Altersgerechtes Wohnen in Resse

Jochen Pardey (rechts) bei seiner Begrüßung, Karl-Heinz Müller trägt anschließend über altersgerechtes Wohnen vor. Fotos: B. Stache

Vortrag stößt auf geringes Interesse

Resse (st). Nur wenige Interessierte waren am Donnerstagabend zu einem Vortrag über altersgerechtes Wohnen in Resse in das Moorinformationszentrum MOORiZ gekommen. Jochen Pardey begrüßte als Vorsitzender des Vereins Bürger für Resse die knapp 15 Zuhörer, unter denen sich auch Ortsbürgermeister und Beisitzer des Bürgervereins Jörg Woldenga sowie Heiner Peterburs, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, befanden. Karl-Heinz Müller referierte anschließend über das Thema, in das er mit folgendem Wortlaut einführte: „Im Moment haben wir keinen zählbaren altersgerechten Wohnraum in Resse“, einer Ortschaft mit 2591 Einwohnern (Stand 2011), von denen 24,1 Prozent über 65 Jahre alt seien. Der Vortragende setzte sich im Weiteren auch kritisch mit dem Thema auseinander und stellte die Frage: „Woran liegt das eigentlich, dass so wenig Leute sich mit ihrer eigenen Situation aktiv beschäftigen, sondern das scheinbar in vielen Fällen so auf sich zukommen lassen?“ Initiative in dieser Angelegenheit hatte der Bürgerverein unlängst mit seinem Genossenschaftsmodell „Barrierefreies und selbstbestimmtes Wohnen in Resse“ ergriffen. Für die Generation 60-plus sollten zwei Häuser mit je acht Wohnungen gleich neben dem Frischmarkt Pagel in zentraler Ortslage errichtet werden. Offensichtlich mangelt es seitens der Resser Bürger am Interesse an solch einem altersgebundenen Projekt. Der engagierte Bürgerverein habe sich daraufhin entschlossen, diese geplanten Wohnungen für alle Altersgruppen zu öffnen. „Es ist dann vom Erscheinungsbild ein ganz normales Haus, mit Jung und Alt gemischt“, erklärte Karl-Heinz Müller. Wenn alles gut läuft, sei mit dem Baubeginn noch in diesem Jahr zu rechnen. Er zeigte unter anderem die Rahmenbedingungen auf, unter denen sich Resse bezüglich weiterer Bebauung zukünftig entwickeln könne: „Der Entwicklungsspielraum ist auf 5 Prozent der vorhandenen Siedlungsfläche beschränkt, die Entwicklung soll angemessen und organisch, auf der Grundlage des Einwohnerbestandes, erfolgen, die gewachsenen Siedlungsstrukturen sind zu erhalten und Planungen müssen ausgewogen, umwelt- und bedarfsgerecht sein“. Im Vortrag wurden auch Möglichkeiten der Altersgruppe 65plus aufgezeigt, für sich altersgerechten Wohnraum zu schaffen. Neben dem Umbau der eigenen Immobilie, dem Umzug in ein kleineres Haus oder eine Wohnung, erwähnte Karl-Heinz Müller unter anderem die Option, einen Teil des für Senioren zu groß gewordenen Grundstücks abzutrennen und zu verkaufen: „Alles so zu lassen wie es ist und abwarten sei zwar sehr populär, aber keine Lösung. Es gibt in der Regel ein Ereignis oder einen Knall und dann merkt man, dass man im falschen Gebäude sitzt, dass man sich selbst alleine nicht mehr helfen kann.“ Der Vortragende appellierte, sich rechtzeitig mit dem Thema zu befassen und bot zugleich die Hilfe des Bürgervereins an, mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen.