Aktionsreiches Jubiläumswochenende

Die Feuerwehr Bennemühlen im Jahr ihres 70. Geburtstages: 1. Reihe von links: Peter Bosse, Franz Bluhm, Hans-Joachim Kroll, Heinz Bösler, Richard Balke, 2. Reihe von links: Ralf Prüser, Friederike Hahn, Reinhard Koza, René Koza, Dieter Kaufmann, Wolfgang Sobanski, Werner Kaluza, Klaus Stoll, 3. Reihe von links: Carsten Bombeck, Jürgen Küster, Heiko Ziörjen, Sven Sobanski, Jürgen Prüser, Matthias Bombeck, Tobias Prüser, Peter Droßmann, es fehlen: Jürgen Bombeck, Jens Bosse, Sabrina Droßmann, Heiner Frömling,

Feuerwehr feiert zwei Tage lang mit Gemeindewettkämpfen und Frühschoppen

Bennemühlen (awi). Ihren 70. Geburtstag in diesem Jahr hat die Ortsfeuerwehr Bennemühlen zum Anlass genommen, die Gemeindewettkämpfe der Feuerwehr Wedemark auszurichten. Am nächsten Sonnabend messen sich die Wettkampfgruppen der Wedemärker Wehren auf der Wiese an der Siedlung am Finkenweg, beenden den Tag mit einem hoffentlich spannenden und für Deutschland erfolgreichen Fußball-Europameisterschaftsabend und feiern dann am Sonntag ab 11 Uhr bei einem Frühschoppen mit Musik ihr 70-jähriges Bestehen. Die Schlachterei Grimsehl stellt für diesen Anlass von 11 bis 14 Uhr ein rustikales warmes und kaltes Buffet im großen Festzelt und hat sich für die Kinder einige Aktionen einfallen lassen. Dazu gehören auch Vorführungen der Jugendfeuerwehr Hellendorf, denn die eigene Jugendwehr aus Bennemühlen ruht zurzeit. 70 Jahre sind Grund genug, einen Blick zurück zu werfen: Im Juni 1942 hoben die Bennemühler ihre Ortswehr im Biergarten der damaligen Gaststätte Stephanie neu aus der Taufe. Während des Krieges hatte es eine Pflichtwehr gegeben. Ob Bennemühlen davor schon eine freiwillige oder eine Pflichtwehr besaß, ist nicht belegbar. Es gibt allerdings Belege dafür, dass Bennemühlen schon im Jahr 1933 eine Handdruckspritze von der Herrenhäuser Wehr kaufte. Nicht alle Gründer aus dem Jahr 1942 sind bekannt. Dabei waren aber laut Chronik zum 50-Jährigen auf jeden Fall Ernst Groer, Heinrich Frömling, Heinrich Aue, Ferdinand Sievers Vater, Fritz Stephanie, Otto Schmidt und Johann Respa. Was auf jeden Fall auffällt, ist, dass die Ortsfeuerwehr Bennemühlen in ihren 70 Jahren lediglich sechs Brandmeister hatte: Otto Schmidt von 1942 bis 1965, Ferdinand Sievers von 1965 bis 1968, Franz Bluhm von 1968 bis 1986, Wolfgang Sobanski von 1986 bis 1992, Jürgen Prüser von 1992 bis 2010 und dessen Bruder Ralf Prüser aus Hellendorf von 2010 bis zum heutigen Tage. Bennemühlen war Ausrichter der ersten Gemeindewettkämpfe im Jahr 1943 auf dem Gutshof. Die 20 Jahre alte Chronik berichtet: „Nach Kriegsende kaufte Dr. Stolte, der eine Frauenklinik in Hedwigsruh hatte, aus Wehrmachtsbeständen eine Motorspritze, die er der Bennemühlener Wehr zur Verfügung stellte. Mit ein biss-chen Äther aus der Klinik als Startpilote bekam man das Ding auch zum Laufen.“ Eine andere Anekdote berichtet, dass die Feuerwehrmänner auf der Fahrt mit Trecker zu einem Wettkampf in ihren Mützen Wasser für den defekten Kühler aus einem Graben holen mussten. Am 31. Dezember 1956 bekam Bennemühlen eine neue Metz TS8 und ein Jahr später das erste Fahrzeug, einen VW TSFT. Nach und nach wurden dann fehlende Ausrüs-tungsstücke für das Fahrzeug gekauft. 1961 war die Dienstbeteiligung laut Chronik soweit zurückgegangen, dass eine Versammlung einberufen wurde. Man einigte sich, dass die Wehr solange weitergeführt werden sollte, bis Franz Bluhm den Kehrbezirk erhalte und dann als ausgebildeter Feuerwehrmann die Führung der Wehr übernehmen könne. Da Otto Schmidt zu diesem Zeitpunkt schon sehr krank war, wurde er von Hans Kroll vertreten. Als Schmidt 1965 starb, wählte die Wehr zunächst Ferdinand Sievers und 1968 Franz Bluhm zum neuen Feuerwehrchef. Vor der Gebietsreform 1974 kaufte die Gemeinde Bennemühlen ein neues Fahrzeug, einen VW-TSFT mit einer Ziegler TS8. 1978 bauten die Feuerwehrkameraden in Eigenleis-tung ihr Gerätehaus um und hatten nun endlich auch einen Mannschaftsraum. Das Material stellte die Gemeinde. 20 Jahre kam die Bennemühlener Wehr mit diesem erweiterten Gerätehaus gut zurecht, dann stand fest, dass ein neues Auto her musste und dieses in das bisherige Haus nicht mehr hineinpassen würde. So wurde 1998 mit dem Bau des neuen Gerätehauses am jetzigen Standort begonnen, für den die Gemeinde Wedemark ein Grundstück am nördlichen Ortsrand ankaufte. Mit Hilfe des Ortsrates setzte die Feuerwehr auch den Ausbau eines Schulungsraumes durch, errichtete das neue Gebäude fast ausschließlich in Eigenleistung mit viel Unterstützung aus dem Ort und weihte es 1999 ein. Einige Zeit später folgte dann das neue Auto, ein TSFW. Im gleichen Jahr wurde auch die Jugendfeuerwehr Bennemühlen mit damals 26 Mitgliedern offiziell gegründet. Klaus Stoll war der erste Jugendwart. Nach Stoll übernahm Matthias Bombeck die Jugendwehr, die 2008 wegen Mitgliedermangel ruhend gelegt wurde. Bombeck gehört jedoch dem aktuellen Ortskommando an, zu dem neben Ortsbrandmeister Ralf Prüser, seinem Stellvertreter Klaus Stoll, Schriftführerin Friederike Hahn und Rechnungsführer Cars-ten Bombeck auch Pressewart Sven Sobanski und Gerätewart Reinhard Koza gehören. Der größte Brand, an den sich die Bennemühlener Feuerwehrleute erinnern, liegt noch gar nicht so lange zurück: Es war der Hofbrand von Bühmann im Jahr 2007. Zweitgrößter Brand im Ort soll 1982 das Feuer in der Eisdiele Warntorff gewesen sein. Die Bennemühlener Wehr gehört der Regionsbereitschaft V an und ist zuständig für die Wasserversorgung im Angriffstrupp. Dazu gehören kurioserweise auch Hochwassereinsätze, so dass die Bennemühlener Kameraden bei den großen Überschwemmungen an Elbe und Leine im Einsatz waren. Zurzeit verfügt die Wehr des 340 Einwohner starken Ortes über 21 Aktive, sieben Alterskameraden und 53 fördernde Mitglieder. Die Aktiven machen jeden letzten Sonnabend im Monat ab 9 Uhr Dienst. Zu ihrem 70. Geburtstag am Sonntag und den Gemeindewettkämpfen am Tag davor haben die Feuerwehrkameraden alle Einwohner des Dorfes persönlich eingeladen. Und wenn sie einen Geburtstagswunsch äußern dürften, wünschen sie sich nicht nur ganz viele Besucher am nächsten Wochenende auf der Wiese in der Siedlung am Finkenweg zu Wettkämpfen, Public Viewing und Frühschoppen, sondern vor allem noch mehr Aktive und wieder Jugendliche, die den Nachwuchs sichern.