messungspunkte müssten zunächst bei der Polizei in Burgdorf beantragt werden, das dauere seine Zeit. Thomas und Ortsbürgermeister Hartmut Pflüger waren sich allerdings einig, dass es schon positiv wäre, wenn das mobile Messgerät, das den Autofahrern das Überschreiten der zulässigen Geschwindigkeit mit einem traurigen Smiley anzeigt, für einige Zeit in Hellendorf aufgestellt würde, um die Autofahrer wach zu rütteln. Pflüger will sich darum nächste Woche bei der Gemeindeverwaltung bemühen. Genauso einig waren sich Thomas und Pflüger allerdings auch, dass es sich bei den Autofahrern, die schneller als 30 durch die ausgewiese Zone führen, zwar auch, aber nicht nur um Nicht-Hellendorfer handele. Es seien auch viele Anlieger da-runter, die sich doch mit ihrer Unterschrift selbst für die Einrichtung der Tempo-30-Zone ausgesprochen hatten. Denn auf Grund der Unterschriftensammlung hatte der Ortsrat Ende letzten Jahres seinen Beschluss gefasst. „Jeder einzelne ist gefordert“, stellte der Ortsbürgermeister fest. Natürlich ist ihm bewusst, dass das kein hausgemachtes Hellendorfer Problem ist. Auch Elzes Ortsbürgermeister Jürgen Benk bestätigte im Gespräch mit dem ECHO, dass sich viele Autofahrer in den ausgewiesenen Zonen nicht an das 30-Fahr-Gebot hielten und darunter viele aus dem eigenen Dorf seien, die wie in Hellendorf die Geschwindigkeitsbeschränkung gefordert hätten.
Andererseits, so wiederum Hartmut Pflüger, dürften sich Eltern allein wegen der Ausweisung von Tempo-30-Zonen auch nicht sicher fühlen und ihre Kinder unbeaufsichtigt auf der Straße spielen lassen. Übrings bedeutet eine Tempo-30-Zone im Bereich des öffentlichen Straßenverkehrs, dass sich alle Fahrzeuge höchstens mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h fortbewegen dürfen. Man kann also durchaus auch mit 10 oder 20 km/h durch diese Straßen im Wohngebiet fahren.