Alles in Sachen Abwasser zentral gesteuert

Mauerten die obligatorische Rolle mit Zeitungen, Kleingeld und Bauplänen ein: Bürgermeister Helge Zychlinski und WAG-Geschäftsführer Henning Luttermann. (Foto: O. Krebs)

Grundstein fürs neue Betriebsgebäude der Kläranlage ist gelegt

Bissendorf (ok). Alles von einem Standort aus: An der Kläranlage in Bissendorf entsteht in den nächsten zwölf Monaten ein neues Betriebsgebäude, das alle aktuellen Anforderungen erfüllt, die die Arbeitsstättenverordnung und die Hygienevorschriften für solch ein Haus vorsehen. Zudem wird ein leistungsfähiges Prozessleitsystem installiert, das den gesamten Service der Wedemark Abwasser GmbH (WAG) von hier aus steuert. Im Erdgeschoss entstehen neben dem Büro der Betriebsleitung und der Geschäftsführung zwei weitere Büroräume. Ein Besprechungsraum ist für Kundengespräche geplant, kann aber auch für Sitzungen der Verwaltung oder von politischen Gremien genutzt werden, wenn das Gebäude Ende nächsten Sommers in Betrieb geht. Das Obergeschoss des Projektes, das für 1,6 Millionen Euro geplant und für das jetzt der Grundstein gelegt wurde, ist für innerbetriebliche Belange wie getrennte Sanitär- und Umkleidebereiche geplant. Außerde finden Schaltwarte und Analyseraum dort ihren Platz. Energetisch ist das Gebäude nach dem aktuellen Stand der Technik ausgelegt. Die Warmwasser- und Heizungsversorgung wird später durch ein Blockheizkraftwerk erfolgen. Geplant ist, einen so genannten Klärschlammfaulturm und eine Anlage zur Gewinnung von Strom aus dem anfallenden Gas zu errichten. Zusätzlich bestehe die Möglichkeit, eine Photovoltaikanlage auf dem nach Süden ausgerichteten Dach zu installieren.
WAG-Geschäftsführer Joachim Rose blickte bei der Grundsteinlegung, die auch der ehemalige Betriebsleiter Rudi Ringe verfolgte, auf die jüngste Vergangenheit der ungefähr 30 Jahre alten Kläranlage in Bissendorf zurück. Sie ist für das gesamte Gemeindegebiet außer Resse zuständig. Denn: Im Westen der Kommune gibt es eine eigene Kläranlage. 2016 sei die Abwasserbeseitigung rekommunalisiert worden, 2018/19 sei eine neue Halle entstanden, um den Klärschlamm unter verschärften Bedingungen landwirtschaftlich verwerten zu können. Die neue Anlage sei nicht nur erneuerungsbedürftig, sondern müsse wegen der zunehmenden Gewerbebetriebe auch erweitert werden. Dabei gebe es zwei Herausforderungen: Das Grundstück sei begrenzt, und der Betrieb müsse gewährleistet werden. Joachim Rose: „Wir haben nun klar vor Augen, wie die neue Anlage aussehen wird. Nur Weniges wird erhalten bleiben. Kleine runde Becken werden durch große eckige ersetzt. Das Runde wird eckig. Gebäude werden umgebaut, ersetzt und neue kommen hinzu.“ Für Photovoltaikanlagen auf den neuen Dachflächen gebe es Fördermittel des Bundes. Die Umsetzung all dieser Maßnahmen werde etwa drei Jahre dauern. Bürgermeister Helge Zychlinski machte deutlich, dass die Gesamtinvestitionen von rund 15 Millionen Euro ungefähr 2,5 bis drei Millionen Euro an Vorteilen für die Gebührenzahler nach sich zögen. Zychlinski: „Bis Mitte der 20er-Jahre müssen wir nicht mehr an der Gebührenschraube drehen.“