Achtwöchiges Pilotprojekt kommt an

Trainer Marco Napps von der Münchner Fußballschule übt mit einigen Kindern aus der KiTa Krausenstraße den sogenannten Übersteiger. Alle sind ganz offensichtlich mit viel Spaß bei der Sache. Foto: A. Wiese

Kinder in der evangelischen KiTa trainieren mit der Fußballschule

Mellendorf (awi). Ein achtwöchiges Pilotprojekt läuft zurzeit in der evangelischen Kindertagesstätte Krausenstraße: Um nach Corona alle in Bewegung zu bringen, ist die Münchner Fußballschule, die eine Außenstelle in der Wedemark in Hellendorf hat, ein Mal in der Woche in der Kita und dann dreht sich alles nur noch um den Ball.Zurzeit findet das Balltraining noch auf dem KiTa-Außengelände statt, doch die letzten beiden Übungseinheiten sollen beim Kooperationspartner MTV zusammen mit den Eltern auf dem Platz steigen. Die möchten nämlich sowohl KiTa-Leiterin Caren Holstein-Lemke als auch Trainer Marco Napps mit im Boot haben, wenn es darum geht, ob einige Kinder Lust haben, nach Ende des Projekts mit dem Fußball weitermachen möchten. Denn diese Möglichkeit bietet der MTV.
Das KiTa-Projekt ist für die Eltern kostenfrei. Finanziert wird es über einen Großsponsor und den Kirchenkreis. Caren Holstein-Lemke ist wichtig, dass Kinder, die Interesse haben und weitermachen wollen, dies unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Eltern auch können. „Es gibt in solchen Fällen Möglichkeiten, die Kinder einzeln zu unterstützen“, erklärt Holstein-Lemke. Sie spricht dabei die Situationen an, wo die Eltern so viel Einkommen haben, dass das Bildungs- und Teilhabe-Paket nicht mehr greift, aber zu wenig, um ihren Kindern die Mitgliedschaft im Sportverein und die Kosten eines regelmäßigen Trainings zu finanzieren. Besonders beeindruckt ist sie davon, „dass wir hier beim Fußballtraining erleben, dass sich Kinder an Regeln halten, denen das im normalen Kindergartenalltag besonders schwer fällt“. Eine Stunde pro Woche trainieren drei nach Altern eingeteilte Gruppen von Kindern, die Interesse angemeldet haben, momentan donnerstagsvormittags auf dem Kindergarten-Außengelände. Am 4. und 11. November steht dann das Training mit Eltern beim MTV an. Lernen sollen die Kinder den spielerischen Umgang mit dem Ball und Spaß an der Bewegung und am Spiel, sagt Marco Napps, der ausgebildeter Trainer mit UEFA-B-Lizenz ist. Für ihn ist es das erste Kita-Projekt in der Wedemark. Das Konzept habe sich jedoch in der Fußballschule schon bewährt, insbesondere bei Schulprojekten. „Wir üben Fangen und Ballkoordination, Laufen mit dem Ball, den einfachen Übersteiger, ziehen und vorlegen sowie Fußwechsel. Kinder im dem Alter sind koordinativ begabt und machen schnell Wahnsinns-Fortschritte“, erklärt Napps, der für sein Motto „Fußball ist Leben lernen“ brennt. Ihm ist vor allem wichtig, „dass alle Lust auf Fußball haben“. Der Rest kommt dann von ganz allein. Bei den Schulprojekten habe sich gezeigt, dass sich bei regelmäßigem Fußballtraining auch die Schulnoten verbesserten, da sich die Kinder durch den sportlichen Ausgleich besser konzentrieren könnten. Keinen Unterschied macht Napps zwischen Mädchen und Jungen. Grundsätzlich seien sie gleich begabt. Mädchen lernten allerdings durch die Aufmersksamkeitsspanne teilweise schneller als Jungen. Eines sei die Fußballschule jedenfalls nicht: Auf Talentsuche. Hier sollen die Kinder stressfrei und ohne Druck Spaß haben. „Und zu einem Fußballprofi gehört ohnehin noch wesentlich mehr als nur mit demBall umgehen zu können“, weiß der Trainer.