Alle Gymnasiasten potenzielle Fluglotsen

Wer Schüler für einen Beruf werben will, muss sie begeistern: Thorsten Jüngel von der Deutschen Flugsicherung lebte den Jungen und Mädchen mit seinem Enthusiasmus vor, wie spannend er seinen Job findet. Foto: S. Birkner

300 Mellendorfer Schüler erleben interessanten Vortrag über Flugsicherung

Mellendorf (sb). Da können noch so viele wissenswerte Fakten und schlagfertige Argumente aufgetischt werden: Der aussagekräf-
tigste Beleg für einen erfüllenden Beruf ist und bleibt der Spaß an der Sache. Spaß an der Sache und die damit verbundene Begeisterungsfähigkeit war Thorsten Jüngel anzusehen. Am vergangenen Mittwoch referierte er im Forum vor fast 300 Mellendorfer Gymnasiasten über den Beruf des Fluglotsen und machte dabei keinen Hehl aus seiner Faszination für diesen Job. Der Referent von der Deutschen Flugsicherung (DFS) erklärte seinen Zuhörern Selbstverständliches, das dennoch für die allermeisten unter ihnen Neuland war: Dass der Höhenabstand von Flugzeugen in Nautischen Meilen gemessen wird oder dass der weltweite Flugraum sowohl horizontal als auch vertikal in verschiedene Zonen unterteilt ist. Auch die Information, dass das Steigenlassen von Heliumluftballons angemeldet werden muss, war den meisten Gymnasiasten neu. Mit Bildern aus dem Tower, Computeranimationen und der ein oder anderen Anekdote entführte Jüngel seine Zuhörer in die Welt der Fluglotsen. Der Höhepunkt war dabei sicherlich die Simulation eines Landeanflugs, bei der er mithilfe eines Flugzeugmodells und einer Schnur die Physik des Fliegens auf die Bühne des Forums brachte. Dass die Jungen und Mädchen in den Genuss eines solch exklusiven Vortrags kamen, haben sie der Kooperationspartnerschaft des Gymnasiums mit der Stiftung NiedersachenMetall zu verdanken. Damit möglichst viele Schülerinnen und Schüler einen Eindruck vom Beruf des Fluglotsen bekommen konnten, waren die naturwissenschaftlichen Profilklassen acht und neun, der gesamte Jahrgang zehn und auch die Physikkurse der elften Klasse anwesend.
Jüngel verschwieg in seinen Vortrag zwar, dass nur ein Bruchteil der Bewerber letztlich tatsächlich eine Ausbildung als Fluglotse beginnen darf, machte den Heranwachsenden auf diese Weise aber auch Mut. Jeder Abiturient unter 24 Jahren könne sich unabhängig vom Zensurendurchschnitt bewerben – er selbst habe vor seiner Ausbildung auch nur einen sehr mäßigen Hochschulabschluss hingelegt. Viel wichtiger, sagte Jüngel, seien für die Bewerber neben räumlichem Vorstellungsvermögen und guten Englischkenntnissen Begeisterungs- und Teamfähigkeit. Erst die verantwortungsvolle Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Menschen verleihe dem Job des Fluglotsen seine Faszination.