Ampel lotst Blinde über die Straße

Leonard Schneider von der Region zeigt, wo er den unter der gelben Fläche angebrachten Knopf für das akustische Freigabesignal der Ampel betätigt hat, während Jannik Minke, Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann und Ortsratsmitglied Susanne Kopp die Straße überqueren. Foto: A. Wiese

Lichtzeichenanlage an der Scherenbosteler Straße mit akustischem Signal

Bissendorf (awi). Es ist die erste Ampel in Bissendorf, die Blinde und Sehbehinderte mit einem akustischen Signal über die Straße lotst: Bei der Erneuerung der Fußgängerampel an der Scherenbosteler Straße kurz vor dem Gartencenter Klipphahn wurde die neueste Technik verbaut. Ein den Umgebungsgeräuschen von der Lautstärke her angepasster Klackerton zeigt Blinden und Sehbehinderten die Ampelanlage an. Berührt man einfach nur die gelbe Fläche, bekommt man als Fußgänger grün und kann die Straße überqueren. Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen lernen bei ihrem Mobiliätstraining, dass es bei den modernen Ampelanlagen unterhalb der gelben Fläche zum einen einen Knopf gibt, der bei Drücken das akustische Freigabesignal – ein Piepen in höherer Frequenz – auslöst, wenn es grün wird, zum anderen taktile Zusatzinformationen zum Beispiel über eine Mittelinsel oder ähnliches enthält. Über diese fortschrittliche Technik vefügen die beiden Fußgängerampeln in Abbensen und Berkhof, die ebenfalls akustische Signale für Blinde und Sehbehinderte aussenden, noch nicht. Heute werde nur noch die modernste Technik verbaut, wenn Ampelanlagen erneuert würden, erklärt Leonard Schneider vom Team Infrastruktur Straße der Region Hannover. Voraussichtlich noch in diesem Jahr sollen auf diese Weise auch die Ampeln an der Schilling-Kreuzung in Bissendorf und an der Stucke-Kreuzung in Mellendorf erneuert weren. An der Schilling-Kreuzung sind Regin und Land involviert, in Mellendorf nur das Land. Wo zwei Straßenbaulastträger betroffen sind, sei immer der übergeordnete für die Maßnahme zustänig, erklärte Schneider beim Ortstermin in Bissendorf mit Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann, Ortsratsmitglied Susanne Kopp und Jannik Minke vom Fachbereich Tiefbau der Gemeinde Wedemark. Selbstverständlich wird der Straßenbereich rund um die Ampel mit taktilen Elementen für die Blinden und Sehbehinderten entsprechend markiert. Betroffene wäre durch spezielles Training über die Handhabung der Ampel mit dem unter der gelben Fläche verborgenen Knopf informiert. Sie selbst habe aber am Anfang ziemlich ratlos vor der Ampel gestanden, als sie die gelbe Fläche berührt, aber kein akustisches Freigabesignal erhalten habe, berichtete Brakelmann. Da sie davon ausgeht, dass nicht alle Menschen mit Sehbeeinträchtigung, die sich oft auch schleichend einstelle, bereits ein entsprechendes Training hinter sich hätten, legte sie Wert darauf, auf dem Weg über einen Presseartikel auf die Handhabung der Ampel aufmerksam zu machen. Dass das wesentlich auffälligere Freigabesignal nicht immer zugeschaltet werde, liege daran, dass man die Anlieger nicht unnötig belasten wolle, erklärt Leonard Schneider. Darum soll das hochfrequente laute Signal nur dann angefordert werden, wenn es auch wirklich benötigt werde. Die Umrüstung der gemeindeeigenen Ampel am Hellendorfer Kirchweg in Mellendorf werde noch dauern. Hier seien technische Probleme noch nicht gelöst, berichtete Jannik Minke.