Aktion „Götterfunken am Fenster“

Wencke Blanke trompetete am Sonntagabend pünktlich um 18 Uhr die Götterfunken in das abendliche Elze hinaus und bekam wenig später begeisterte Reaktionen ihrer Nachbarn. Foto: Privat

Das Musikcorps Langenforth und Leiterin Wencke Blanke waren dabei

Wedemark/Langenhagen (awi).„Götterfunken am Fenster“: Musiker aus der ganzen Welt haben am letzten Sonntagabend unter diesem Motto dem Corona-Virus getrotzt. In der ganzen Republik erklang die „Ode an die Freude“ aus Beethovens neunter Sinfonie gesungen oder instrumental aus offenen Fenstern und von Balkonen – auch in der Wedemark und Langenhagen. Mit dabei waren viele Musiker des Musikcoprs Langenforth und natürlich auch die musikalische Leiterin Wencke Blanke, die am offenen Fenster ihres kleinen Reihenhauses an der Wasserwerkstraße in Elze die Trompete spielte – und sich schon wenig später über die Reaktion einiger Nachbarn freute.
„Das Musikcorps Langenforth steht für Spaß bei der Musik! Jeder, der schon einmal bei einem Auftritt von uns dabei war hat dies miterlebt. Wenn die Stimmung vom Publikum zurück kommt sind wir nicht mehr zu halten. Unsere Erkennungsmerkmale sind die rot-schwarzen Flammen-Uniformen“, erzählt Wencke Blanke. Aber auch der „ Indianer“ sei mit dem Musikcorps Langenforth bekannt geworden. Wenn ein schmetterndes „Servus“ von den Spielern ertönt, wippt das Publikum mit. Das seit Jahren tragende Vereinsmotto: „Können wir das schaffen?! Jo, wir schaffen das“, ist sowohl vor Auftritten als auch neben der Bühne lebendig. „Doch zum Schutz unserer Mitmenschen haben auch wir unseren Trainingsbetrieb vorerst eingestellt und bleiben zuhause“, so Wencke Blanke. Die Musik sei weiterhin ein großer und wichtiger Bestandteil ihres Lebens und dem der anderen Musiker. Daher hat sie alle aufgerufen, am letzten Sonntag um 18 Uhr beim Flashmob von zuhause aus zur Solidarität in Zeiten von Corona mitzumachen und „Freude, schöner Götterfunken“ aus den Fenstern erklingen zu lassen. „Mit unseren Mitgliedern stehen wir dauerhaft per Whatsapp oder Facebook im Austausch. Wir haben die Mitglieder dazu aufgefordert, uns bei Sorgen und Nöten als MCL-Familie gegenseitig zu helfen. Nachdem ich von dem musikalischen Aufruf gehört habe, war mir sofort klar, das ich daran teilnehmen werde“, erzählt Wencke Blanke. Sie hat die Noten vorbereitet und diese, sowie die Bitte mitzumachen, per Whatsapp an die Mitglieder weitergeleitet. Sehr schnell erhielt sie positive Resonanz und die ersten fingen an, das Lied zu üben. „In unserem Verein haben wir viele Mitglieder, die in einem systemrelevanten Beruf arbeiten: Altenpflege, Erzieher, Einzelhandel, wir alle müssen dafür sorgen, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Trotz allem, haben auch wir Ängste um uns, unsere Familien, Freunde und Mitmenschen“, sagt die Elzerin ehrlich. Sie und alle anderen Musiker möchten sich mit der Musik bei allen Menschen bedanken, die helfen, wie Ärzte, Sanitäter, Verkäufer und vielen mehr. Einfach bei allen, die in Systemrelevanten Berufen arbeiten.
Die derzeitigen Einschränkungen spürt der MCL, indem er erste Absagen von Schützenfesten oder Privatfeiern erhält. „Das ist sehr traurig, weil wir uns schon sehr gefreut haben, die Saison zu starten. Es bleibt uns aber nichts anderes übrig, als unseren Kunden zu sagen, das wir nach dieser Pandemie kommen und dann alles nachholen. Uns ist es wichtig ein Zeichen zu setzten und den Menschen zu sagen: ,Bleibt schön zuhause und verbringt die Zeit mit euren Liebsten.‘ Aus diesem Grund rufen auch wir auf: ,Wir bleiben zuhause!‘“